Geld und Währung: Geld

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In den 1920er und Anfang der 1930er Jahre war Deutschland in einem furchtbaren Zustand. Hyperinflation, Armut, Reparationen gemäß Versailles und mehr würgten das Land regelrecht ab. Dieses Buch ist ein wichtiges historisches Zeitdokument und zeigt dazu, dass Geld und Währung bereits damals ein heiß diskutiertes Thema waren. Wer im Zuge des Lesens Parallelen zur heutigen Zeit findet …

Diese PDF stellen wir hiermit zum Herunterladen zur Verfügung. Da wir allerdings davon ausgehen, dass eine Mehrheit unserer Leser ihre liebe Mühe mit der altdeutschen Frakturschrift hat, wird der Text Stück für Stück abgeschrieben und hier nach jeweiliger Fertigstellung kapitelweise zum Lesen bereitgestellt.

Die Redaktion

Teil 1: Einleitung
Teil 2: Inflation
Teil 3: Deflation
Teil 5: Währung
Teil 6: Goldwährung
Teil 7: Nationalwährung (folgt)


Dr. P. Bang: Geld und Währung – Eine gemeinverständliche Darstellung (1932)

IV. Geld

Wer die Wirtschaft retten will, muss zuvörderst wissen, was Geld ist. Was also ist Geld?

Auf Allgemeinplätze wie den, dass nur die politische Selbstständigkeit und die wirtschaftliche Gesundheit eines Volkes gutes Geld garantiere, lasse ich mich hier nicht ein. Es sei der Grundbegriff des Geldes erörtert, und dabei soll nur Grundsätzliches in allgemeinverständlicher Form gegeben werden.

Wer über Geld nachdenkt oder schreibt, muss sich zunächst klar sein, dass folgende vier Begriffe Selbstständigkeiten sind und nicht durcheinander geworfen werden dürfen. Wer die durcheinander wirft, gerät rettungslos in laienhaften Unsinn. Diese Begriffe sind: Geld – Währung – Kapital – Kredit.

Es gilt zuvörderst zwei große Grundsätze zu erkennen und festzuhalten:

1. Geld ist nicht das, was wir in der Tasche haben, also die Banknoten und die Silberstücke. Geld ist etwas anderes. Das was wir in der Tasche haben, sind Geldzeichen!

2. Geld kann nicht „gemacht“ werden. Kein Staat, und sei er noch so mächtig und noch so absolut, kann Geld „machen“. Geld „entsteht“, Geld wird geboren.

Wie entsteht Geld? Geld entsteht nur durch einen einzigen Vorgang, nämlich durch freien Leistungsaustausch, d.h. durch Herstellung von verbrauchbaren, verzehrbaren, vertretbaren Gütern, also Waren und durch deren Austausch.

Wenn der Bäcker A. Brote produziert, so ist dieser Vorgang völlig gleichgültig für die Geldseite der Volkswirtschaft. Wenn der Töpfermeister B. Töpfe produziert, so ist das völlig gleichgültig für die Geldseite der Volkswirtschaft. In dem Augenblick, in dem der Töpfer B. sich vom Bäcker A. für einen Topf ein Brot einhandelt, wird dieser Vorgang für die Geldseite der Volkswirtschaft bedeutsam: Es ist mit einem Leistungsaustausch Kaufkraft entstanden! Die Ware muss also verkauft sein, wenn der Vorgang für die Geldseite der Wirtschaft bedeutsam werden soll.

Grundlegend für die Entstehung des Geldes ist also die Herstellung absatzfähiger Güter und ihr Absatz. Geld wird also geboren und der Geburtsakt ist schlechthin und nichts anderes: freier Leistungsaustausch. Man kann das auch so ausdrücken: Geld entsteht als Anspruch auf Gegenleistungen auf Grund einer vollbrachten Vorleistung.

Das, was wir „Geld“ nennen, und was dem allgemeinen Sprachgebrauch nach auch im Folgenden Geld genannt werden soll, sind Geldzeichen, also Bescheinigungen über in der Wirtschaft entstandenes Geld. Man kann das im Anschluss an Obiges auch so ausdrücken: Geldzeichen sind Bescheinigungen eines entstandenen Anspruchs auf Gegenleistung auf Grund einer vollbrachten Vorleistung.

Die Reichsbank ist als Währungsamt insoweit nichts anderes als eine Personenstandsbehörde, genau so wie die Standesbeamten. Auch die Reichsbank führt lediglich eine Art Personenstandsregister über geborenes oder gestorbenes Geld.

