Egon von Greyerz: Das Finanzsystem würde ohne Zentralbanken erheblich besser funktionieren

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Egon von Greyerz im Gespräch mit Eric King von King World News,
veröffentlicht am 05.11.2016


Egon von Greyerz: »Eric, wie wir beide wissen, konzentrieren sich die Weltfinanzmärkte nur auf einen kurzen Zeitraum. Die Würfel sind vor langer Zeit gefallen – im Jahr 1913, als die FED geschaffen wurde und 1971, als Nixon die Goldbindung des Dollars aufgehoben hat.

Diese Ereignisse erschufen einen Trend, der letztlich in den Ruin führen wird. Was wir jetzt erleben sind die eindeutigen Anzeichen, dass wir das Ende einer Ära erreicht haben, Eric. Es ist das Ende eines gescheiterten Experiments, welches falschen Wohlstand durch die Kreation von Schulden erschafft.

Die US-Wahl ist ein exzellentes Beispiel dafür. Da gibt es zwei Kandidaten, welche das amerikanische Volk lieber beide nicht wählen würde. Das Verhalten dieser beiden Kandidaten unterscheidet sich in keiner Weise von irgendeinem König, irgendeinem Premierminister oder irgendeinem Präsidenten der Geschichte. Die meisten von ihnen nahmen Geschenke an, was heute als Korruption bezeichnet wird. Heute ist das also nicht anders.

Wir müssen jedoch bedenken, dass eine über Jahrhunderte existente Tradition nicht heute enden wird. Es ist die Norm gewesen und es wird so weitergehen, ob wir das wollen oder nicht. Und am Ende einer Ära, wo wir uns meiner Ansicht nach jetzt wiederfinden, ist die Korruption und der Betrug am schlimmsten.

Eric, wir sehen nicht nur in den USA Zeichen der Dekadenz. Für die normalen Leute ging es bei der Brexit-Entscheidung um die Frage der Souveränität. Es sollte keine nicht gewählte, nicht zur Verantwortung zu ziehende Elite in Brüssel geben, welche 500 Millionen Menschen regiert, alle mit unterschiedlichen Hintergründen und Bedürfnissen. Auch wurde das Problem der Massenmigration ins Vereinigte Königreich als inakzeptabel erachtet.

Gemäß des Volksentscheids sollte die Regierung an sich die Trennung von der EU in die Wege leiten. Jetzt hat die Regierung des Vereinigten Königreichs gerade einen Prozess am höchsten Gericht verloren, bei dem es darum ging die Trennung ohne Zustimmung des Parlaments zu vollziehen. Folglich will das Parlament jetzt beim Brexit mitreden und das obwohl das Volk bereits darüber entschieden hatte.

Es gibt im Vereinigten Königreich zwar im Moment noch keine Anarchie, wenn das Parlament aber den Willen der Mehrheit blockiert, dann könnte es soweit kommen. Was auch immer mit dem Brexit, der EU und dem Euro geschieht, sie werden letzten Endes scheitern, denn es war schon immer ein mit Makeln behaftetes Experiment.

Dann gibt es große politische Probleme in Gegenden wie beispielsweise der Türkei. Es gibt eindeutig keinerlei Rechtsstaatlichkeit in der Türkei und das ist ein Land, welches der EU beitreten soll? Die Türkei ist natürlich ein sehr enger Verbündeter der USA, welche große Militärbasen und Raketensysteme vor Ort hat. Für meinen Geschmack ist die Türkei nicht gerade der sicherste Verbündete.

Dann haben wir den Krieg in Syrien. Dort kämpfen so viele Parteien, dass es schwierig ist den Überblick zu behalten, wer auf wessen Seite steht. Russland und die USA sind auf entgegengesetzten Seiten an dem Krieg im Mittleren Osten beteiligt und dies könnte sehr ernste Konsequenzen für die Welt zur Folge haben.

Der Punkt ist, Eric, dass wir jede Menge Versagen im politischen System sehen. Und es gibt Anzeichen für ein auf den falschen Werten und Prinzipien beruhendes Finanzsystem. Das Schicksal des Finanzsystems wird nicht vom Brexit oder der US-Wahl besiegelt. Natürlich hat die Wahl das Potenzial dazu ein Auslöser zu sein, aber sie wird nicht der Grund für das sein, was als Nächstes passiert. Der Auslöser für die nächste Phase in der Weltwirtschaft wird die Implosion der Bond- und Kreditmärkte sein.

Die Gesamtschulden liegen jetzt bei rund $ 250 Billionen und das ist doppelt so viel wie im Jahr 2006. Die zusätzlichen $ 125 Billionen haben rein gar nichts zur Verbesserung der Weltwirtschaft beigetragen. Sie haben die Banken gestützt und einen kleinen Teil des Einen Prozent extrem reich gemacht – zumindest auf dem Papier. Der Rest der Welt ist so hoch verschuldet, dass diese Schulden niemals zurückgezahlt werden können.

