O’zapft is’ – Oktoberfest 2016 – Oans, zwoa, Veränderung

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Das O’zapft is’-Ritual

Samstag, 17. September 2016 – 12:00 Uhr – München-Ludwigsvorstadt, Theresenwiese. Ein einzigartiges, sonderbares Ritual wiederholt sich Jahr für Jahr in einem der riesigen Festzelte, die auf dem „Festgelände Theresienwiese“ aufgebaut sind. Der Oberbürgermeister der Stadt, in diesem Jahr ist es Dieter Reiter von der SPD, eröffnet offiziell mit dem Anstich des ersten Fasses Wiesnbier das alljährlich stattfindende Oktoberfest. Heuer ist es die Nummer 183. Der OB steht unter Performancedruck. Für einen erfolgreichen Anstich wird erwartet, daß er das Fass mit zwei Schlägen anzapft – und die ganze Welt schaut zu! Es ist magisches Ritual, das mit den Worten „O’zapft is’“, gefolgt von „Auf eine friedliche Wiesn!“ und einem hoffentlich erleichterten, unblamierten Oberbürgermeister (was die Anzahl der Fassanschläge angeht) eingeleitet wird. Das Ritual geht weiter in dem die erste Maß traditionell, ob schlecht eingeschenkt oder nicht kann man im steinernen Keferloher Maßkrug nicht erkennen, heuer an den bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer überreicht wird. Ministerpräsident und Oberbürgermeister stehen sich gegenüber, nehmen als Zeichen der Einigkeit und Geschlossenheit die Krüge in die Hand, schlagen diese aneinander und nehmen darauf den ersten, erleichternden Schluck des magischen, bewußtseinsverändernden Gebräus.

Gehen Sie hin wenn es Ihr Bedürfnis ist

Gleich vorab liebe Leserin und lieber Leser! Ich will Sie nicht daran hindern oder will Sie aufhalten auf das Münchner Oktoberfest zu gehen. Sie werden ihre Gründe haben. Gehen Sie hin, amüsieren Sie sich und lassen sich anstecken von dieser eigenartigen Atmosphäre die dort herrscht. Ich kenne das alles und kann es gut nachvollziehen. Ich war ihr oft genug erlegen. Ich war dem Charme und der Magie der Wiesn erlegen. Aber schon seit ein paar Jahren hat sie keine Anziehungskraft mehr auf mich. Beim Schreiben dieser Zeilen wird mir gerade bewußt, wie magisch, wie rituell (mit dem Wort „traditionell“ ausgedrückt) dieses Fest wirklich ist , in dem ein Teil der Besuchermasse aus allen Ländern der Welt, Alkohol in XXL-Ein-Liter-Humpen über ihre verträglichen Maße konsumiert

Oans, zwoa, Veränderung

Als echter Münchner kenne ich das alles schon seit meiner Kindheit. Ich habe die 50er Marke schon länger überschritten, das bringt einen langen zeitlichen Rückblick mit sich und vor allem Vergleiche. Ich sehe die Veränderungen nicht nur, ich spüre sie. In der heutigen Zeit, im Jahr 2016 ist das keine große Kunst mehr zugegebenermaßen, heuer werden die Veränderungen nur sichtbarer.

Spiegelbild des Systems

Das Oktoberfest, die sogenannte „Wiesn“, ist in unserer heutigen Zeit ein Abbild „des Systems“ geworden. Es muß im Prinzip ein Spiegelbild des Systems sein, denn verehrt wird der Götze „Geld“, der Götze „Mammon“. Das mag kaschiert werden mit jahrhundertealten Traditionen, dem „symbolischen“ Trachtenumzug und den Einzugsfeierlichkeiten der Wiesnwirte. Oder allein der Einzigartigkeit dieses Festes auf der Welt an sich und anderen zum Staunen bringenden Erklärungsversuchen. Aber für die, die auf der Wiesn ihre Geschäfte betreiben, sagt das System ganz deutlich: „Hier kannst du in vierzehn Tagen soviel Geld verdienen, wie in einem viertel, halben oder ganzen Jahr! Und halte Dich an unsere Regeln!“ Das ist die Botschaft, die alle kennen, das setzt auch die Stadt München um (einschließlich Bewerbungsverfahren) und bittet in absoluten Geldbeträgen gesehen ordentlich zur Kasse. Bei der Lagebeurteilung als Außenstehender tut man sich allerdings schwer. Es scheint, als würden alle viel zu wenig verdienen. Vom kleinen Standlbetreiber bis zur großen Stadt und allen dazwischen, die von den Vergnügungs- und Trinksüchtigen zehren. Man hält sich bedeckt. Das mag der bayerischen Mentalität geschuldet sein. Trotz des Promi-Images das München genießt und das offen zur Schau getragen wird, gehört es zur bayerischen Mentalität in geschäftlichen Dingen wehzuklagen und zu jammern, auf das sich die Balken der Wiesnzelte biegen.