Inflation bedeutet danach fachlich die staatliche Fälschung von Geburtsurkunden über nicht entstandenes Geld. Deflation bedeutet ebenfalls eine Fälschung, nämlich die Nichtausstellung von Geburtsurkunden über entstandenes Geld. Deflation ist auch die künstliche Geburtenverhinderung von Geld, das entstehen will.

Aus alledem ergibt sich zunächst der tragende Grundsatz, dass Geld und Geldumlauf es nur und ganz allein zu tun haben mit Warenumlauf. Der Laie kann das, worum es sich handelt, sich am besten klarmachen an der Art und Weise, wie in normalen Zeiten die Geldzeichen hergestellt wurden. Es sei dies an folgendem Beispiel dargestellt:

Der Produzent A. kam zur Reichsbank und sagte:

„Ich habe für die nächsten drei Monate eine Produktion von x-Mark vor und habe diese Produktion an den Konsumenten B. verkauft. Ich bitte mir, um diese Produktion zu ermöglichen y-Mark zu geben.“

Daraufhin verlangte die Reichsbank den Nachweis der Richtigkeit dieser Behauptungen, also den Nachweis, dass A. in der Tat fähig sei, diese Produktion zu leisten, und dass B. sie abnehmen solle. Dieser Nachweis musste erbracht werden durch einen oder zwei der Reichsbank bekannte Zeugen. Daraufhin erklärte die Reichsbank:

„Wir sind bereit, dir y-Mark zu geben, wenn du uns einen Produktionswechsel (Handelswechsel) auf drei Monate ausstellst und wenn dieser Wechsel von deinen Zeugen mitunterschrieben wird.“

Das geschah, und auf Grund dieses Wechsels erhielt nunmehr A. das verlangte Geld und brachte es auf dem Wege der Bezahlung seiner Materialien und seiner Arbeiter usw. in Umlauf. Nach drei Monaten löste er den Wechsel bei der Reichsbank mit seinem Erlöse ein.

Später ist dieses Verfahren vereinfacht worden dahin: der Produzent verkauft an seinen Abnehmer seine Produktionen gegen einen von diesem akzeptierten Wechsel und leitet diesen Wechsel durch eine mit der Reichsbank in Verbindung stehende Bank an die Reichsbank weiter.

Das ist der klassische Vorgang der sogenannten Geldschöpfung, also der staatlichen Beurkundung über entstandenes Geld.

Daraus ergibt sich, in welch allerengstem Zusammenhang Geldumlauf und Warenumlauf stehen. Man darf sich das laienhaft so vorstellen, wie wenn bei der Reichsbank zwei Behälter stünden; in dem einen die Waren, in dem anderen die Geldzeichen. Diese Behälter müssen stets in einem ganz bestimmten gleichbleibenden Verhältnis zueinander stehen. Der Gleichstand dieses Verhältnisses wurde reguliert durch die sogenannte Diskontopolitik. Geld und Waren mussten sich also im gleichen Verhältnis mehren oder mindern.

An diesen Beispielen wird zugleich ersichtlich, wie Inflation entsteht. Inflation entsteht dann, wenn ein Nichtproduzent zur Reichsbank kommt, sich fälschlich als Produzent ausgibt, fälschlich einen Handelswechsel ausstellt, der in Wahrheit kein Produzentenwechsel, sondern ein Finanzwechsel ist, und nun von der Reichsbank auf Grund dieses Finanzwechsels Währungsgeld verlangt.

Dieser Tatbestand ist in seiner reinsten und gefährlichsten Form verwirklicht, wenn der Reichsfinanzminister bei der Reichsbank erscheint und auf Grund eines Reichsschatzwechsels die Hergabe von Währungsgeld verlangt und erhält. Anders ausgedrückt:

Wenn Geldzeichen für den öffentlichen Verbrauch fabriziert werden, entsteht Inflation. Geldzeichen dürfen nur und ganz allein für die Produktion fabriziert werden.

Aus alledem erbeben sich folgende große Grundsätze:

1. Geldschöpfung hat es nur und ganz allein zu tun mit Warenschöpfung und ihrem Absatz. Das Wesen des Geldes hat es also nur und ganz allein zu tun mit Waren und ihrem Absatz. Nichts, absolut nichts hat das Wesen des Geldes zu tun mit Grundstücken, Häusern, Hypotheken, kapitalisierten Hauszinssteuern und alledem. Nichts, absolut nichts hat das Wesen des Geldes zu tun mit Volksvermögen, Volkseinkommen, Arbeitsstunden udgl.. Geldzeichen sind gewissermaßen Beurkundungen über neu entstandene, absatzfähige und absatzbestimmte Waren. Sie sind niemals Beurkundungen vorhandenen Besitzes an Kapital, an Grundstücken, Liegenschaften, Wirtschaftsbetrieben udgl.. Sie sind niemals Beurkundungen über geleistete Arbeitsstunden odgl.. Wer mit diesen Dingen das Wesen des Geldes in Beziehung bringt, leidet an wirtschaftlicher Stockblindheit.

