Top-Ökonomen sehen Ende der Globalisierung gekommen

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Von Redaktion/dts

Die Welt steuert auf eine neue protektionistische Ära zu, so namhafte Ökonomen aus aller Welt. Die Globalisierung stehe zumindest vorerst vor ihrem Ende. Das Scheitern von TTIP sei hierbei nur eines der Symptome.

Weltweit anerkannte Ökonomen sehen das Ende der Globalisierung gekommen. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ in ihrer aktuellen Ausgabe. Das wahrscheinliche Scheitern des Freihandelsabkommens TTIP ist demnach nur eines der Symptome.

„Die Globalisierung, die in den 2000ern blühte, wird seit einigen Jahren abgebremst“, sagte der britische Wirtschaftswissenschaftler Simon Evenett, Professor an der Universität St. Gallen. Als Grund nannte er kompliziertere politische Verhältnisse in der Welt und einen neuen Protektionismus, mit dem Staaten die heimische Wirtschaft bevorteilen: Offene und verdeckte Subventionen, Exportzölle sowie Regeln, die hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland fernhalten. Seit der Finanzkrise, so Evenett, „ist kaum ein Tag vergangen, ohne dass ein Land eine Maßnahme erließ, um heimische Unternehmen zu schützen und ausländischen die Geschäfte zu erschweren“.

Evenett und andere Wirtschaftsexperten vergleichen die derzeitige Situation mit 1913. Kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs endete die erste Phase der Globalisierung. „Damals waren neuer Protektionismus und Nationalismus die Gründe für das Ende der Globalisierung des 20. Jahrhunderts. Und etwas Ähnliches erleben wir derzeit wieder, da gibt es eindeutig Parallelen“, sagt Gabriel Felbermayr, Leiter des Müncher Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft. Ähnlich äußerte sich der renommierte US-Ökonom Jagdish Bhagwati, Wirtschaftsprofessor an der Elite-Universität Columbia. Seiner Ansicht nach zeigen die verfahrenen Verhandlungen um das Freihandelsabkommen TTIP die Gründe auf. „TTIP musste scheitern“, sagte Bhagwati. Zum einen seien die Verhandlungen im Geheimen geführt worden, zum anderen seien zu viele heikle Themen auf einmal verhandelt worden.

„Es waren die ersten Verhandlungen dieser Art, bei denen nicht einmal ich wusste, um was es eigentlich geht.“ Zudem hätten „zweitklassige Unterhändler“ die Verhandlungen geführt, „die sich ihre Forderungen von Lobbyisten in den Block hatten diktieren lassen“. Das gelte vor allem für die US-amerikanische Seite. Die Probleme seien leider symptomatisch. „Wir sehen“, sagte Evenett, „dass die Politiker und Wirtschaftsführer dieser Staaten zwar von einem offenen Handel sprechen, aber die Wirklichkeit ist längst eine andere.“ Viele Versuche, große internationale Abkommen zu schließen, sind gescheitert. Er sehe außer Schweden und ein paar anderen skandinavischen Ländern kaum noch Staaten, die so handeln, wie es in der Blütezeit der Globalisierung weltweit guter Brauch war.

Quelle: contra-magazin.com


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