Das System sagt „Transparenz“

Wer sich damit abfindet, der ist zufrieden. Praktiziert wird „Öffentlichkeitstransparenz“. Das ist die Transparenz, die gebraucht wird, um das Volk zufrieden, sprich „in den Frieden“ zu stellen. Der neue Sicherheitszaun um die Wiesn ist ein typisches Beispiel hierfür. Verborgene Maßnahmen (ich würde gerne wissen, wieviele Überwachungskameras und Webcams auf der Wiesn wirklich installiert sind?) gibt es mehr als wir alle ahnen, sind aber nicht Teil der Transparenz. Das Wort „Transparenz“, das stellt man in den Raum, dann kommt nicht mehr viel, das erklärt sich von selbst.

Der Anschlag auf das erste Fass

Der traditionelle Wiesnanstich findet im Festzelt „Schottenhamel“ statt. Eines der größten Zelte am Platz mit viel Tradition. Letztes Jahr habe ich mir den Anstich im „Fernsehen“ (eigentlich „Bilderschau“, „Fern-Sehen“ ist etwas anderes) angesehen. Das ist mittlerweile eine ganz große Show geworden. Beim genaueren Hinsehen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, als hätte man den „Anstichplatz“ verlegt, sprich im Zelt „abgeschottet“. 1950 war der erste Fassanstich durch den damaligen OB Thomas Wimmer ein Eröffnungsakt, der dem Kriegsende geschuldet war. Was wir heute sehen ist nicht einmal mehr Show, es ist eine Inszenierung. Aus „Sicherheitsgründen“ kann man es mit ausgewähltem, klatschendem, lächelndem Personal und Publikum und entsprechenden Live-Einspielungen durchaus im Fernsehstudio inszenieren. Die Bilder, die uns dargeboten werden, werden uns äußerst geschickt präsentiert. Ich kenne meine Landsleute, die können das.

Sicherheit gestern und heute

Um die Menschen auf das „Fest der Volksfeste“ zu locken, muß „Sicherheit“ vorgegeben, sprich „suggeriert“ werden. Was ist Sicherheit? Ich denke zurück an die 1980er Jahre, an die 1990er. „Sicherheit“ mußte damals nicht geschaffen werden, „Sicherheit“ war da. Selbst der Bombenanschlag vom 26.09.1980 am Haupteingang hatte in den darauffolgenden Jahren nicht die offensichtlichen Auswirkungen auf Sicherheitsmaßnahmen, die man heute im Vorfeld beobachtet. Sicherheit war da, ich fühlte mich sicher. Ich selbst ging nie auf die Wiesn mit einem mulmigen Gefühl ein Anschlag könnte geschehen. Natürlich wurde schon damals durch die Organe Sicherheit garantiert. Es war nur anders fühlbar, kaum wahrnehmbar. Heute ist alles anders. Jetzt gibt es einen hochmodernen Flexi-Sicherheitszaun, der sich innerhalb von 50 Sekunden aufrollen läßt. Offiziell gibt es 13 (!) Eingänge („früher“ konnte man die Wiesn aus allen vier Himmelsrichtungen betreten), Rücksäcke sind dieses Jahr generell verboten und Taschen mit über drei Litern Fassungsvermögen ebenfalls.