2. Zwischen Warenumlauf und Geldumlauf muss ein ganz bestimmtes gleichbleibendes Verhältnis vorhanden sein und gewährleistet werden. Ganz und gar gleichgültig ist das Verhältnis des Geldumlaufes zu vorhandenem Liegenschaftsbesitz, zu Häusern, Hypotheken usw., zu geleisteten Arbeitsstunden, zu Volksvermögen usw..

3. Wer eine sogenannte „Deckung“ des Geldes für nötig hält, darf diese Deckung nur in etwas suchen, was dem Wesen des Geldes entspricht, also durch sofort greifbare, vertretbare, verbrauchbare Waren oder durch Warenersatz. Auch Gold ist zur Deckung von Geld nur geeignet, weil man sich dafür Waren kaufen kann. Grundstücke, Hypotheken, kapitalisierte Hauszinssteuern, geleistete Arbeitsstunden udgl. sind nicht geeignet, zur Deckung von Geld zu dienen. Denn das Wesen von Grundstücken, Liegenschaften, Arbeitsstunden, Volksvermögen liegt nicht darin, dass man sich dafür Waren kaufen kann, insbesondere sind auch Hypotheken, Rentenansprüche udgl. nicht geeignet zur Deckung von Geld zu dienen.

Der Entstehungsgrund von Geld sind also nicht irgendwelche Eigentumsverhältnisse an Grund und Boden, an Betriebsunternehmungen udgl., sondern der Entstehungsgrund von Geld ist ganz allein und schlechthin absatzbestimmte Warenerzeugung. Einer der klügsten Geldtheoretiker, den wir in Deutschland gehabt haben, der Hamburger Hypothekenbankdirektor Bendixen, sagt:

„Es ist naiv, vorzuschlagen, das Papiergeld auf Grundstücke oder Hypotheken zu gründen. Wenn das Papiergeld Wert haben soll, so muss es im Gleichgewicht stehen zu den verbrauchbaren Waren. Deshalb ist es die Aufgabe der Geldpolitik, die Geldschöpfung der Warenschöpfung anzupassen.“

Um das alles völlig verständlich zu machen, sei bemerkt, dass auch die Rentenmark in Wahrheit kein Geld war. Es ist mindestens wissenschaftlich unsinnig, von einer „Rentenmark-Währung“ zu sprechen. Es herrschen gerade darüber manche Irrtümer. Helfferichs ursprünglicher Plan einer Roggenwährung wäre eine echte Währung mit echtem Geld gewesen. Ob sich eine solche Währung damals hätte durchführen lassen, ist eine andere Frage, die hier gleichgültig bleiben kann. Aber die nachmalige Rentenmark hat Helfferich selbst überhaupt nicht als „Währung“ gedacht, sondern lediglich als ein zentrales, vom Reich aus gemachtes Notgeld. Helfferich selbst war einer der ausgesprochensten Goldwährungsvertreter.

Die Rentenmark war in Wahrheit kein Geld, sondern sie war ein letztes Kreditmittel des bankrotten Staates, sie war ein von der Landwirtschaft erzwungener Lombardkredit. Sie war deshalb auch nach der technischen Seite hin lediglich ein in kleinste Teile zerteilter Zwischenschein auf Hypothekenpfandbriefe und Schuldverschreibungen, denen eine Art Zwangskurs verliehen war, ähnlich wie damals den Zwischenscheinen der Goldanleihe.

Zu welchen Folgen das führte, mag daraus ersehen werden, dass man damals infolge des Zwangskurses den Rentenbrief über 500 Mark mit 500 Mark bezahlen musste, während die Hypothekenpfandbriefe unserer bestfundierten und bestverwalteten preußischen Anstalten im Werte von 1.000,- Mark mit 50,- Mark zu haben waren!