Wie wir beide wissen, Eric, basiert ein gesundes Finanzsystem auf gesundem Geld. Geld zu drucken kann niemals gesund sein und sich Geld zu leihen, welches überhaupt nicht existiert, bedeutet augenscheinlich, dass dieses Geld wertlos ist. Ich garantiere Ihnen, sobald diese Ära zu Ende geht werden all diese Schulden auf Null gesetzt – denn niemand kann sie bezahlen. Dies bedeutet natürlich, dass alle mit diesen Schulden gedeckten Wertanlagen ebenfalls wertlos werden.

Was also tun die Zentralbanken dagegen? Nun, zunächst drucken sie Geld, was inflationär ist und zugleich wollen sie die Inflation unten halten. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem die Geldschöpfung sinnlos geworden ist. Zentralbanken wie die Bank of Japan und die Europäische Zentralbank drucken um die $ 1 Billion im Jahr – jeweils! Und es zeigt keinerlei Effekt.

Diese Zentralbanker haben den Eindruck, dass Inflation gut sei. Das ist natürlich vollkommen falsch. Schauen Sie sich die Schweiz an, dort gibt es seit Jahrzehnten praktisch keine Inflation und der Dollar hat gegen den Schweizer Franken 80 % an Wert verloren. Inflation ist schlecht für jede Wirtschaft und das Ergebnis vollkommener Misswirtschaft.

Wie ich immer gesagt habe, die Zentralbanken haben keine Ahnung und das Finanzsystem würde ohne sie erheblich besser funktionieren. Schauen Sie sich die USA im Jahr 1971 an, als Nixon die Golddeckung des Dollars aufhob. Die Schulden sind seitdem im Schnitt um 9 % pro Jahr gestiegen. Dies bedeutet, dass sich die Schulden alle 8 Jahre verdoppeln.

Was die meisten Menschen jedoch nicht erkennen ist, dass sich der Wert des Geldes so alle 8 Jahre halbiert. Bis zum Jahr 2025 wird die Kaufkraft des Dollars ganze 99 % seit dem Jahr 1971 verloren haben. Keiner versteht was mit seinem Geld passiert, seien es US-Dollar, Euros oder Pfund.

Die Meisten glauben, dass ein Dollar einen Dollar wert ist und das ist in allen Währungen so. Was ihnen entgeht ist, dass das Stück Papier auf dem “One Dollar“ steht vollkommen wertlos ist. Es ist nur von Schulden gedeckt und wenn sie eines Tages zur Bank gehen und ihr Geld abheben wollen, dann ist nichts da. Praktisch niemand versteht dies, weil ihnen von den Regierungen niemals die Wahrheit gesagt wird.

Was wir hier vor Augen haben ist eine desaströse Misswirtschaft des Finanzsystems, die zum totalen Zusammenbruch der meisten, wenn nicht aller Papierwährungen führen wird, Eric. Der Goldpreis offenbart diese Misswirtschaft und deshalb tun die Regierungen alles ihnen mögliche, um den Preis unten zu halten. Dies tun sie, indem sie ständig in den Papiergoldmarkt eingreifen.

Da wir nun das Ende des Weltfinanzsystems erleben ist die Konsequenz davon auch, dass wir das Scheitern der Goldmanipulation erleben werden. Während sich die Geldschöpfung beschleunigt werden Investoren sich mehr und mehr dem physischen Gold zuwenden. Und die Käufer von Papiergold werden dann die Auslieferung fordern und natürlich kein Gold bekommen.

Eric, wir werden den Punkt erreichen, an dem kein Gold mehr zu überhaupt irgendeinem Preis verfügbar sein wird. Diese Situation wird so lange Bestand haben, bis der Preis für physisches Gold seinen wahren Wert im Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage widerspiegelt. Die meisten derzeitigen Halter von physischem Gold werden ihr Gold für $ 2.000 oder $ 10.000 oder selbst $ 50.000 nicht hergeben. Dann wird der Goldpreis die gedruckte Geldmenge korrekt wiedergeben und er kann dann erheblich höher sein, als sich irgendeiner von uns vorstellen kann.

Mit dem Alter werde ich immer zynischer, oder vielleicht erfahrener. Wenn ich mir die Weltgeschichte anschaue, dann glaube ich nicht, dass wir jemals ein gesundes Geldsystem haben werden. Vielleicht für einen begrenzten Zeitraum, aber dann wird die Versuchung für korrupte Regierungen zu groß werden, Geld drucken zu lassen.

Das ist der Grund, warum physisches Gold immer ein Teil der persönlichen Ersparnisse sein muss.«

Hier das Gespräch als vollständige Audio:

Quelle: Nachtwächter


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