Die Erklärung: Das Sicherheitspaket

Was wird gemacht? Ein Sicherheitspaket wird uns verkauft, ein Sicherheitskonzept wird uns angeboten, um uns auf die Wiesn zu locken. Man tut so, als könnte man Sicherheit garantieren, wo ein jeder weiß, daß sie nicht da ist. Die Sicherheit von damals gibt es nicht mehr. Man ist sich nicht zu schade, beliebte Kabarettisten und Künstler als Zugpferde für das Ereignis einzuspannen. Warum eigentlich, vor was hat man Angst? Das läuft auf eines hinaus: das „System“ könnte ins Strudeln geraten, die Geldmaschinerie stockt und läuft nicht mehr rund. Die Abhängigen des Systems bangen um ihre Pfründe, es hatte doch jahrelang alles so gut geklappt.

Andere Zeiten – ruhigere Zeiten

Ich hatte das Glück andere Wiesnzeiten kennengelernt zu haben. Es gab diese Zeiten und im Verhältnis zu den 182 stattgefundenen Wiesnereignissen ist es gar nicht so lange her. Mitte der 1990er Jahre begann das, was ich als die Ballermann-Wiesn bezeichne. Es war die Zeit des Beginns des „Reportage-Fernsehens“ in den Privatfernsehsendern. Irgendeiner fing mit diesem Konzept an, die anderen folgten und über die Jahre hinweg wurden uns neue kurzweilige, aufregende Folgen ausgedehnter Oktoberfestreportagen präsentiert. Und die Alten dazu. Die damalige junge Generation nahm das freudig auf (sie kannte nichts anderes und schuf/praktizierte/erwartete etwas Neues) und die Veränderungen begannen.

Selbstgewähltes Gefängnis „Bierzelt“

Selbst für eingefleischte Wiesngeher wie mich war das etwas Merkwürdiges. Plötzlich konnte man am Abend die Bierzelte nicht mehr verlassen. Man war eingesperrt oder man kam nicht mehr hinein. Das Vergnügen war dahin, ein Spezl beklagte sich, das er mit seinen ausgewählten weiblichen Wiesnbekanntschaften nicht mehr in die Geisterbahn konnte (was immer er auch dort gemacht hat?) Es war Veränderung, die gesellschaftliche Veränderung fand hier deutlichst statt, genauso wie die Veränderung jetzt wieder stattfindet.

Übertreibung und Gier

Die Veränderungen schufen Übertreibungen die eingedämmt werden mußten. Ich erinnere mich noch, als ich Anfang der 90er frisch in meiner neuen Firma mit allen Kollegen am Freitag nachmittag auf die Wiesn ging. Geschäftsfreunde waren eingeladen und es wurde von der Firma im Zelt alles bezahlt. Das war stets so gewesen. Ein paar Jahre später bekamen das Personal und von der Firma eingeladene Geschäftsfreunde nur noch Bier- und Essensmarken. Das war kein Wunder, wenn man (anschaulicherweise) eine Maß Bier halb antrank und sich dann auf Firmenkosten eine neue bestellte. Großzügigkeit wurde mißbraucht. Heutzutage muß man froh sein, überhaupt noch Bier- und Essensgutscheine von der Firma zu erhalten.

Die Veränderungen zum Restriktiven waren überall

Selbst vor der Wiesn, während der Zeit des Bierzeltaufbaus die alljährlich Mitte Juli beginnen. Die Arbeiterkantinen waren nicht nur für die Arbeiter auf der Wiesn da, sie waren auch bei den umliegenden Firmen zur Mittagszeit sehr beliebt. Jahrzehnte funktionierte dieses System, bis Heerscharen sonnengebräunter Rentner, die den Charme der Vor-Wiesn-Zeit bei günstigen Versorungspreisen erkannt hatten, dafür sorgten, daß die Wiesnarbeiter und Beschäftigten für ihr Essen ein halbe Stunde anstehen mußten. Das ging nicht, der Spaß wurde beendet, ein Zaun kam und so war es nicht mehr möglich, selbst am Wochenende über das Gelände zu schlendern und das inspirierende Vor-Wiesn-Gefühl zu genießen.