Helfferichs Zweck war also nicht, mit der Rentenmark eine Währung zu schaffen, sondern er wollte, was fachlich auch nötig war, einen Übergangszustand zu einer Währung festlegen. Sein wesentlicher Zweck war die Sanierung des bankrotten Reichshaushalts, weshalb dem Reiche ein Kredit von 1,2 Milliarden Mark gegeben wurde, der bis 1925 reichen sollte, der aber bekanntlich Ende 1923 bereits restlos verwirtschaftet war. Das sogenannte „Wunder“ der Rentenmark hat aber seine sehr einfache Erklärung in der Einstellung der Notenpresse.

Die Rentenmark sollte also auch nach dem Willen Helfferichs lediglich der Übergang zu echtem Gelde werden. Beiläufig sei hier bemerkt, dass die Rentenmark so, wie sie dann durch politische Einflüsse gemacht wurde, weil sie nicht aus Produktionsüberschüssen, sondern aus mechanischer Belastung der Produktionsmittel stammte, zu einer gefährlichen Verengung der Produktionsbasis geführt hat. Die durch die Rentenmark plötzlich gesteigerte Kaufkraft, die sich mit einem Schlage auf dem Innenmarkte trotz unserer absoluten Verarmung der billigsten Preise der ganzen Welt erfreute, stammte nicht aus Geld, sondern aus Kredit (s.o.), stammte nicht aus wirtschaftlichem Warenangebot, sondern aus dem gefährlichsten Warenangebot, das die Volkswirtschaft kennt: aus steuerlich erzwungener Substanzverschleuderung.

Die Rentenmark war so, wie sie durch politische Einflüsse gestaltet wurde, der erste und zwar grundlegende Schritt zu Erdrosselung der deutschen Landwirtschaft. Ich habe damals geschrieben:

„Bisher kannten wir den Begriff der Stilllegung von Industriebetrieben. Die Rentenmark in Verbindung mit ihrer Steuergesetzgebung wird uns um die Erfahrung der Stilllegung von landwirtschaftlichen Gütern bereichern. Wir beginnen uns selbst aufzufressen.“

Von allergrundlegendster Bedeutung ist also die Einsicht, dass Geld mit Kapital nichts, absolut nichts zu tun hat, dass Geldmarkt und Kapitalmarkt nichts miteinander zu tun haben, und dass der Gedanke einer Geldschöpfung auf Grund von Kapitalgütern (Grundstücken, Hypotheken, kapitalisierten Hauszinssteuern, Bauten usw.) der gefährlichste Irrgedanke laienhafter Vorstellungen ist.

Dazu noch folgendes: Wenn Geld in Kapital verwandelt wird, wenn also z.B. mit Geld Grundstücke oder Hypotheken oder Aktien oder Obligationen usw. gekauft werden, so geht es einen Wesenswandel ein, es „gerinnt“, wie Eichborn in seiner wertvollen Broschüre „Gold oder Geld“ zutreffend darlegt, und zwar geht es über in eine Wirtschaftsform, die sich nicht wieder in Geld zurückverwandeln lässt. Eichborn legt zutreffend dar, dass zwar Kapitalbesitz von A auf B übertragen werden kann, aber dass das einmal in Kapital verwandelte Geld stets und ewig Kapital bleibt.

Für die Volkswirtschaft ist es in der Tat ganz gleichgültig, ob das Haus oder die Hypothek oder das Aktienpaket nicht mehr dem Verkäufer A, sonder dem Käufer B gehört. Das Geld aber, mit dem B von A die Hypothek oder das Haus oder das Aktienpaket gekauft hat, entstammt immer wieder dem Geldmarkt.

Entweder hatte B selbst verfügbares Geld, dass er durch den Ankauf in Kapital verwandeln konnte, oder er hat sich dieses Geld durch Verkauf irgendeines Teiles seines eigenen Kapitalbesitzes an einen Inhaber von verfügbarem Geld verschafft oder aber er hat es sich auf offenem Geldmarkt geliehen.

Auch daraus ergibt sich, dass der Gedanke einer Geldschöpfung auf Grund von Kapitalgütern ein Irrgedanke ist.

Als Ergebnis von alledem stelle ich also fest:

1. Der Geldstandard eines Landes ist in Wahrheit sein Warenstandard. Deshalb hält sich der Geldwert stets auf der Höhe der frei veräußerlichen Gütererzeugung, und durch „Anleihe-Operationen“ kann, wie im Dawesplane sehr richtig gesagt ist (s.o.), ein Missverhältnis zwischen Geldwert (Stabilität) und frei veräußerlicher Warenerzeugung nur zeitweise „verschleiert“ werden.

