Altersarmut – (fast) jeder wird betroffen sein

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Von Gastautor Hubert Hüssner

Hallo und einen schönen guten Tag, liebe Querdenker. Mittlerweile haben wir Juli und immer noch keinen richtigen Sommer. Vor einigen Tagen gab es hier im Hunsrück heftigste Regenergüsse, die leider vielen Menschen hier so einiges an Kummer und materiellen Rückschlägen bereitet haben. Wollen wir hoffen, daß das jetzt die letzten Extreme an Wetterkapriolen für diesen Sommer waren.

Heute laß‘ ich mich mal ein wenig aus zum Thema „Rente“.

Die folgende Rechnung hält zwar keinem mathematisch wissenschaftlichen Vergleich stand, denn dazu ist sie viel zu einfach erstellt, aber so ganz daneben dürfte sie nun auch wiederum nicht im Vergleich zur aktuellen Realität liegen. Mir geht es vielmehr darum, hier etwas mit Hilfe der Zahlen grob aufzuzeigen, dessen sich Viele nicht immer so ganz bewusst sind.

Gehen wir einmal von einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 2.200 EUR aus. Ja … so ganz nebenbei, das waren vor nicht allzu langer Zeit sogar mal 4.440 DM. Damals ein wirklich gutes Gehalt für einen Angestellten, von dem man durchaus gut leben konnte und auch in der Lage war seine Familie zu ernähren. Wobei zu erwähnen wäre, daß die definierte Einkommensmitte von „schwach“ bis „eng“ bemessen bei netto (!) ca. 1.800,- EUR / Monat liegt. „Schwach“ wäre nach dieser Definition für einen Singleverdienst 983,00 EUR und „stark“ läge bei 2.457,00 EUR im Monat. Man beachte: immer noch „eng“ bemessen. Ich kenne schon eine Menge Menschen und ich frage mich, wer diese Zahlen erhebt und anhand welcher Grundlagen.

Nun gehen wir einmal von einem einzuzahlenden Rentenanteil von ca. 18 % auf dieses Bruttogehalt (!) gerechnet aus.

Das sind dann mal ca. 400,- schlappe EURonen pro Monat an Rentenabgaben – anteilig 200 EUR vom Arbeitnehmer und 200,- EUR vom Arbeitgeber. Nun multiplizieren wir diesen Betrag auf 45 Jahre Einzahlung hoch. Das wären 4.800 EUR / p.a. und 216.000 EUR / auf 45 Jahre Einzahlung gerechnet. Dabei sind jetzt keinerlei Zinsen als Zugewinn mit einbezogen. Würde man das Geld also schlichtweg monatlich unter die Matratze legen, hätte man nach 45 Jahren dort 216.000 EUR angehäuft. Jetzt wollen wir ja ein wenig realistisch bleiben und rechnen pro Jahr noch einen Verlust von 2 % Inflation, dann ziehen wir 22,5 % von dem Betrag wieder ab. Bleiben ca. 167.500,- EUR übrig. (Wir wollen ja nicht übertreiben).

Jetzt wird es spannend. Die durchschnittliche Lebenserwartung von männlich/weiblich in Deutschland liegt laut Statistik bei ungefähr 80 Lebensjahren. Wenn wir jetzt ab 65 Jahre in Rente gehen würden, würden dann im Durchschnitt 930,00 EUR / Monat Rente zur Verfügung stehen.

Und was bekommen wir zukünftig dafür? Maximal eine Rente so hoch wie die aktuelle Grundsicherung (Sozialhilfe). Das bedeutet ca. 380,00 EUR / Person. Merkt Ihr was?

Natürlich muß man das etwas ausführlicher und natürlich auch komplizierter rechnen, aber darauf läuft es letztendlich hinaus. Die sogenannte Armutsgefährdungsgrenze lag 2012 bei 980€ / Monat bzw. 11.757 € / p.a. (pro Jahr). So ganz nebenbei: Ab 8.004,00 € Einkommen mußte man im Jahr 2012 aber schon eine Einkommensteuer bezahlen. Fällt Euch da was auf?

Alte Leute Unterhaltung

Die goldenen Jahre der guten Renten sind bald vorbei. Dem Großteil der zukünftigen Rentner wird Altersarmut drohen.

Die aktuelle Statistik zeigt, daß fast die Hälfte der deutschen Rentner ihre Altersbezüge unter der definierten Armutsgrenze von ca. 980,- EUR erhält.

Die Zahlen von 2012, entnommen einer Aufstellung aus der „Bildung“ von 2013 wie folgt:

Rentenbezüge gesamt 19,4 Millionen. Davon erhalten ca. 32 % < 500,00 EUR / Monat und ca. 16,2 % < 700,00 / Monat Rente. Das sind dann schon fast die Hälfte aller Rentner und Rentnerinnen welche somit weit weit weniger als die errechnete Armutsgrenze an Renten beziehen. Wie beschämend ist das denn!

Zum Vergleich, wie fürstlich sich bedient wird, wenn man 2 x eine Legislaturperiode (immerhin nur 8 Jahre) im Politikleben im deutschen Bundestag hingelegt hat …

In Wikipedia findet man wie folgt: „Wenn ein Abgeordneter zwei vierjährige Legislaturperioden Mitglied des Bundestags war, so erhält er 0,025 × 8 × 9.082 € = 1.816,40 € Pension (Anm.: Pro Monat). Der Beginn der Pensionszahlung erfolgt grundsätzlich mit Erreichen des 67. Lebensjahres. Nach acht Jahren Mitgliedschaft im Bundestag reduziert sich die Altersgrenze um je ein Jahr pro weiterem Jahr Mitgliedschaft (bis max. dem 18. Jahr).“

Das sind die Minimalstrechnungen. Ich erspare mir hier jedweden weiteren Kommentar.

Quelle: quer-denken.tv


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