Mitte der 90er hat ein Ruck stattgefunden

Vielleicht waren viele der Beteiligten der Idee des ewig währenden Wachstums verfallen? Die deutsche Einheit war vollzogen. Der erste Aktienboom dauerte in Deutschland bis März 2000 an. Zig Faktoren kamen sicherlich hinzu, heute blicke ich zurück und erblicke die Potenzierung des Kommerz. Die Gier hat sich damals auf magische Weise in den Köpfen potenziert. Die Zeit und das kollektive Denken gaben das her.

Wie war das früher?

Es gibt Möglichkeiten in die frühere Wiesn-Vergangenheit zurückzublicken. Etwas Lebensgefühl aufzunehmen. 1951 drehte man in den Bavaria-Studios in München einen Film mit bekannten deutschen Volksschauspielern. Im Dezember des gleichen Jahres war Premiere für „In München steht ein Hofbräuhaus“. Zum Inhalt des Films finden Sie auf diesem Link mehr. Der Film spielt u.a. auf dem Oktoberfest der Nachkriegszeit mit vielen Originalbildern und Eindrücken. Bezeichnend die Szene (bei 1:03’:50’’) wie die damalige Polizei mit betrunkenen Autofahrern (hier sogar mit einem Wiesn-Wirt) umgegangen ist. Merkwürdigerweise findet man diesen Film im einschlägigen Einzelhandel in der Münchner Innenstadt in der Rubrik „Bavarica“ überhaupt nicht. Er wäre ein echtes Aushängeschild früherer Wiesn-Zeiten. Humoresk übertrieben vielleicht, aber ein Abbild der Zeit. Man will es wohl vermeiden, man könnte die Menschen auf andere Gedanken bringen. Aber schauen Sie in die Gesichter der Oktoberfestbesucher zu dieser Zeit. Da ist eine völlig andere Stimmung vorhanden.

Es geht weiter mit den Veränderungen

Die Welt hat sich weitergedreht, die Wies’n hat sich verändert, ich habe mich verändert. Ich sehe die Welt heute mehr unter magischen Gesichtspunkten (wobei ich das Wort „magisch“ für die „Kunst der willentlichen Bewußtseinsveränderungen“ heranziehen möchte). Vieles ist Magie, Kirchen sind beispielsweise „pure Magie“ und viele Menschen scheinen sich dieser Bewußtseinsveränderungen „bewußt“ zu werden. Gerade deshalb, weil sich unsere Welt so sehr und so schnell verändert. Wenn Ihnen das Wort „Magie“ (noch) nicht zusagt, ersetzen Sie es durch das Wort „Bewußtseinsveränderung“.

Ein magischer Ort

Die Wiesn, das Oktoberfest, ist ein extrem magischer Ort. Wenn, wie in 2015, 7,3 Millionen konsumierte Maß Bier keine bewußtseinsverändernden Wirkungen bei den Konsumenten hervorrufen, hat die Magie ihre Wirkung eingebüßt. Gestorben wird für die Wiesn sowieso. 114 Ochsen, 50 Kälber und über 500.000 Hühner (ohne Enten etc) ließen ihr Leben für 14 Tage Magie und Oktoberfestflair. 59.000 Schweinshaxn wurden verzehrt, das dürften dann an die 12.000 Schweine gewesen sein die man zusätzlich noch benötigt hat. Welche Kräfte wirkten in den Wiesn-Besuchern, wenn 21 verloren gegangene Kinder von den Mitarbeiterinnen der Kinderfundstelle des BRK-Kreisverbandes betreut wurden? Eine „Kammer des Schreckens“ gibt es, der Eintritt ist übrigens frei. Gehen Sie ins Fundbüro und sehen Sie sich verlorengegangene Dinge an. Das Schlüsselboard mit verloren gegangenen Schlüsseln hat sehr viel Magie, denn wer beispielsweise einen wirklich großen Schlüsselbund mit vielen Schlüsseln verloren hat, geht durch große Bewußtseinsveränderungen. Wer magisch (hier vorausschauend) denkt, nimmt daher nur benötigtes Geld, eine Fahrkarte, den Personalausweis und das Ersatzhandy auf die Wiesn mit. Manche Leute bezeichnen das als gesunden Menschenverstand.

Diese Bierzelte, diese Bierhallen!

