Der politisch korrekte Zeitgeist und seine Heiligen Kühe

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Von Robert Göhring

Jeder Zeitgeist hat seine Heiligen Kühe, die nicht geschlachtet werden dürfen. In der gar nicht mal so weit entfernten Vergangenheit waren das zum Beispiel Militär, Adel oder die Kirchen. Gerade sah ich den vor kurzem Oscar-prämierten Film Spotlight, in dem der Kampf von Journalisten des Boston Globe um die Aufklärung etlicher vertuschter Vergewaltigungsfälle durch Priester im Erzbistum Boston 2002 anschaulich dargestellt wird. Den Zuschauer gruselt es, wie jahre- und jahrzehntelang Übergriffe von Politikern, Polizisten, Journalisten, Bischöfen, Priestern und sogar betroffenen Familien verschwiegen wurden, obwohl alle Gläubigen eine Ahnung von den Verbrechen hatten.

Die professionellen und privaten Verschweiger hatten wohl Angst, das eigene Nest zu beschmutzen, das ihnen zu heilig war.  Oder sie hatten schlicht Angst, von den Mächtigen im Nest existentiell bedroht zu werden – durchaus zu Recht.

Neue Unaussprechlichkeiten

Ungefähr zur selben Zeit trieb eine pakistanische Bande im Großraum Sheffield/Rotherham in Mittelengland ihr Unwesen. Die Täter vergewaltigten bis 2013 etwa 1.400 englische Mädchen aus einfacheren Verhältnissen und zwangen viele zur Prostitution. Trotz mehrerer Berichte massenhafter Übergriffe ab 2002 reagierten die Behörden und die Polizei nicht, aus Angst, als Rassisten zu gelten. Es dauerte, ähnlich wie im Fall Boston, sage und schreibe 17 Jahre, bis einige Täter vor dem Haftrichter landeten.

Entgegen den Erzählungen von Soziologen und Ethnologen, dass es in den entwickelten westlichen Gesellschaften kaum noch Tabus gäbe, gibt es also sehr wohl stets aufs neue Unaussprechlichkeiten, die von den Erfindern des jeweiligen Zeitgeistes bei Androhung existenzieller Strafen vorgegeben werden.

Das Schweigen zu den Missbrauchsskandalen der Kirchen ist gebrochen und es wird etwas gegen die Verbrechen getan. Wie im Falle Rotherham ersichtlich, wird aber der Rousseau’sche Edle Wilde, hier der Moslem, zur neuen Heiligen Kuh erkoren, die man nun nur noch mit einigem Eiertanz kritisieren darf, ohne sich als Rassist oder ähnliches bezeichnen lassen zu müssen. Die universitären Soziologen sprechen von „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ (gbMF) – eigentlich eine sinnvolle Bezeichnung.

Dänen und Schweizer: „rechte Völker“

Erstaunlicherweise gilt dieses Konzept aber nicht für die Feindschaft gegenüber europäischen oder weißen Gruppen. So haben mir gleich zwei Bekannte, immerhin Promovierte aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, gesagt, dass die Schweizer beziehungsweise die Dänen wegen ihrer Haltung in der Asylkrise „rechte Völker“ seien – in unserer Gesellschaft der schlimmste Vorwurf neben Pädophilie, der möglich ist. Widerspruch oder gar Antipathie mussten die Bekannten in der Clique nicht fürchten.

Eine derart pauschale Beleidigung ganzer Völker ist im Rahmen unseres heutigen Zeitgeistes nur möglich, wenn es gegen Menschen im Westen, mithin gegen die Nachbarn aus der eigenen Kultur, geht.

„Der Islamische Staat ist nicht islamisch“

Geht es hingegen um den „Edlen Wilden“, aktuell Mohammedaner und Afrikaner, wird selbst bei schwersten Straftaten gründlichste Differenzierung bis an die Grenze der Realitätsverleugnung – und darüber hinaus – verlangt. Heißt: Die Heiligen Kühe dürfen machen, was sie wollen, und sei es noch so unheilig. So meinten zwei andere Bekannte aus oben erwähntem Milieu allen Ernstes, der Islamische Staat sei nicht muslimisch. Nein, das sind außerirdische Nazis, dachte ich mir nur.

Das kulturell erzwungene Verschweigen zu Verbrechen der neuen Heiligen Kühe findet nicht nur im privaten Rahmen statt, sondern auch auf höheren Kommunikationsebenen. Wussten Sie beispielsweise, dass die Attentäter im Pariser Bataclan ihre Opfer nicht einfach nur erschossen, sondern teils auch noch brutal folterten? Einigen Unglücklichen wurden die Augäpfel herausgeschnitten, Männern wurden die Hoden abgetrennt und in den Mund gestopft, und Frauen wurde die Geschlechtsöffnung aufgeschnitten (http://heatst.com/world/exclusive-france-suppressed-news-of-gruesome-torture-at-bataclan-massacre/).

Lassen sich die Einzelheiten von muslimischen Attentaten nicht so leicht verschweigen, werden stattdessen gern alternative Beweggründe angegeben (plötzlich gibt es sie wieder, die Alternativen in Zeiten der „Alternativlosigkeit“). So war beispielsweise, ganz aktuell, der Norweger (somalischer Herkunft), der am Mittwoch in London eine US-Amerikanerin mitten auf einem belebten Platz erstach, natürlich „psychisch krank“. Genau wie seine Kollegen in Würzburg und Reutlingen.

Friede dem Fremden, Krieg der Heimat!

Ideologien und Zeitgeister leben nicht nur von ihren Heiligen Kühen, sondern auch von ihren Feindbildern. Zu Zeiten, in denen Kaiser, Kirche und Militär heilig waren, hasste man andere Rassen, andere Länder, andere Konfessionen und andere Religionen.

Heute, da alles nicht-europäische oder westliche von den Zeitgeistrittern für sakrosankt erklärt wird, hasst man eben die eigene Kultur, sogar das eigene Land. Am 4. Juli, dem, US-Nationalfeiertag, lancierten Intellektuelle in God’s own country eine Twitter-Aktion namens „America was never great“. Dass die USA niemals gut waren, wird mit den üblichen sozialistischen Parolen von Frauenunterdrückung, Rassismus, Imperialismus und Völkermord begründet.

Wieso hassen einige ihr eigenes Land? Vielleicht, weil sich die 10% Intellektuellen in ihren Universitäten, Wohnvierteln und Redaktionen gegen den unmoralischen Pöbel da draußen abgeschirmt haben; vielleicht, weil die kleine Intelligentsija via Globalisierung und Medien mit den Klassengenossen in anderen Ländern eine Art Eliten-Korpsgeist entwickelt hat.

Wie dem auch sein mag, die Mehrheit der Bevölkerung in den westlichen Ländern hasst die eigene Kultur nicht (im Gegenteil, sie dürfte dankbar dafür sein); und sie heißt auch nicht jeden und alles von außerhalb ungeprüft willkommen.

Wir sollten daher weniger auf Heiligkeits-Konzepte aus akademischen Elfenbeintürmen und teuren Altbauvierteln setzen, sondern viel mehr auf Demokratie und vernünftige Bodenständigkeit.

Quelle: Tichys Einblick


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