Burka: das freiwillige Stoffgefängnis ist für Linke Freiheit

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Von Anabel Schunke

Die Bigotterie des Westens bildet eines der Hauptnarrative jeder linken Argumentationsstruktur, die für die Gleichgültigkeit solcher Menschen gegenüber den westlichen Werten sorgt, die folglich auch nicht verteidigt werden müssen.

Dutzende Kommentare wurden verfasst, seitdem die Burkinis in Cannes vom Strand verbannt wurden und man auch hierzulande über ein Burka-Verbot nachdenkt. Auffällig ist, dass vor allem Männer sich an dem Thema abarbeiten und damit ein ums andere Mal auch das eigene, mitunter auch mal zweifelhafte Frauenbild offenbaren.

Jubel für die Burka

Den Schönsten verfasste, wie ich ich finde, jüngst Karsten Polke-Majewski auf ZEIT Online. Schön deshalb, weil er es vermag, die ganzen wahnwitzigen Widersprüche der Linken auf so subtile Art und Weise in seine Argumentationsstruktur einzubauen, dass man fast überlesen könnte, was für einen riesengroßen Mist der Autor redet. Und auch Jakob Augstein muss im Spiegel zur Feder greifen und erkennt die Burka als Zeichen der Freiheit.. In der noch gedruckten ZEIT wird das ägyptische Beach-Volley-Ball-Team der Damen bejubelt, das nicht im Bikini antritt, sondern verhüllt in dem Stoffhaufen, der beschönigend Burkina genannt wird.

Sieht man mal von den üblichen wahnsinnig witzigen ironischen Spitzen ab, die man von Links gerne gegen all jene verteilt, die in der eigenen Wahrnehmung furchtbar rechts sind – also etwa von Formulierungen in Richtung des ersten Bürgermeisters und des Generaldirektors, dass es sich hierbei um zwei „aufrechte“ Männer handelt, die noch „standhaft unsere westliche Lebensordnung“ verteidigen, hält der Kommentar auf Zeit-Online auch sonst einige Schmankerln bereit.

Heißt es in der Begründung des Verbots, man wolle künftig nur noch Menschen mit solcher Kleidung den Zugang zum Strand gewähren, „die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln achtet“, weist Karsten Polke-Majewski mit spitzfindigem Sarkasmus daraufhin, dass „Starlets im Stringtanga oben ohne vor Paparrazi-Linsen, die sich sonst jahrzehntelang am Strand von Cannes herumtrieben, ja auch immer für gute Sitten, Strandhygiene und Sicherheit gekämpft hätten. Komplettiert wird der Seitenhieb in Richtung leichtbekleidete, westliche Frau schließlich noch durch die rhetorische Frage: „Wer könnte erlauben, dass solche Errungenschaften durch den Anblick bekleideter Frauen zerstört werden.“

Die westliche Frau wird unterdrückt, nicht die muslimische?

Ja, fast erscheint es beim Lesen dieser Zeilen so, als wenn Karsten Polke-Majewski, der dabei vom „Verbotsirrsinn“ spricht, selber gerne etwas verbieten würde – und zwar knapp bekleidete Frauen am Strand von Cannes, die von der westlich-kapitalistischen und obendrein auch noch sexistischen Gesellschaft ausgebeutet und lediglich auf ihre Körper und ihre Sexualität reduziert werden. Frauen, die im Gegensatz zu ihren muslimischen Geschlechtsgenossinnen gar nicht um ihre Unterdrückung durch den Mann wissen und die deshalb, wenn sie sich dazu entschlossen haben, mit Stringtanga am Strand von Cannes entlang zu flanieren, dies auf keinen Fall aus freien Stücken tun, während die muslimische Frau sich in der Regel ganz freiwillig in ihr Stoffgefängnis zwängt. Ja, eigentlich wird die westliche Frau deutlich öfter auf ihre Sexualität reduziert und unterdrückt als die muslimische. Das wissen natürlich aber nur linke Experten wie Karsten Polke-Majewski, die diese Argumentation spätestens seit Köln durch sämtliche Presseorgane in Deutschland tragen, die es gibt.

Der Argumentation, dass muslimische Frauen ihren Stoffsack stets vollkommen freiwillig tragen, folgend, kommt Karsten Polke-Majewski dann auch zu dem Schluss, dass es selbstverständlich die Freiheit des Menschen, als stets beschworenen Wert sämtlicher westlicher Gesellschaften, eher beschädige, wenn Leute nicht einmal selbst entscheiden könnten, was für Kleidung sie tragen. Obendrein wäre ja auch noch kein einziges Attentat von einem Mädchen in Burkini begangen. Zudem wäre es unter der Prämisse, dass man Terroristen am Burkini erkennt, ja auch viel schlauer, wenn man diese weiter erlauben würde, damit man sie sofort ausmachen könne. Aber natürlich weiß er, dass es eh nicht um Terrorismusprävention geht, sondern eben um Werte, die für Menschen wie Polke-Majewski jedoch keinen sonderlich großen Wert besitzen.