Das Wiesnportal der tz München, www.oktoberfest-live.de spricht gar von Biertempeln. Wir huldigen dem Bier, wir huldigen einer bewußtseinsverändernden Droge namens Alkohol. Wieder vorab, Sie können soviel trinken wie sie wollen, aber bedenken was Sie tun? Wenn es zuviel ist, kann man nicht mehr klar denken und man kann gerade auf dem Oktoberfest in Situationen geraten, die man nicht mehr bewußt kontrollieren und kaum steuern kann. Selbst fliegende Maßkrüge soll es geben, die manchmal einen menschlichen Schädel als Ziel auserwählen. Dann wird es „systemisch“, denn das System wartet schon. Der Krankenwagen mit den Notärzten ist stets bereit. Alkohol am Steuer? Ein eingezogener Führerschein kostet den Beteiligen viel Geld und Zeit. Man gibt dem System Energie, hält es am Laufen.

Keine Rituale ohne Musik

Konsumrituale lassen sich mit Musik leichter durchführen. Die Trinkrituale werden initialisiert durch – Musikkapellen. In der Bierzeltmitte spielen die Musikkapellen auf deutlich erhöhtem Podest und vom Publikum abgegrenzt auf. Jedes Jahr beginnt die Suche nach dem Wiesnhit des Jahres aufs Neue, obwohl der heimliche Wiesnhit bereits im Jahr 1912 seinen Siegeszug antrat und seitdem ungeschlagen und unerreicht ist. Magie ist die höchste Form der Massenpsychologie (lassen Sie den Textteil „ssenpsycholo“ einfach einmal weg, dann wird einiges klarer) und Massenpsychologie funktioniert am besten mit stetigen Wiederholungen. Es gibt nur ein Lied, im Englischen nennt man es „Jingle“, im Deutschen würde man Erkennungsmelodie sagen, das querbeet in allen Festzelten stetig und dauerhaft wiederholt wird und zum Konsum anregt. Alle Oktoberfestbesucher kennen es, weil sie es irgendwann einmal hören werden oder schon zigfach gehört haben. Es ist „Ein Proosiiittt der Gemütlichkeit“. Das Bierbeschwörungsritual endet zu fortgerückter Stunde mit einem betörenden, grölenden „Oans, zwoa, gsuffa“ der Massen, von dem das ganze Zelt erfasst wird.

Hier gibt es nur Alkohol

Alkohol ist ein bewußtseinsveränderndes Mittel. Ein Nervengift sowieso. Eine Droge ohnehin, deren Konsum beim Oktoberfest gewissen (magischen) Spielregeln unterworfen ist. Gegen Drogen geht man durchaus hart vor, öffentlichkeitswirksam wird der Genuss von Tabak (sprich Nikotin) aus den Tempeln verbannt. „Die Volksgesundheit geht vor“ möchte man meinen, aber es ist die pure Umkehrung. Richtige sonstige Rauschgifte (also die üblichen Verdächtigen natürlicher wie synthetischer Natur) scheint es auf der Wiesn nicht zu geben. In der Mainstreammedien findet man hierzu keinerlei Berichterstattung. Ein früherer Arbeitskollege erzählte mir einmal, daß er einer Einladung eines weltweit tätigen Wertpapierdienstleisters auf die Wiesn gefolgt sei. Zu vorgeschrittener Stunde wurde dann im exklusiven Kreis im exklusiven Zelt ein weißes Pulver konsumiert, daß der Bewußtseinserweiterung dient. Mir war sofort klar, was er meinte. Nämlich „Schnupftabak“. Gewöhnlicher Schnupftabak wird also in amerikanischen Investmentfirmen konsumiert. Oder dachten Sie an etwas anderes?

Die Biertempel bleiben allein dem Genuß des „bayerischen Grundnahrungsmittels“ Bier vorbehalten. Etwas anderes kommt nicht in die Tüte bzw. in die Schupftabakdose. Die Umkehrung der Tatsachen ist aber pure Magie. Man muß es nur glauben. Auf der Wiesn wird kein Koks konsumiert. Ausgeschlossen, davon steht nichts in der Zeitung.

