Kriege, Börsencrash und Gold: Gerald Celente über künftige Trends

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Von Mike Gleason

Mike Gleason: Heute habe ich die Ehre Gerald Celente, den Herausgeber des renommierten Trends Journal, begrüßen zu dürfen. Mr. Celente ist weltweit ein äußerst gefragter Interviewgast und hat in den letzten 30 Jahren einige der bedeutendsten und größten Trends im Voraus prognostiziert. Mr. Celente, willkommen zurück und vielen Dank, dass Sie heute bei uns sind.

Gerald Celente: Danke, Mike.

Mike Gleason: Ich möchte mit einer Frage zu der enormen Diskrepanz zwischen den Wirtschaftsdaten und den Signalen, die der Aktienmarkt an die Investoren sendet, beginnen. Die US-Wirtschaft verzeichnet aktuell beispielsweise die geringste Wachstumsrate seit den 1940er Jahren. Auch in China und zahlreichen anderen bedeutenden Wirtschaftsräumen weltweit verlangsamt sich die Entwicklung – ganz zu schweigen von den wirtschaftlichen Problemen Europas. Dennoch werden an den Aktienmärkten beinahe im Wochentakt neue Hochs gemeldet und der S&P 500 und der Dow Jones notieren auf einem absoluten Rekordniveau.

Was geht hier vor? Geht es der Wirtschaft in Wirklichkeit besser, als man uns sagt, oder werden die Aktienmärkte zusätzlich unterstützt?

Gerald Celente: Die Aktienmärkte erhalten Unterstützung. Wir sagen das bereits seit dem Beginn der quantitativen Lockerungen. Das ist kein Wiederaufschwung, sondern eine Vertuschungsaktion. Die Zahlen lügen nicht, aber die Lügner lügen, und die Märkte auch. Hier sind die Fakten: Wir haben eine Zeit der Fusionen und Übernahmen erlebt, die in der Geschichte weltweit beispiellos ist, weil die Unternehmen zu Nullzinsen Geld leihen können und damit andere Unternehmen kaufen. Tatsache ist auch, dass es noch nie zuvor so umfangreiche Aktienrückkäufe gegeben hat. Allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden Aktien im Wert von vielleicht etwa 160 Milliarden Dollar zurückgekauft.

Das hat die Aktienmärkte natürlich beflügelt. Das sind die Fakten, und ich weiß, dass Ihre Zuhörer die Fakten hören wollen. 95% des seit 2009 in den Vereinigten Staaten geschaffenen Vermögens floss in die Taschen der berühmten 1%. Auch das ist eine Tatsache, und sie trifft nicht nur auf die USA, sondern auf die ganze Welt zu. 62 Leute – jeder von uns kennt mindestens 62 Leute. Jetzt stellen Sie sich einmal vor, dass diese 62 Leute über mehr Reichtum verfügen, als die Hälfte der Weltbevölkerung.

All das führt nur dazu, dass die Aktienmärkte weiter Aufwind erhalten, obwohl ein Einbruch schon seit Langem überfällig ist. Sehen Sie sich die Fakten an, die Zahlen lügen nicht. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse fallen aus dem üblichen Rahmen. Oder wie wäre es mit den Unternehmensgewinnen? Seit wie vielen Quartalen sind diese nun schon rückläufig? Es ist ein Glücksspiel, eine Ponzinomie. Das ist kein Kapitalismus.

Dieses Wort sollte aus dem aktuellen Sprachgebrauch verbannt werden. Der Westen lebt nicht in einer kapitalistischen Gesellschaft, sondern im Bankismus. Seit dem Tag, an dem Jesus die Geldwechsler mit der Peitsche aus dem Tempel jagte, hat sich nichts Wesentliches geändert. Es sind andere Menschen mit anderen Namen, die noch immer die gleichen schmutzigen Deals abschließen und die Märkte stützen, um sich selbst zu bereichern.

Mike Gleason: Im Frühjahr hatte ich Sie gefragt, ob die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen nach der kümmerlichen Erhöhung um 25 Basispunkte in den USA erneut anheben würde, und Sie antworteten, dass das nicht möglich sei, weil die Märkte es nicht verkraften würden. Sie sagten, die Banken könnten ohne das fortwährend niedrige Zinsniveau nicht mehr arbeiten und die Fed tat, was Sie vorhergesagt hatten: nichts.