Vor dem Kriege entsprach unser Geldwert einer auf den 10-Stunden-Tag aufgebauten freien Erzeugung, nach dem Krieg einer auf dem 5- bis 6-Stunden-Tag aufgebauten Erzeugung. Denn vom 8-Stunden-Tag müssen noch die Stunden abgerechnet werden, die auf die Gesamtheit der Tribut- und Tributzinsleistungen entfallen.

Der innere Wert des Geldes steht also in einem gleichbleibenden Verhältnis zum Produktionsstandard. Man kann in diesem, aber auch nur in diesem Sinne, auch sagen: Arbeitsstandard. Der unlösliche Zusammenhang von Geldwert und freier Wirtschaftsleistung sei an folgendem Beispiel erhärtet.

Anfang November 1922 war der Geldwert auf den 600. Teil geschwunden. Der Entwertungsfaktor war also 600. Ein Ofensetzer in Berlin erhielt damals 300 Mark Stundenlohn. Für eine Mark brauche er also nur 12 Sekunden zu arbeiten. Vor dem Kriege betrug sein Stundenlohn 50 Pfennig. Für eine Mark musste er also länger als 12 Sekunden, nämlich 2 Stunden arbeiten, also genau 600 Mal länger! Der Zusammenhang von Geldwert und Wirtschaftsleistungen liegt hier offen zutage.

2. Geld ist also keine mechanische, sondern eine organische Sache. Geld ist das Spiegelbild der nationalen Produktion. Geld ist eine eminent völkische Sache. Geld ist die rechnerische Seite der Volkswirtschaft.

3. Alle Vorstellungen, eine sogenannte Baumark, eine sogenannte Arbeitsmark udgl. zu „machen“, alle Vorstellung einer Geldschöpfung auf Grund von Kapitalgütern, also etwa auf Grund von Volksvermögen, von Hypotheken, von Rentenansprüchen, von kapitalisierten Hauszinssteuern, von Aufwertungshypotheken udgl. sind gemeingefährliche Verirrungen.

4. Die schlimmste Verirrung laienhafter Vorstellungen ist die sogenannte Bodenmark! Eine solche Bodenmark würde zudem das Schicksal unserer Landwirtschaft endgültig besiegeln!

Für ein angeblich durch Grund und Boden gedecktes Geld haben wir bereits zwei geschichtliche Beispiele, die als Menetekel an der Wand wiedererwachter Illusionen brennen. Der Wirtschafts-Cagliostro Ludwigs XV., John Law, suchte mit solchem Grund- und Bodenrecht die Finanzen Frankreichs zu retten. Darlegungen von damals lesen sich etwa wie allermodernste Darbietungen gewisser Wirtschaftsretter von heute. Der Wahn dauerte damals von 1718 bis 1720 und endete mit dem entsetzlichsten Staatsbankrott und mit der Flucht Laws.

Das zweite Beispiel bieten die mandats territoriaux der französischen Revolution, die 1796 nach Einstellung der sechsjährigen Assignaten-Inflation eingeführt wurden und die „gedeckt“ waren mit fast dem gesamten französischen Grundbesitz, und zwar auch dem der toten Hand. Hier dauerte der laienhafte Wahn nicht ganz ein Jahr. Da stand dieses Geld, obgleich es mit unveräußertem und unbelastetem Boden noch weit überdeckt war, auf 0,0 Prozent.

Deshalb hat Helfferich ins Schwarze getroffen, wenn er im Reichstag erklärte:

„Wenn Sie glauben, dass das Reich ein real fundiertes, oder wie Sie sagen, ein „wertbeständiges“ Zahlungsmittel schaffen könne, indem es die Erfassung der Sachwerte in die Tat umsetzt, dann irren Sie sich. Denn Sie können Sachwerte erschaffen, soviel Sie wollen, damit haben Sie noch kein Geld in der Hand, und aus den Sachwerten werden Sie auch niemals wieder Geld machen können.

Wenn der Staat auf Grund von Sachwerten Geld ausgibt, dann kommen Sie zu dem System, mit dem man in der französischen Revolution die total entwerteten Assignaten abgelöst hat, zu den Territorial-Mandaten, die nach drei Monaten dasselbe Schicksal erlitten wie die Assignaten.“

5. Jede Währungsschöpfung oder Währungsänderung muss also, falls sie nicht in neues Unglück führen und ein neuer Schwindel werden soll, den Grundgedanken festhalten, dass ein gesundes Geldsystem nur und ganz allein in Verbindung mit der Warenschöpfung hergestellt werden kann.

[nächstes Kapitel: Währung]


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