Aber nein, Herr Polke-Majewski, meist entscheiden diese Frauen nicht freiwillig, was sie anziehen. Nicht umsonst kämpfen Aktivisten in ihren Herkuntsländern unter Lebensgefahr dafür, diese mobilen Gefängnisse ablegen zu dürfen, während wir die reaktionären Verfechter hierzulande hofieren. Insofern ist es auch keine Einschränkung der Freiheit, wenn man die Burka oder den Burkini verbietet. Und sollte die Burka, der Burkini, die Nikab oder das Kopftuch doch einmal freiwillig getragen werden, dann ist es zumeist die eigene islamische Überhöhung, die hier zur Schau getragen wird. Dann dient die religiöse Kleidung als Mittelfinger in Richtung jeder westlichen, „ehrlosen“ Frau, die sich nicht verschleiert. Dann handelt es sich um genau das, weshalb all diese religiösen Symbole verboten werden sollen: Eine fundamentale Ablehnung unserer Werte, die verboten gehört.

Das grundsätzliche Problem mit Autoren wie Karsten Polke-Majeswki, die einer mehrheitlich linken Argumentationsstruktur folgen, ist jedoch, dass es für sie diese westlichen Werte gar nicht gibt. Dass es sich für sie um nichts weiter als leere Worthülsen ohne wirklichen Inhalt handelt, die ferner voller Widersprüche stecken. Ja, in der Welt von Karsten Polke-Majewski und vielen anderen, existieren diese westlichen Werte allenfalls nur auf Papier und auch nur dann, wenn man sie wie die Religionsfreiheit zur Rechtfertigung allerhand muslimischer Dreistigkeiten und Integrationsverweigerung nutzen kann. Selbst verinnerlicht, selbst die Wichtigkeit dieser Werte hat man in linken Kreisen nie erkannt, weshalb man auch keine Notwendigkeit zur Verteidigung sieht. Wer die Freiheit nicht schätzt oder glaubt, Freiheit bestünde vor allem in der Freiheit des anderen, mir seine religiösen und kulturellen Gepflogenheiten im gesellschaftlichen Miteinander aufzuzwingen, während ich moralisch so lange mit der Rassisten- und Nazikeule erpresst werde, bis ich all das bedingungslose toleriere, der weiß eben schlicht nicht, was Freiheit bedeutet und der wird sich deshalb auch nicht sonderlich darum scheren, wenn sie durch genau jene Dinge, wie ein Stoffgefängnis für Frauen, bedroht wird.

Solche Westler sind nicht im Westen angekommen

In der Vorstellung von Leuten wie Karsten Polke-Majewski leben wir nämlich alle selbst nicht nach unseren Werten. Tolerieren immer noch nicht genug, sind immer noch Rassisten, gewähren anderen nicht die Freiheiten, die wir haben. Wir, der böse Westen, führen Kriege im Namen dieser Werte, die für Polke-Majewski und seine Freunde erst für das ganze Elend in den Herkunftsländern dieser Menschen verantwortlich sind. Dass die ganzen ethnischen, kulturellen und religiösen Konflikte in diesen Ländern älter sind als jede Militärintervention des Westens, blendet man da schon einmal gerne aus.

Ja, für Autoren wie Polke-Majewski wird stets ein größerer Widerspruch zwischen der westlichen Errungenschaft der in der Verfassung verankerten Gleichberechtigung der Frau und einem Stringtanga bestehen, denn zwischen einer Burka oder einem Burkini und Artikel 3 des Grundgesetzes. Der primäre Unterdrücker der Frau bleibt der weiße Mann und das kapitalistische System, nicht etwa eine archaische politische Ideologie, die die Sexualität ihrer Anhänger vollkommen tabuisiert und ihnen alles verbietet, was irgendwie Spaß machen könnte. Es ist diese vermeintliche Ambivalenz, die Bigotterie des Westens, die eines der Hauptnarrative jeder linken Argumentationsstruktur bildet, die für die Gleichgültigkeit solcher Menschen gegenüber den westlichen Werten sorgt, die folglich auch nicht verteidigt werden müssen.

