Von Donald Trump, gesellschaftlichen Veränderungen und der Irrationalität der Finanzmärkte – Teil 2

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Von zwei „Global Playern“, die ein Jahr lang nicht klar kommen werden

Die Zinsen in den USA steigen und das nicht nur seit der Präsidentenwahl. Wie Trump und FED-Chefin Janet Yellen miteinander klar kommen werden bleibt spannend. Trump hat bereits eine Duftmarke gesetzt. Eine zweite Amtszeit von Yellen ab Januar 2018 soll es nicht geben. Die FED ist noch ein unsicherer Kantonist was Leitzinserhöhungen angeht.

Die Märkte nehmen es derweil vorweg, die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe steigt aktuell auf +2,14%. Anfang Juli 2016 waren es im Allzeittiefst +1,36%. Seitdem sind die Staatsanleihenrenditen der USA ordentlich angezogen. Die FED unter Yellen wird konsequenterweise (das übliche Vorgehen) nur nachziehen. Dann sind Zentralbanker auf der sicheren Seite.

Zinsentwicklung – es kann ans Eingemachte gehen

Steigende Zinsen bedeuten definitiv Kursverluste bei festverzinslichen Papieren. Je schneller der Anstieg, je länger die Laufzeit des Papiers, desto größer sind die Kursverluste. Und zwar weltweit, denn steigen die Zinsen in den USA werden die Zinsen in anderen Ländern und Zonen wie der Eurozone steigen müssen. Tun sie das nicht, wird es einen Ausgleich in Form einer Abwertung über die Währung geben. Dann werden beispielsweise die gern zitierten Ölimporte teurer, falls dieser Effekt nicht durch fallende Ölpreise abgefangen wird.

Steigende Zinsen bedeuten Inflation und Inflation scheint für diesen Donald Trump kein Thema. Ohne Inflation kommt kein Unternehmer aus. Die Inflation ist ein „Freund des Unternehmers“, sie gibt und fordert Preisanpassungsspielräume (in Form von Preiserhöhungen). Wenn allerdings das Inflationsgespenst erst einmal aus dem Sack gelassen wird, wird das Chaos an den Rentenmärkten verstärkt werden. Die Zinsen bzw. Renditen steigen dann noch schneller.

Von Obama hat man zum Thema „Zinsen“ recht wenig gehört, das war nicht sein Thema, das hat er anderen überlassen. Oder überlassen müssen. Vielleicht gab es einen Maulkorb interessierter Kreise? Sollte allerdings Donald Trump so richtig lospoltern (es wird spannend werden ob er „zinsdidaktisches Feingefühl“ entwickelt) kann er mit den richtigen krachenden Äußerungen die Rentenmärkte in die Knie und in die Krise zwingen. Und das ganze System gleich mit.

Allerdings würden die Zinsmanipulationen in Form der Niedrigst- und Nullzinsen der Notenbanken aufgedeckt und es würde zur globalen Schuldenbereinigung kommen. Eine äußerst interessante Konstellation einer zu erwartenden Irrationalität tut sich auf.

Hochspannung pur – Trump, steigende Zinsen und eine angeschlagene Bankenbranche

Die Aktienkurse der beiden US-Großbanken Goldman Sachs und JPMorgan schießen nach der Trump-Wahl in die Höhe. Die Goldman-Aktie steigt von 180 USD auf 200 USD, JPM zieht von 70 USD auf 76 USD an. Bemerkenswerte Kurssprünge von +10% sind zu erkennen. Die US-Bankaktien sind  wieder einmal vorschüssig in Bonuslaune. Trotzdem, steigende Zinsen werden nicht die Lieblinge der globalen Bankenbranche sein. Das kann man drehen und wenden wie man will.

Wenn die Schulden der Branche weltweit weniger wert werden und ein erhöhtes Ausfallrisiko droht, zieht man den zweiten Fuß auch noch über den Abgrund. Der erste Fuß schwebt sowieso schon darüber, die Deutsche Bank weiß das am Besten. Verbesserte Geschäfte dürften nicht zu erwarten sein. Wer zahlt freiwillig schon gern mehr Zins? Und die Kreditvergabe wird stocken. Es werden die Kursverluste der Festverzinslichen in der Portfolios der Kundschaft sein, die die Branche auf Trab und unter „Dauerstarkstromspannung“ halten wird.

Verluste hier bei der Kundschaft, Verluste dort im eigenen Portfolio und die Zins-Derivatebomben als Global-Player noch dazu? Wenn die Banken wegfallen gibt es keine Aussichten auf verbesserte Geschäfte mehr. Daher keine Angst vor steigenden Bankaktienkursen, da müßte es schon sehr gute und nachhaltige Gründe geben, die einen Anstieg rechtfertigen. So schnell verschwinden die Probleme einer Branche nicht, die man jahrelang sorgfältig aufgebaut hat.