Dennoch vergeht kaum eine Woche in der nicht einer der Gouverneure der Notenbank über die Pläne zur baldigen Straffung der Geldpolitik spricht. Was erwarten Sie in den letzten Monaten des Jahres in diesem Zusammenhang? Werden die Zentralbanker ihren Worten endlich Taten folgen lassen und den Leitzins zumindest etwas erhöhen? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Überraschung erleben? Vielleicht nimmt sich die Notenbank ja auch ein Beispiel an Europa oder Japan und entscheidet sich für negative Zinsen oder sogar Helikoptergeld.

Gerald Celente: Ich denke, dass sie das Helikoptergeld ausprobieren werden, bevor sie die Zinsen in den Minusbereich senken, denn Negativzinsen funktionieren nicht einmal ansatzweise. Man braucht sich nur anzusehen, welche Wirtschaftszahlen von den Ländern mit negativen Zinssätzen gemeldet werden. Nehmen wir zum Beispiel Japan: Die „Abenomics“ gibt es dort praktisch seit 2012, doch die Wirtschaft wächst kein bisschen. Im Gegenteil.

Wie wird es weitergehen? Es gibt keinen Ausweg aus dieser Situation. Die Zentralbanken haben keine anderen Optionen mehr und sie blähen diese künstlichen Märkte einfach immer weiter auf. Die japanischen Exporte sind unterdessen um 14% gesunken. Sie könnten jetzt sagen, dass es daran liegt, dass der Yen so stark ist und die Produkte des Landes nicht wettbewerbsfähig sind. Gut, wenn die Währung so stark ist, sollten die Japaner aber auch mehr kaufen, nicht wahr? Allerdings sind die Importe sogar um 24,7% eingebrochen.

Das Gleiche lässt sich übrigens auch in China beobachten – sowohl die Einfuhren als auch die Ausfuhren sind hier ebenfalls rückläufig. Vergessen Sie nicht, dass Japan negative Zinssätze hat. Diese scheinen die Wirtschaft also nicht unbedingt anzukurbeln.

Der andere Grund, aus dem es keine Zinserhöhung geben kann, sind die Entwicklungen an den Schwellenmärkten. Der MSCI-Index schießt jetzt wieder in die Höhe, weil all das heiße Geld wieder in die Schwellenmärkte fließt. Die Länder und Unternehmen der Schwellenmärkte haben während der Zeit der quantitativen Lockerungen, als der Dollar wirklich günstig war, enorme Kapitalsummen geliehen, Milliarden von Dollar. Dieses Geld müssen sie nun zurückzahlen.

Wenn die Fed die Zinsen anhebt, wird der Wert des Dollars steigen. Das bringt neue Probleme mit sich, denn dann müssen die Schwellenmärkte ihre Schulden tilgen, während der Dollar an Wert gewinnt und ihre eigenen Währungen fallen. In dieser Situation werden sie nicht in der Lage sein, die Kredite zurückzuzahlen.

Falls die Fed den Leitzins erhöht, dann erst nach der Präsidentschaftswahl. Und selbst dann wird die Anhebung nicht mehr als 25 Basispunkte betragen, denn Sie wissen ja, was bei der letzten Zinserhöhung passiert ist. Sie wachen früh auf, frohes neues Jahr, und an den Börsen geht es bergab. Der Dow Jones ist in den ersten beiden Wochen des Jahres 2016 schlechter als je zuvor in ein neues Jahr gestartet. Weltweit wurden im Januar unterdessen rund 6 Milliarden Dollar an Aktienkapital vernichtet. Wenn die Zinsen steigen, kann das Ponzi-System nicht fortgeführt werden.

