Abtreibungsdebatte: Von wegen Gebärzwang, sagt doch einfach „Nein heißt Nein!“

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Nicht nur in den USA ist die Abtreibungsdebatte wieder aufgeflammt, auch bei uns geht es zurzeit rund.

Im letzten Jahr sorgte ein Beschluss der polnischen Regierung für einen Aufschrei der Feministinnen, die Abtreibung für ein Menschenrecht halten – ich kann gar nicht sagen, wie mich diese kaltherzigen widerwärtigen Furien anekeln – es geht um das Leben von Kindern.

Der Chefarzt einer norddeutschen Klinik hat neulich entschieden, dass in seiner gynäkologischen Abteilung keine Abtreibungen (außer aus medizinischen Gründen) mehr vorgenommen werden – auch nicht von anderen Ärzten. Das Verbot stieß in den Medien und vor allem bei „Pro Familia“ und Teilen der Politik auf heftige Kritik. Der NDR und „Pro Familia“ sprachen in einem Bericht wie üblich von dem angeblichen „Recht auf Abtreibung“, das es aber so in Deutschland nicht gibt.

Der Streit führte zu einer Petition, in der die Hintergründe erläutert werden:

Sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,

in Deutschland werden jährlich über 100.000 Kinder im Mutterleib getötet – obwohl eine Abtreibung rechtswidrig ist und gemäß dem Bundesverfassungsgericht „für die ganze Dauer der Schwangerschaft grundsätzlich als Unrecht angesehen werden“ muss. Deswegen fordern wir – die Unterzeichner dieser Petition – Sie dazu auf, dafür zu sorgen, dass gemäß dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts das Leben ungeborener Kinder wieder umfassend geschützt wird. Chefärzte müssen das Recht haben zu bestimmen, dass in ihrer gynäkologischen Abteilung keine Abtreibungen vorgenommen werden. (http://www.aufruf-lebensrecht.de/)

Der Paragraph 218 regelt die Ausnahmen bei der Abtreibung, worunter nicht nur medizinische Gründe, sondern auch „soziale“ Gründe fallen, aus denen bei entsprechender Beratung eine Schwangerschaft theoretisch bis zum Geburtstermin „unterbrochen“ werden darf.

Gibt es in einer aufgeklärten Gesellschaft mit allen Möglichkeiten zur Verhütung tatsächlich noch „ungewollte“ Schwangerschaften? Wenn eine Frau nicht will, dann soll doch „Nein heisst Nein!“ gelten. Eine Pflicht zum ehelichen Beischlaf gibt es auch nicht mehr – warum also sollte es dann noch ein „Recht“ auf Abtreibung geben? Zu den Rechten gehören auch Pflichten – im Umgang mit Leben bedeutet das vor allem Verantwortung übernehmen.

Ich habe gut mein halbes Leben im sozialen Bereich mein Brot verdient, davon viele Jahre in der Arbeit mit Behinderten. Die meisten schweren Behinderungen entstehen bei Komplikationen während der Geburt oder schweren Krankheiten im Säuglingsalter. Eine der häufigsten Behinderungen ist nach wie vor das Down Syndrom, welches man per Diagnostik frühzeitig erkennen und dann „wegmachen“ kann.

Rechtlich ist das bei Beratung erlaubt, moralisch aber mehr als fragwürdig, denn Kinder mit Down Syndrom haben kein „lebensunwertes“ Leben vor sich, lebensunwert erscheint dieses Leben verunsicherten Eltern, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. In vielen vertraulichen Gesprächen mit Eltern ging es auch um Abtreibung, Schuldgefühle gegenüber dem Kind, weil  man sich für die Behinderung verantwortlich fühlt und Ängste, was aus dem Kind wird, wenn die Eltern sich nicht mehr darum kümmern können.

Manche genetisch bedingten, aber seltenen Krankheiten sind grausam im Verlauf und für die Familie eine extreme Belastung. Ich selbst konnte nach einigen Jahren in der Pflege keine Geschlechtsteile, Körperflüssigkeiten, zerkleinerte Nahrung, Brei und Magensonden mehr sehen und suchte mir wieder andere Aufgaben. Eltern haben nicht diese Wahl. Bei der „Früherkennung“ ist die Zuverlässigkeit bei solchen gravierenden Syndromen leider selten so hoch, wie bei der Diagnose Down Syndrom, nach der manchmal aber auch wider Erwarten ein gesundes Kind zur Welt kommt.

Ich müsste lügen, wenn ich nicht vollstes Verständnis dafür hätte, wenn ein Paar oder eine Frau abtreiben will, wenn es sicher weiß, dass das Kind schwerstbehindert zur Welt kommen wird – nur weiß man es eben nicht immer so genau. Einen Schein bekommt man bei diagnostizierter Behinderung jedoch wohl immer.

Die medizinische „Indikation“ lässt sich viel weiter auslegen, als nur die Gefährdung für das Leben der Mutter, sondern wird als „schwerwiegende gesundheitliche Belastung durch die Schwangerschaft“ beschrieben. Das kann alles bedeuten. Wenn man bedenkt, dass viele Frauen alles dafür in Kauf nehmen, auch ihre Gesundheit riskieren, um ein Kind zu bekommen, weil sie einfach nicht schwanger werden, kann eine solche Wegwerfmentalität einfach nur wütend machen.

So etwas wie eine „soziale Indikation“ sollte es in einem aufgeklärten Land nicht geben, ich fürchte aber, der Bedarf wird zunehmen, da auch gewisse religiös bedingte Gruppenzwänge darunter fallen und anerkannt werden könnten. Ein Kind als Unfall an zu sehen, weil es gegen Studienabsichten oder Familienehre verstößt, ist etwas, was mich zutiefst anwidert. Wer so handelt, weiß hoffentlich, dass er sein Leben nur auf Kosten eines anderen Lebens so fortsetzen kann.

Ganz vorne bei der Beratung ist Pro Familia, das zum Netzwerk „Planned Parenthood“ gehört. So vehement, wie diese Organisation für Abtreibung eintritt, so wenig hat Abtreibung mit „Familienschutz“ zu tun. Es ist die Tötung von ungeborenen, aber lebendigen menschlichen Wesen. Daran gibt es nichts zu beschönigen. Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, wenn es gute Gründe dafür gibt, aber im Zweifel sollte man sich immer für das Leben entscheiden und nicht Beihilfe leisten, dass gewissenlose Ärzte, Geschäftemacher und verantwortungslose Frauen und Männer Leben vernichten. Andererseits ist es für manches Kind auch besser, dass ihm solche Eltern erspart bleiben.

Warum die Schreihälsinnen der angeblichen Non-Profit Organisationen auf die Barrikaden gehen, wenn am Paragraphen 218 gerüttelt wird, liegt klar auf der Hand. Dahinter stecken Spindoktoren und Anheizer, die gleichen, die im Kampf gegen Sexmobs auch das „Nein heisst Nein!“ kreierten und alles andere als Rassismus verteufelten. Daran sollten sie sich messen lassen und auf das Sexspielzeug, den Paragraphen 218 in Zukunft verzichren – es genügt doch ein NEIN, um gar nicht erst schwanger zu werden. Selbst ist die Frau!

Quelle: Opposition24


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