Die Widersprüche zwischen Verteidigung des Islams und linker Lebenseinstellung erkennt man hingegen nicht. Stattdessen toleriert man sich lieber zu Tode, freut sich über jede multikulturelle Veränderung und markiert sie als positives Zeichen für kulturelle Vielfalt. Und so lange Menschen wie Polke-Majewski an sämtlichen wichtigen Positionen in den großen Presse- und Fernsehorganen sitzen, wird sich daran auch nichts ändern; lässt sich keine westliche Errungenschaft gegenüber dieser Steinzeit-Ideologie, in der Frauen Stoffsäcke gebastelt werden, weil der Mann sonst aufgrund ihrer Reize augenblicklich über sie herfällt, verteidigen.

Quelle: Tichys Einblick


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1 KOMMENTAR

  1. Kleine Mädchen spielen gerne mit wallenden Tüchern – und wenn man so einem kleinen Mädchen sagt, dass das Kopftuch ein Zeichen sei, dass man erwachsen ist und von älteren Menschen respektiert wird, dann hält das (fast) ein ganzes Leben an – und man trägt es in gewisser Weise freiwillig, weil man beizeiten darauf konditioniert wurde.

    Ich persönlich habe gar nichts gegen das Tragen des Kopftuches als religiöses Symbol oder etwas gegen die vom Propheten Mohammed empfohlene Ganzkörperverschleierung (Vgl. S33, V 59: O Prophet, sprich zu deinen Frauen, deinen Töchtern und zu den Weibern der Gläubigen, sie sollen ihre Übergewänder
    umwerfen…)
    Ich tue das aus vier Gründen: Sieht ein mohammedanischer Mann eine verhüllte oder kopftuchtragende Frau und sie gefällt ihm, fragt er ihren Vater > und wenn er dem Vater zusagt, bekommt er sie (im allgemeinen). Zweitens: Gefällt einem Ungläubigen, einem Nichtmohammedaner eine mohammedanische Frau, bekommt er sie, wenn er ihrem Vater gefällt UND der Mann zum Islam übertritt. Geschieht das nicht und die beiden bleiben zusammen, ist das lebensgefährlich, wie die über 2000 so genannten Ehrenmorde in Deutschland zeigen. Also lässt er die Finger davon. Drittens: Wer wagt es einer Mohammedanerin (anhand der Kleidung erkennbar) bei einem Unfall erste Hilfe zu leisten, beengende Kleidung zu öffnen, Mund-zu-Mund-Beatmung oder Herzmassage auszuführen?? Der Helfer schwebt in Lebensgefahr – und die gerettete Person ebenso durch die merkwürdige Auffassung von Ehre. Der vierte Punkt ist schwerwiegend: Die Kleidung zeigt, dass die Trägerin voll und ganz dem Koran, der Scharia und den Ahadith ergeben ist und ihnen bedingungslos folgt.
    Und da liegt der Hase im Pfeffer. Denn: Einen größeren Gegensatz in der Rechtsauffassung, Gesetzgebung und Gesetzesanwendung als zwischen Koran
    (Scharia und Ahadith) und dem Grundgesetz (und den daraus abgeleiteten Gesetzen) gibt es eigentlich gar nicht. Das Grundgesetz ist von Menschen für Menschen, für Demokratie, persönliche Freiheit und persönliche Verantwortung für seine Lebensgestaltung gemacht und unterliegt dem Wandel der Zeit. Der Koran ist göttliches Gebot, unwandelbar, mit menschenverachtenden Strafen, Mordaufträgen gegen Andersgläubige, Folter, Genozidauftrag und Weltherrschaftsanspruch mit totaler Unterwerfung aller Menschen auf der Welt. Mohammedaner sind einzig und allein ihrem Glauben verpflichtet – und nur so lange man sich in der Unterzahl befindet, soll/kann man die Gesetze des Gastlandes befolgen
    Der Islam verlangt von seinen Gläubigen, dass sie den Islam mit allen Mitteln durchsetzten und verbreiten müssen, mit List, Tücke, Lüge, Anbiederung, Verleumdung des eigen Glaubens ist auch gestattet, und ab einen gewissen Prozentsatz in der ,,neuen“ Heimat mit Angstverbreitung, Terroranschlägen (getarnt als Handlung von Psychopathen), Gewalt Diskriminierung und Vergewaltigung. (Am angenehmsten ist die ,,sanfte“ Tour, wobei das zu unterwerfende Land zuerst die Gefahr der Unterwerfung gar nicht erkennt, und gute Menschen des ,,Gastlandes“ alles tun – im Namen der Toleranz und Religionsfreiheit und mit vielen Steuermitteln – damit sich der Islam ausbreiten kann und Mohammedaner sich in die Gesellschaft in Parteien und Institutionen einfügen können und Schlüsselpositionen erhalten. Wir entscheiden selbst, ob wir uns unterwerfen wollen!!! Tun wir das wirklich? Können wir das wirklich?? Wir sollten es tun – und es wird ein schmerzhaftes Tun, aber nur, wenn wir es wirklich machen.

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