Mike Gleason: An dieser Stelle würde ich gern auf Gold zu sprechen kommen, denn wir haben gesehen, dass die extrem niedrigen oder gar negativen Zinsen sich als äußerst bullisch für die Edelmetalle erwiesen haben. Der Goldpreis liegt in diesem Jahr bereits mehr als 25% im Plus und Silber schneidet mit Kursgewinnen von etwa 40% sogar noch besser ab. Alle Korrekturen sind bislang sehr schwach ausgefallen, denn es fließen noch immer große Kapitalmengen in den Sektor, insbesondere bei Kursrücksetzern. War die Entwicklung der Edelmetallkurse eventuell etwas überstürzt oder wird der Sektor weiterhin eine starke Performance zeigen?

Gerald Celente: Ich denke nicht, dass die Rally der Edelmetalle schon vorüber ist. Ich denke, ihnen steht noch ein weiter Weg bevor. Sie haben vorhin all die Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed angesprochen, die vor die Presse treten und behaupten, die Wirtschaft wäre stark und Zinserhöhungen stünden in Aussicht. Sie wiederholen das Märchen einfach immer wieder. Seit Mai haben sie nicht mehr damit aufgehört. Damit haben sie den Goldpreis abgeschossen und genau das war ihr Ziel. Genau das tun alle Zentralbanken. Sie reden von einer starken Wirtschaft und von der Wahrscheinlichkeit künftiger Zinserhöhungen, um den Goldpreis nach unten zu drücken, denn wenn dieser erst einmal nach oben ausbricht…

Hier ist übrigens unsere Prognose. Wenn Gold auf über 1.400 $ steigt – und damit meine ich deutlich darüber, in den Bereich von 1.480, 1.470 oder 1.460 $ – dann wird der Kurs unserer Einschätzung nach hoch in Richtung 2.000 $ schießen. Die größte Angst der Zentralbanker ist, dass die Menschen eines Tages erkennen, dass ihre ungedeckten und auf nichts gedruckten digitalen Währungen absolut nichts wert sind. Aus diesem Grund tun sie alles in ihrer Macht Stehende, um den Goldpreis zu senken, denn ab einem gewissen Punkt wird dieser sich ihrer Kontrolle entziehen.

Mike Gleason: Es scheint tatsächlich, als hätten sie immer weniger Kontrolle darüber, je länger sich der aktuelle Trend fortsetzt. Natürlich haben wir in diesem Jahr bereits einen ziemlich großen Anstieg des Goldkurses erlebt, aber Sie denken, dass es noch viel weiter aufwärts gehen und die Zentralbanken völlig die Kontrolle verlieren könnten, sobald ein gewisser Widerstand durchbrochen wird, verstehe ich das richtig?

Gerald Celente: Ja, genau, und zwar weil der nächste Crash der heftigste in der modernen Finanzgeschichte werden wird. Auf die Gründe bin ich vorhin bereits eingegangen: All das billige Geld pumpt die Aktienmärkte künstlich auf, lässt die Zahl der Fusionen und Übernahmen in die Höhe steigen und sorgt zudem für die Entstehung einer weltweiten Immobilienblase. Das Platzen dieser Blase wird anders sein als alles, was wir bisher erlebt haben.

Hier sind die Zahlen: Nehmen wir zum Beispiel China und blicken wir 20 Jahre in die Vergangenheit. Wie hoch waren die Gesamtschulden des Landes? Etwa 500 Milliarden Dollar. Heute sind es mehr als 30 Billionen Dollar. Sehen wir uns Europa und die EZB an – was für ein riesiger Haufen Mist. Die EZB hat die Zinsen auf unter 0% gesenkt und kauft nicht nur Staatsanleihen, sondern auch noch Unternehmensanleihen, und zwar für 80 Milliarden Euro im Monat. Auch die Bank of England ist keine Ausnahme. Auf was hat die britische Zentralbank die Zinsen gesenkt? Ach, nur auf das niedrigste Niveau seit 322 Jahren… Zudem monetarisiert auch sie Staats- und Unternehmensschulden.

Wenn diese Blase also platzt, werden erleben, wie sich der Goldpreis zu völlig neuen Höhen aufschwingt. Vergessen Sie dabei nicht, dass selbst das nominelle Rekordhoch im Herbst 2011 nicht mit dem Hoch des Goldkurses im Jahr 1980 mithalten kann, wenn man die Inflation mit einkalkuliert.