Wenn der Präsident zum Zinsproblem wird

Kursrückgänge bzw. Kursverluste bei Festverzinslichen treffen die gesamte Finanzbranche. Dazu gehören die großen Kapitalsammelstellen wie Lebensversicherungen. Pensionsfonds zählen dazu, private und institutionelle Investmentfonds, Vermögensverwaltungen und vieles mehr. Jedes Land hat seine „Finanzcharakteristika“, aber der größte Batzen des angelegten Geldes weltweit liegt (ich schreibe dieses Wort ungern, es ist aber äußerst klar im Ausdruck) „alternativlos“ in festverzinslichen Papieren.

Es gibt wenig anderes als diese Festverzinslichen, das ist das Problem. Es ist der Kern des Schuldgeldsystems. Schnelle liquidierbare Märkte wie Aktien sind vom Gesamtvolumen her viel zu klein und auch viel zu spekulativ. Und können auch regulatorisch kein Ersatz sein. Wenn die Zinsen steigen bekommt das globale Finanzsystem ein Riesenproblem. Damit hat Donald Trump ein Problem und er selbst wird zum Problem. Ab einem bestimmten Zeitpunkt werden sich steigende Zinsen zum Selbstläufer entwickeln. Ich denke, die hochmodernen Finanzmärkte mit den Futures- bzw. Terminkontrakten werden das hergeben.

Es sind nicht die wirklich vorhandenen Schulden in Form vorhandener Staatsanleihen, es werden die synthetischen Konstrukte (vor allem Futures) auf diese Art der Anleihen sein, die die Kurse nach unten bringen und die Zinsen steigen lassen. Dazu kommt der Abgabedruck der physischen Ware, der richtigen Papiere. Der Verkaufsdruck verstärkt sich gegenseitig. Welche Effekte von den gern erwähnten (Zins-)Derivatebomben asugehen werden läßt sich schwer beurteilen.

Immobilienpreise: vielschichtige Anpassungen, vielseitige Verwerfungen

Steigende Zinsen werden die Immobilienbranche belasten. Zuerst langsam, dann wird es extrem werden. Das Niedrigzinsniveau hat für Immobilienkreditnehmer einen großen Haken, den der Zinsanpassung (beispielsweise nach zehn Jahren). Oberkante-Unterlippe-Finanzierungen werden bei einem Zinsanstieg und bei einer Zinsanpassung als erste wackeln. Niedrige Zinssätze bei 1%-Tilgungsvarianten strecken die Laufzeit des Kredits. 1% Zins und 1% Tilgung, da kommen 60 Jahre Kreditlaufzeit zusammen, aber der niedrige Zinssatz gilt beispielsweise nur zehn Jahre. Dann wird angespasst.

Als Faustregel sollte man eine 4% – 5%ige jährliche Annuität (Zinssatz in % + Tilgung in % = Annuität) ansetzen um einen entsprechenden Freiraum bei einer Zinsanpassung zu haben. Aus einer 2%- Zins- und 3%-Tilgungsvariante kann bei einer Anpassung immer noch ein 4%-Zins- und 1%- Tilgungskredit werden. Das ist ärgerlich hinsichtlich der verlängerten Laufzeit, aber keine zusätzliche Belastung. Höhere Zinsen werden ordentlich auf den Immobilienmarkt durchschlagen.

Der „Hype“ und die übertriebenen Grundstücks-, Haus- und Wohnpreise der Gegenwart werden sich auf ein Normalniveau zurückbilden. Das ist ein ganz normaler Zyklus. Ich erinnere mich an die Geschichte einer Arbeitskollegin, deren Mann in der Immobilienbranche in Berlin beschäftigt war. Dort kannte man diese Zyklen ganz genau. Zuerst brachte man als „in der Immobilienbranche Tätiger“ die Objekte an die Frau oder den Mann. Waren diese von den Käufer nicht mehr finanzierbar, kaufte man wieder zurück. Dann begann das Spiel von vorn.

Ein Blick auf die Kurse börsengehandelter Immobiliengesellschaften

Die Aktienkurse der börsengehandelten Immobiliengesellschaften zeigen schon etwas an. Die Kurse kommen von Allzeithochs zurück. In der augenblicklichen Situation kann das alles werden. Eine vorübergehende Bereinigung der Höchstkurse oder bereits das Anfangsstadium eines Abwärtstrends. Angesichts der Übertreibungen und charttechnischer Konstellationen ist eher Zweiteres zu befürchten.

Ein Blick auf ausgewählte Immobilienaktien in Deutschland wie Vonovia (als Vergleich: mit etwa 400.000 eigenen und für Dritte verwalteten Wohnungen ist V. das größte Wohnungsunternehmen und der größte private Vermieter Deutschlands), Deutsche Wohnen, LEG Immo oder Patrizia Immo ist lohnenswert um Entwicklungen an diesen Märkten zu erkennen. Aber auch die aktuellen Zinskonditionen und die Verfügbarkeit der Mittel (wie verhält sich die Bank bzw. der Kreditgeber in der aktuellen Marktsituation?) sollten beachtet werden.

