Simple Mathematik: Zuwanderung kann und wird den Sozialstaat nicht retten

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Von Marco Maier

Die Zuwanderung soll den Sozialstaat retten. So zumindest die Theorie. In der Praxis sieht das Ganze jedoch völlig anders aus, wie kritische Überlegungen zeigen. Man kann sich das Ganze selbst ausrechnen.

Immer wieder heißt es seitens der Politik, diverser Interessensgruppen und den Medien, dass Länder wie Deutschland oder Österreich eine stärkere Zuwanderung zum Erhalt der Sozialsysteme brauchen, weil die demographische Entwicklung (zu wenige Kinder, Überalterung) dies nötig mache. Doch die Sache hat einen gewaltigen Haken (wenn nicht gleich mehrere davon).

Denn: Derzeit findet vor allem eine Zuwanderung in die Sozialsysteme statt. Statt – wie früher „Gastarbeiter“ – sind es heute vor allem Asylbewerber und Wirtschaftsmigranten ohne eine adäquate (Aus-) Bildung. Doch der Bedarf an niedrigqualifizierten Beschäftigten hält sich angesichts des globalen Lohngefälles und der wirtschaftlichen Globalisierung stark in Grenzen. Das heißt: Jener Teil der Bevölkerung der Arbeit hat (inklusive der schon in Deutschland oder Österreich lebenden Migranten) muss diese Neuankömmlinge durch höhere Sozialbeiträge und Steuern alimentieren, wodurch sich ein geringeres Potential zur Schaffung (notwendiger) finanzieller Reserven fürs Alter ergibt.

Hinzu kommt der Umstand, dass es sich bei den Zuwanderern oftmals um Menschen mittleren Alters handelt. Nachdem sie die Asylverfahren durch haben und dann nach längerer Wartezeit eventuell eine Arbeit finden, ist diese mit sehr großer Wahrscheinlichkeit sehr schlecht bezahlt. Das heißt: Sie werden mit ihren Steuern und Sozialbeiträgen kaum genug Geld für das Sozialsystem erarbeiten, um die eigenen Kosten abzudecken. Und was erwartet diese Menschen dann im Alter?

Wer mit 30 als Asylbewerber nach Deutschland oder Österreich kommt, wird mit etwas Glück vielleicht mit 35 eine Arbeitsstelle finden. Um in Deutschland eine abschlagsfreie Rente zu erhalten, braucht man jedoch mindestens 45 Versicherungsjahre. Das heißt: Dieser Mensch müsste bis zum 80. Lebensjahr hin arbeiten, damit er (aufgrund seines geringen Lohns) dies erreicht. Und selbst dann wird er (sofern dies dann noch der Fall sein wird, aber wir gehen einfach mal vom Status Quo aus) „aufstocken“ müssen, weil die Rente unter dem Existenzminimum liegt. Auch in Österreich sind normalerweise 45 Versicherungsjahre für die Alterspension notwendig, so dass sich dort ein ähnliches Bild ergibt.

Die Geschichten von einer „notwendigen“ Zuwanderung zum Erhalt des Sozialsystems erweisen sich alleine schon anhand dieser Fakten als eine Mär. Sofern es sich bei den Zuwanderern nicht tatsächlich um gesuchte Fachkräfte handelt, die gezielt angeworben werden und direkt in ein Beschäftigungsverhältnis mit guter Bezahlung übergehen, importieren Länder wie Deutschland oder Österreich lediglich zusätzliche Menschen die von Altersarmut betroffen sein werden. Menschen, die das Sozialsystem garantiert nicht retten werden, sondern vielmehr zu einem deutlich schnelleren Ende der staatlichen Solidargemeinschaft beitragen.

Das ist die Wahrheit, die insbesondere die Fraktion der Befürworter offener Grenzen nicht glauben will. Denn wenn man eine äußerst liberale Zuwanderungspolitik verfolgen will, dann muss man gleichzeitig auch das Sozialsystem als exklusives System verstehen. Handelt man hingegen in Sachen Zuwanderung restriktiv, dann kann man es auch als inklusives System belassen. Doch wer selbst die simpelste Mathematik nicht begreifen will, die hinter solchen Überlegungen steckt, wird bald schon als Totengräber der sozialen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte bezeichnet werden dürfen.

Quelle: contra-magazin.com


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