Mike Gleason: Kommen wir nun zu einem etwas anderen Thema. Ich wüsste gern, was Sie über die gesellschaftliche Unruhe denken, die wir in letzter Zeit beobachten konnten. Hier in den USA waren die letzten Jahre, und insbesondere die letzten Monate, emotional sehr aufgeladen. Erst letzte Woche erreichten uns wieder verstörende Bilder aus Milwaukee, dem jüngsten Schauplatz eines sich offenbar weiter zuspitzenden Krieges zwischen der Polizei und einigen Minderheiten. Welche Gedanken gehen Ihnen dabei durch den Kopf und welche Folgen könnten diese Ereignisse haben? Hier tritt eine Reihe von äußerst polarisierenden Problemen zu Tage.

Gerald Celente: Sie sagen es, polarisierend. Zu Beginn des Interviews habe ich bereits den polarisierenden Vermögenseffekt der Geldpolitik angesprochen. Das ist natürlich nicht der einzige Faktor, aber er ist von großer Bedeutung. Die Mittelschicht verschwindet. Wenn Menschen alles verloren und nichts mehr zu verlieren haben, rasten sie aus. Damit haben wir bereits während der Finanzkrise von 2008 gerechnet, als die Panik einsetzte und wir alle die gesellschaftlichen Verwerfungen beobachteten.

Dazu kommt ein gewaltiges Drogenproblem. Die Vereinigten Staaten konsumieren 80% aller weltweit verfügbaren Opiate, dabei stellen wir nur 5% der Weltbevölkerung. Sehen Sie sich nur an, wie viele verschreibungspflichtige Medikamente die Leute einnehmen. So haben wir keine Zukunft. Vor uns liegt eine zukunftslose Zukunft. Die Gesellschaft ist militarisiert. Der Fisch stinkt vom Kopf her. Sehen Sie sich die Kriege an, die die Vereinigten Staaten in anderen Ländern führen. Sehen Sie sich an, wie wir die Militarisierung glorifizieren und wie wir unsere Polizei militarisieren. Das System verrottet auf allen Ebenen.

Das wird vielleicht das letzte Mal sein, dass ich Ihnen ein Interview geben kann, denn ich werde etwas sagen, was manche Leute verärgern könnte. Moral. Sie existiert nicht mehr. Die Präsidentschaftswahl ist das beste Beispiel dafür. Clinton oder Trump – 320 Millionen US-Bürger und das ist alles? Das ist das Beste, was wir zustande bringen? Dieser Wahlkampf ist eine Reflexion dessen, was Amerika ist und zu was es geworden ist. So sehen wir das als Trendforscher und politische Atheisten. Ich bin Amerikaner. Mein Blut ist italienisch, mein Herz amerikanisch.

Im September letzten Jahres habe ich von den geschichtsträchtigsten Orten der Vereinigten Staaten aus die Occupy-Peace-Kampagne gestartet und wir besitzen drei der historisch wertvollsten Gebäude des Landes. Wenn ich das also sage, dann weil ich Amerika liebe und die aktuelle Entwicklung unseres Landes mir das Herz bricht.

Es gibt Auswege aus dieser Situation und Trump hat den einen oder anderen sinnvollen Vorschlag gemacht, doch mit anderen Ideen liegt er völlig daneben. Der Ausverkauf begann mit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA und setzt sich seitdem fort. Es gibt jedoch auch andere Wege. Der Brexit ist die Manifestierung eines der aktuell bedeutendsten Trends, die wir vorhergesagt hatten. Das britische Volk hat sich dafür entschieden. Das ist direkte Demokratie. Man lässt die Bevölkerung darüber abstimmen, was sie möchte.

Wie können sie jetzt weiter vorgehen? Wie wäre es mit „Made in the U.K.“? Oder „Made in America“? Wie wäre eine selbsterhaltende Wirtschaft mit einer Bevölkerung von 320 Millionen Menschen? Sind wir zu dumm, um unsere eigenen T-Shirts, Schuhe, Computer und anderen Produkte herzustellen?

Es gibt mögliche Auswege, aber unser politisches System ist korrupt. Welche Beweise wollen die Leute denn noch sehen? Unsere Regierung beginnt Kriege auf Grundlage von Lügen und stiehlt unser Geld im Namen der „Too-big-to-fail“-Banken. Es gibt Wege aus der Misere, aber nicht unter dem aktuellen System.

