Brauner Dreck in Bergheim?

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Ich habe mich also hingetraut zu diesem Querdenker-Kongreß, um mit eigenen Augen die Referenten zu hören, die von einschlägiger Seite so beschrieben werden: Schon alleine die Referentenliste liest sich wie das Who is Who des braunen Drecks.

Die Veranstaltung lief an zwei Tagen ab, aber aus Zeitgründen konnte ich nur sonntags dabei sei. Vor der Halle keine Demonstrationen und auch wie ich gehört habe, waren es am Samstag nur ein Dutzend Leute, die den „Reichsparteitag 2016“ verhindern wollten. Für die Ant*fa ist 8:00 Uhr eben nicht die Zeit.

Ich musste mich einer Eingangskontrolle unterziehen, da der Kongress von der Polizei „hochgestuft“ wurde, weil Elsässer zum Islam etwas sagte. Drinnen fiel mir auf, dass keiner mit Hitlerbärtchen rumlief. Das Publikum war sehr gemischt und neben eher Älteren waren auch reichlich junge Leute da.

Bevor man in den Saal gelangte, musste man an einigen Esoterikständen vorbei. Das gefiel mir nicht so. Ich bin dafür auch nicht anfällig. Neben allerlei Heilwasser und Wundermedizin hätte auch der Jürgen Fliege mit seinen Abzockprodukten hier durchaus stehen können. Der Markt scheint riesig und die Gewinnspannen ebenso, aber da sie dazu beitragen, diesen aufwändigen Kongress zu finanzieren, soll es mir egal sein.

Die dazu gehörigen Vorträge nimmt man nebenbei in Kauf oder geht einen Kaffee trinken. Man soll informiert sein, auch über Dinge, zu denen man nicht unbedingt einen Zugang hat. Den Ant*fa-Fuzzies täte mehr Information auch ganz gut.

Das Programm war vollgepackt und ein straffes Zeitmanagement des Leiters, Michael Vogt, verhinderte ein Ausfransen. Die Höhepunkte:

Daniele Ganser hört man gerne zu, weil er packend vorträgt und kurzweilig ist. Er bezieht sich natürlich auf sein neues Buch Illegale Kriege und hat schöne Vergleiche parat: Stellen Sie sich vor, Sie lassen einen Freund bei sich übernachten und am nächsten Morgen sind Freund und Couch weg.

Jürgen Elsässer sah etwas lädiert aus. Vielleicht hatte er eine schlagkräftige Diskussion? Man hörte nicht viel Neues. Ein handzahmer Elsässer, dessen Statements weder polemisch noch islamophob waren.

Percy Hoven alias Dr. Alfons Proebstl war für mich der Höhepunkt des Tages. Ein Genuss den politischen Analysen der einstigen Kultfigur Alfons Proebstl zu lauschen. Ein Unikat nur für diesen Abend. Leider dann die Mitteilung, dass ein Comeback ausgeschlossen ist.

Percy Hoven hat dann erzählt, dass ein Bekannter ihn enttarnt hatte. Es begann eine Hetzjagd gegen ihn und seine Familie. Er hatte innerhalb einer Woche sechs Kilo abgenommen. Gerade diese Schilderung erzeugte bei allen Anwesenden ein Unbehagen. Hier hätten die Ant*fa-Kämpfer eine Lehrstunde zum Thema Meinungsfreiheit buchen können. Win if you can, loose, if you must, sagte Percy.

Christoph Hörstel war mit seinem Stand (Deutsche Mitte) auch im Vorraum vertreten. Auf der Bühne wirkte er ziemlich souverän und gab Einblicke in Machtstrukturen der Welt. Neu war für mich zu erfahren, dass Angela Merkel gut vernetzt mit den amerikanischen Oligarchen ist und sogar am amerikanischen Präsidenten vorbei agieren kann. Interessant Hörstels Beobachtung bei der letzten Pressekonferenz in Berlin:

Am Ende wollte Merkel ohne Händedruck hinten am Obama vorbei, der sie dann am Ellenbogen aufhielt – zum Zwangshandshake. Hörstel benutzte folgendes Bild:

Stellen Sie sich vor, Sie seien Lehrer und haben in Ihrer Klasse eine ziemlich ungehörige Schülerin, die fachlich gut ist und ein Verhältnis mit Ihrem Direktor hat.

Nach 11 Stunden war die Veranstaltung zu Ende und ich hatte das Gefühl, dass ich interessante Stunden verbracht hatte und nur mit dem Kopf schütteln kann, wenn ich an den Zirkus denke, der im Vor- und Nachfeld veranstaltet wurde, um solche Veranstaltungen in Zukunft zu verhindern. Es ist nicht mehr gut bestellt, mit dem Artikel 5 des Grundgesetzes.

Quelle: Altermannblog


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