Es gibt so viele kleine Geschichten

Viel mehr gäbe es berichten, etwa die Geschichte eines Freundes meines Sohnes, der meinte, einem Türsteher in betrunkenen Zustand seine Meinung sagen. Der Türsteher (als Vertreter des Systems) hat nicht lange gefackelt und zugeschlagen. Die Folgen für den Freund meines Sohnes (Handverletzung, Anzeige etc) nähren das System.

Ich habe wirklichen Respekt vor diesem Spektakel

Mit dem Wissen von jetzt ist es für mich vorbei mit lustig. Wir näheren uns großen Veränderungen. Maßnahmen manifestieren sich. Der Wiesnzaun und die begrenzte Zahl an Eingängen ist die offensichtlichste Manifestation. Nicht nur im Zelt „schottet“ man sich ab, auch das Gelände wird abgeschottet. Es wird „abgegrenzt“ vom Territorium. Es wird ein eigenes „Terr“-itorium erschaffen, es ist nichts mehr frei. Ich bemerke „die Magie“, die vor sich geht. Bewußtseinsveränderung geht vor, materialisiert sich als Zaun, in dem ich vorher nie Gedachtes akzeptieren soll. Allein der Aufbau eines Zauns sollte dem Besucher vorab zu denken geben. Was geschieht und warum geschieht es?

Faszination Wiesn

Wer einmal auf dem Oktoberfest war, weiß um die Veränderung, die in den Menschen vor sich geht. Ich habe Menschen kennengelernt, die konnten instinktiv nichts damit anfangen. Andere waren von diesem Spektakel derart fasziniert, daß man meinen konnte, sie wären ihm verfallen. Das sind diejenigen, die 14 Tage Urlaub nehmen und diesen auf der Wiesn zum Vergnügen verbringen.

Das Gewand macht es aus, es gehört unbedingt dazu

Ich möchte noch erwähnen, daß jede Magie Gewänder braucht, entsprechende Kleidung. Die bayerische Tracht eignet sich hier vorzüglich. Die Umkehrung ist präsent, denn was als Tracht getragen wird, sieht größtenteils nach bayerischer Tracht aus, ist es aber nicht. Diejenigen, die richtiges Brauchtum ausüben, wissen um die besondere Kraft ihrer eigenen Tracht. Auf dem Oktoberfest wird gewöhnlich „Tempeltracht“ getragen. Eine Huldigung an den Gerstensaft und die abendliche Ballermanngemütlichkeit. Das System hat dazu eigene Trachtengeschäfte, die beispielsweise geraume Zeit vor der Wiesn öffnen. Die junge Generation wird dabei angesprochen und sieht dabei wirklich schick aus. Ich gönne das den jungen Menschen. Aber es bleibt, was es ist. Hauptsächlich ein schnell austauschbares Ausgehgewand für die Wiesn, mehr nicht. Ich habe erlebt, wie eine Traube junger Menschen (ich spreche hier von hunderten Menschen) an einem Freitag morgen um 8 Uhr in Tracht vor einem Bierkonsumtempel auf Einlaß warteten. Was für eine Magie, was für ein kollektives Denken! Nur um sich be“rauschen“ und ver“g(e)nügen“ zu können. Alles in unterschiedlichem Gewand, alles anders aussehend und doch kollektiv handelnd und in eine Richtung (Bierzelteingang) ausgerichtet und Einlass be“gehrend“.

Einmal anders sein

Eine besondere, einzigartige Magie der Wiesn besteht für die Menschen darin, anders zu sein als sie wirklich sind. „Einfach einmal woanders die Sau rauslassen!“, warum nicht? Die Verkleidung, das Wiesngewand auf dem abgegrenzten Territorium, gibt das her. Es verwandelt die Persönlichkeit. Egal woher die Menschen kommen, aus Deutschland oder naheliegend aus Italien, aus Übersee wie den USA oder Australien. Wenn man dem Trinkkollektiv im Tempel beigetreten ist, am besten im richtigen Gewand, ist man in einer anderen Welt. Dabei spielt die sexuelle Komponente eine große Rolle. Könnte man diese Sexualkomponente in einem Bierzelt zu fortgeschrittener Stunde visuell sichtbar machen, würden wir aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Allerdings kommt in keiner Statistik vor, wieviele Ehen, Verlobungen und Freundschaften durch einen Wiesnbesuch in die Brüche gingen und gehen werden. Sie ahnen es schon was ich sagen will. Jede Trennung nährt das „System“. Es erzeugt Geldströme verschiedenster Natur und gibt Teilen des Systems eine Daseinsberechtigung.