Mike Gleason: Sie reißen hier wirklich brisante Themen an. Der Wahlkampf geht jetzt in die Endphase. Bislang hat er uns definitiv ein äußerst kurzweiliges Theater geboten und der Unterhaltungswert wird sich womöglich noch steigern. Natürlich steht unser Land hier vor einigen ernsten Herausforderungen und ich will das nicht trivialisieren, aber sagen Sie uns doch bitte, was Sie bezüglich des Kampfes zwischen Trump und Clinton denken und womit Sie in diesem Herbst rechnen.

Gerald Celente: Nun, der Titel der Frühjahrsausgabe unseres Trends Journal lautete im Jahr 2015 „Cowards, Liars, Freaks and Fools: Welcome to the Presidential Reality Show“. Das war zwei Monate, bevor Donald Trump ins Rennen ging. Damals setzten wir auf Clinton. Dann überlegten wir es uns anders und setzten auf Trump, weil er die Themen ansprach, die die Leute bewegen.

Sehen Sie sich die Umfrageergebnisse an: Den Wählern ist die Arbeitsmarktlage wichtig, das Einkommen und die Zukunft. Trump hat in dieser Hinsicht besser abgeschnitten als Clinton und angesichts der Tatsache, dass Bill Clinton uns NAFTA und andere Handelsabkommen beschert hat, befindet sich Hillary Clinton auf diesem Gebiet in einer schlechten Ausgangslage. Bei diesen Fragen konnte Trump punkten, bis er ein paar Mal ins Fettnäpfchen trat und begann, seine eigene Kandidatur zu zerstören.

Wahlkampf zu führen ist nicht besonders kompliziert. Ich begann meine Karriere in diesem Bereich noch während des Studiums. Ich war für die Leitung eines Bürgermeisterwahlkampfes verantwortlich und habe neben dem Studium die Wahlkampagne in Yonkers, einer Stadt mit vielleicht 300.000 Einwohnern, koordiniert. Ich habe politische Kampagnen in Westchester County organisiert und arbeitete für den Senat von New York. Außerdem habe ich an der St. John’s University amerikanische Politik und Kampagnentechnologie unterrichtet. Ich sage das nur, damit Sie meinen beruflichen Hintergrund auf diesem Feld kennen. Es ist wirklich nicht so schwierig. Man hält sich ans Drehbuch, und wenn man es ändern muss, dann tut man das. Trump kann das nicht.

Wir denken, das Trump als Gewinner hervorgegangen wäre, aber der Wahlkampf ist noch nicht vorüber. Die TV-Debatten werden unserer Ansicht nach letztlich den Ausschlag geben und sie werden wahrscheinlich zu den meistgesehenen TV-Ereignissen der Geschichte zählen. Wir werden also abwarten, wie diese Debatten verlaufen, aber basierend auf den Umfrageergebnissen hatte Trump die wichtigeren Themen. 1992 gab es in den Wahlkampfbüros von Bill Clinton im ganzen Land den Slogan „It’s the economy, stupid.“ Und so ist es auch. Alle anderen Angelegenheiten sind nur Randthemen. Nur die Wirtschaft zählt.

Mike Gleason: Wir nähern uns langsam dem Ende unseres Interviews. Sagen sie unseren Zuhörern doch bitte noch, auf welche Entwicklungen Sie in den kommenden Monaten besonders achten werden. Ihr Unternehmen basiert ja darauf, dass Ihr Team neue Trends identifiziert, bevor alle anderen sie erkennen, und Ihren Abonnenten so die Möglichkeit gibt, sich entsprechend zu positionieren und davon zu profitieren. Was erwarten Sie also in den kommenden sechs bis zwölf Monaten? Welche Schlagzeilen werden wir sehen, die jetzt noch nicht im Gespräch sind?