Zur Verfügbarkeit mobiler und immobiler Geldanlagen

Das genannte Bespiel ist für den deutschen Markt relevant. In den USA ist das „Kreditkonstrukt“ anders. Aber überall auf der Welt sind die Immobilienpreise in die Höhe geschossen. Rückgänge bei den Immobilienpreisen werden daher ein weltweites Phänomen werden, lokal begrenzt wird das nicht ablaufen. Vom Problem der Sicherheitenstellung und Sicherheitenbewertung will ich hier gar nicht sprechen.

Es sei noch auf einen grundlegenden Unterschied zwischen „mobilen Geldanlagen“ und „immobilen Geldanlagen“ hingewiesen. In funktionierenden mobilen „Geldanlagemärkten“ wie in Deutschland haben Sie bei einem Verkauf Ihrer Aktien oder Festverzinslichen Ihr Geld „Schlußtag plus zwei Geschäftstage“ liquide zum vereinbarten Verkaufskurs auf dem Konto. Auch in einer Krise, aber zum vereinbarten Kurs. Der kann zwar schlecht sein, ist aber schnell vereinbart und gilt. Bei einem Immobilienverkauf können Sie in der Regel länger auf Ihr Geld warten. Das geht nicht „Schlußtag plus zwei Tage“. Das dauert und hängt schon davon ab, wann der Notar einen Termin zur Beurkundung frei hat.

Ölpreise – keine Reaktion auf Trump

Den Ölpreis hat die Trump-Wahl überhaupt nicht tangiert. Mitte Oktober kostete ein Barrel der Marke Curde Brent North Sea um die 53 US-Dollar, dann ging der Preis in den ersten Novembertagen bis auf ein Mittel von 46 USD zurück. Am Freitag (11.11) werden zum Schluß 44,52 USD auf meinem Bildschirm angezeigt. Wo bitte ist da eine Krise?

Vom trump’schen Weltuntergang keine Spur. Währungen von Ländern wie Rußland oder Brasilien, die vom Erdölexport und vom Erdölpreis abhängig sind, haben auf das Ergebnis der US-Wahl nicht reagiert. Der aktuelle Anstieg des US-Dollars von 63,80 russischen Rubeln auf 65,80 RUB und des brasilianischen Reals von 3,25 BRL auf 3,39 BRL ist mehr der Freitagsbewegung und dem Rückgang des Ölpreises geschuldet als der Wahl Donald Trumps.

Edelmetallpreise – Die Gunst der Stunde wird für Drückungen genutzt

Der Goldpreis schnellte am Wahltag bis auf 1.340 USD in die Höhe, das war aber nur ein kurzfristiger Effekt. Der Freitagsschluß lag bei 1.228 USD für die Unze Gold. Der Silberpreis schließt bei 17,35 USD, die Unze Silber geht von einem kurzfristigen vorher erreichten Mittel von 18,50 USD um gut einen Dollar zurück. Für die physischen Edelmetallinvestoren sind diese Preissprünge und Preisrückgänge zermürbend, gerade deshalb weil sie mit der Präsidentenwahl einhergehen. „Gibt es unter Präsident Trump keine Geldkrisen mehr?“, fragt man sich.

Der Amtsantritt für Donald Trump ist am 20. Januar 2017. Es entsteht durchaus ein Machtvakuum. Der scheidende Präsident wird seinem Nachfolger keinen leichten Start hinterlassen. Obamas Aktenvernichter werden bis dahin auf Hochtouren laufen. Die Preisrückgänge bei den Edelmetallen sind den Terminbörsen geschuldet. Das Umfeld war günstig nach der Wahl nachdem man gesehen hat, wie die Edelmetallpreise reagieren. Deshalb war es für die Preisdrücker an den Terminbörsen ein Leichtes ordentlich auf die Preise zu hauen.

Es mag noch zusätzliche Faktoren geben, aber die kräftigen Drückungen sind deutlich zu erkennen. Nur ändert das nichts an der Gesamtsituation. In genanntem Vakuum können nämlich die Zinsen steigen und dann wird sich das Preisgeschehen bei den Edelmetallpreisen wenden. Somit könnten die rückläufigen Preise nur kurzfristiger Natur sein. Schließlich zeigen niedrige Edelmetallpreise offiziell keine Krise an und die Masse der von der Wahl irritieren Bevölkerung wäre zunächst beruhigt. Die physischen Gold- und Silberanleger, die schon lange den Markt beobachten, wird es freuen. Man kauft günstig nach.

Quelle: Der Bondaffe


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