Jedes Jahr neue restriktive Veränderungen

Die „Wiesn“, das Oktoberfest, wird sich weiter verändern. Die Sicherheitsbehörden dürften unter Volldampf stehen, die „friedliche Wiesn“ bleibt eine Option. Magie ist wieder im Spiel, denn der kollektive Wunsch ist da, daß „nichts Außergewöhnliches“ (in Form eines Anschlags) passieren soll. Die Kontrollen werden sich verändern und man muß sich bewußt sein, in was man sich begibt. Wer das Gelände „ordentlich“ und unauffällig verläßt hat nichts befürchten. Was den übermäßigen Alkoholgenuss angeht wird es kritisch. Jeder Mensch reagiert unter Alkoholeinfluß anders und wer Pech hat und sich in eine verhaltensauffällige Situation mit dem ordnungschaffenden Personal an den Ein-/Ausgängen bringt, kann sich am nächsten Tag an nichts mehr oder wenig erinnern. Auf einer „freien Wiesn“ ohne Zaun konnten sich derlei Ereignisse weniger manifestieren. Man darf gespannt sein, wie sich Austrittsszenarien darstellen, wenn viele Besucher durch die gleichen Ausgänge wollen? Schließlich wird um 22 Uhr der Bierausschank beendet und wer das voll gedrängte Szenario am U-Bahnhof Theresienwiese nach oder um diese Zeit kennt, weiß von was ich schreibe.

Herausforderung Oktoberfest – Ich mache einen Haken dran

Letztendlich, als ehemaligen stetigen Wiesnbesucher sehe ich mich als „alten Wiesnknochen“. Beruflich und privat war ich oft „draußen“ auf dem Oktoberfest, jetzt gibt es mir nichts mehr ab. Die Anziehungskraft hat sich aufgelöst und dafür bin ich dankbar. Gerade beruflich habe ich so viele Dinge gesehen und war mit Ereignissen konfrontiert, bei denen man um keine Wiederholung bittet. Natürlich gab es auch viele schöne Dinge, aber ich selbst brauche die „Herausforderung“ Oktoberfest nicht mehr. Ich mache einen großen Haken dran und gut ist’s. Das Fest hat keine Macht mehr über mich, es zieht mich nicht mehr an.

Zwei Geschichten in vier Sätzen

Selbst ehemalige Wiesnwirte wie Sepp Krätz vom damaligen Festzelt „Hippodrom“ gehen nicht mehr auf die Wiesn. Er ist mit einer besonderen From der Wiesn-Magie in Berührung gekommen, den ungeschriebenen Gesetzen. Wer auf die Magie von Maßkrügen setzt kann sich neben dem offiziellen Wiesn-Maßkrug noch den speziellen Wiesn-Maßkrug 2016 des Hofbräuzelts ins Bierkrugregal stellen. Für die Gestaltung ist dieses Jahr der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verantwortlich.

Amüsieren Sie sich, aber…

Trotzdem halte ich niemanden auf, denn man soll niemand die Freude auf dieses Fest nehmen. Es gibt wirklich viele Menschen, die sich darauf freuen. Sie haben ihre Gründe. Gehen Sie auf das Oktoberfest und freuen Sie sich, amüsieren Sie sich wie es Ihnen gefällt. Bedenken Sie aber, daß es gerade wegen des bewußtseinsverändernden Alkohols Dinge passieren können, die man nicht erwartet. Passen Sie daher gut auf sich und Ihre Lieben auf. Dieses Fest ist auf einer ganz besonderen Basis ein gewaltiges energetisches Systen.

Schutz

Über all dem thront die Bavaria als Schutzpatronin Bayerns. Nur gut, dass die Wenigsten wissen, aus welchem Material der Kopf der Bavaria gegossen worden ist.

Quelle: Der Bondaffe


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