Gerald Celente: Zum einen glauben wir noch immer, dass ein Börsencrash kurz bevorsteht. Zum anderen bereiten uns Terrorismus und Krieg Sorgen. Das sind zwei der Hauptthemen, mit denen wir uns befassen. Über Terrorismus wird zwar viel geredet, doch niemand will die Ursachen und die Folgen diskutieren. Nehmen wir einmal an, ein anderer Staat hasst unseren Präsidenten und sagt, dass er keine Kontrolle über Nuklearwaffen haben dürfe. Anschließend marschiert dieser Staat in die USA ein, zerstört das Land und tötet alle, die Sie lieben. Würden Sie sich dann nicht auch an den Leuten rächen wollen, die das getan haben?

Und jetzt schauen wir uns einmal den Irak und Afghanistan an. Oder wie wäre es mit Libyen und Syrien? Und wie sieht es im Jemen aus? Die Vereinigten Staaten stellen dort sämtliche Waffen zur Verfügung. Im letzten Jahr wurden Waffen im Wert von 20 Milliarden Dollar geliefert – unter der Regierung des Friedensnobelpreisträgers Obama. Sie sollten das Ding den Drecksnobelpreis nennen. An Saudi-Arabien wurde Kriegsausrüstung für 20 Milliarden Dollar geliefert, mit der die Saudis nun die unschuldige Bevölkerung Jemens bombardieren, und die USA sind Teil dieser Koalition.

Wir denken, dass etwas geschehen wird, das die Menschen von der Wirtschaft ablenkt. Wenn alles andere versagt, wird ein Krieg erklärt. Wir hören das lauter werdende Schlagen der Kriegstrommeln, sei es gegenüber Russland oder China oder sei es im Nahen Osten. Diese beiden Entwicklungen behalten wir genau im Auge – eine beispiellose Panik an den Märkten und ein Ereignis, das die Menschen die Wirtschaft und das Geld vergessen lässt. Das kann beispielsweise ein Terroranschlag sein, entweder ein echter oder ein fingierter.

Im Jahr 2001 war die Situation ähnlich. Die USA erlebten eine ernste Rezession, doch die meisten haben das vergessen. George W. Bushs Beliebtheit sank in den Umfragen auf unter 50% und dabei war er gerade erst seit einigen Monaten im Amt. Plötzlich kamen die Anschläge vom 11. September. Im Anschluss daran wurden die Zinsen auf den niedrigsten Stand seit 46 Jahren gesenkt und die Wirtschaft wurde mit einer falschen Infusion billigen Geldes belebt. Etwas in dieser Art erwarten wir auch heute.

Was die Technologie betrifft, ist mit Fortschritten in der Robotik, der virtuellen Realität und der künstlichen Intelligenz zu rechnen. Auf diesem Gebiet beginnt tatsächlich eine neue Ära und wir denken nicht, dass es sich dabei um eine weitere Dotcom-Blase handeln wird. Der Fortschritt ist echt und es wird zahlreiche Möglichkeiten geben, davon zu profitieren.

Mike Gleason: Mr. Celente, ich möchte mich herzlich für dieses Interview bedanken. Ich freue mich immer über die Gelegenheit mit Ihnen zu sprechen und danke Ihnen, dass Sie Ihre Ansichten so offenherzig mit uns geteilt haben. Bitte sagen Sie unseren Lesern und Zuhörern zum Schluss noch, wie sie all die wichtigen Informationen bekommen können, die Sie online und im Trends Journal veröffentlichen.

Gerald Celente: Nun wir haben das Trends Journal und eine abendliche Sendung während der Wochentage, „Trends in the News“. Zudem veröffentlichen wir wöchentlich die Trend Alerts und einmal im Monat den Newsletter Trends Monthly. Nur bei uns können Sie über die Geschichte lesen, bevor sie geschrieben wird. Uns ist bewusst, dass es viele Menschen finanziell nicht leicht haben, deshalb können Sie auch einen Rabatt beantragen. Doch selbst ohne diesen kostet ein Online-Abonnement des Trends Journal nur 99,00 $ im Jahr. Informationen dazu finden Sie unter TrendsResearch.com.

Mike Gleason: Vielen Dank für das hervorragende Interview Mr. Celente. Ich wünschen Ihnen ein erholsames Wochenende und hoffe, wir hören bald wieder von Ihnen!

Quelle: Goldseiten


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