Der Verlust der Väterlichkeit

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Dr. Eduard Koch: Seelenzerstörung und ihre Folgen

„Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe denn da komme der große und schreckliche Tag des Herrn. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Kindern und das Herz der Kinder zu ihren Vätern …“

(Maleachi 3, 23-24)

Nachfolgend dokumentieren wir (in Auszügen) einen Vortrag des Psychiaters Dr. E. P. Koch über die Entnazifizierungs- und Geschichtsfälschungsfolgen in der Seele der Deutschen.

ln seinem literarischen Kabinettstück „Der Fragebogen“ machte sich vor 48 Jahren Ernst von Salomon über jene Nachkriegsinquisition lustig, die sich, zumeist in US-amerikanische Uniform gekleidet hatte und oft sehr gut deutsch sprach, weil sie das Land erst wenige Jahre zuvor verlassen hatte. Diese Art „Aufarbeitung“ (wie wir heute sagen würden) einer ungeheuerlichen völkerrechtswidrigen Besatzungsanmaßung ist inzwischen undenkbar geworden: Sein Stück wäre heute unmöglich, ebenso wie die in derselben Zeit geschriebene berühmte Erzbischofsschrift von Hans Grimm, seine Antwort auf die Rede des britischen Bischofs von Canterbury an das deutsche Volk vom 29.11.45, heute nicht mehr möglich wäre.

Schule und Meinungsindustrie ist es gelungen, das Geschichtswissen der Nachwachsenden durch eine zum Gemeinen hin nicht begrenzte Verdächtigungsbereitschaft gegen die Eltern und Vorfahren zu ersetzen (offenbar planvoll volkszerstörend, denn Maleachi 3, 23-24 – siehe Eingangszitat! – weiß es besser).

Gegen die natürliche menschliche Neugierde – „Wie war das denn wirklich?“ ist erfolgreich das Tabu installiert worden: Geschichtsforschung mit einem Brett vor dern Kopf, auf dem der David-Stern alles Zweifeln herrisch überstrahlt. Wir nehmen die Bauchredner-Stimme ‚Amerikas‘ nicht einmal mehr wahr, weil wir sie für unsere eigene halten. Der Verlust der Väterlichkeit wird derzeit auch politisch – in der Vernichtung der staatlichen Institutionen – anschaulich. Man hat früher einmal vom „Vater Staat“ gesprochen. Dieser ‚Übervater‘ baut sich heute selber ab und gibt seine Kinder Aktiengesellschaften preis. Und die Verunglimpfung unserer Geschichte als Staatsräson hat eine neue Lebensmoral auf den Weg gebracht: die Selbstentzweiung und Demoralisierung.

Die Gesinnungsknöpfe tragen es unters Volk, auf Englisch, versteht sich: „No future!“ Die Logik stimmt: Wer seine Geschichte verloren hat, der hat natürlich auch keine Zukunft mehr. Er lebt in ewiger Gegenwart und wird denen zur Beute, die von ihrem Woher und Wohin eine feste, über die Generationen fortgeschriebene und ins Mythische erhöhte Vorstellung haben.

Jetzt erleben wir den Sturmangriff sogar aufunsere Sprache. Jedes Kleidungsstück englisch bedruckt: Das ist visuelles Lernen! Der „United-Colors“-Konzern von Benetton schafft auch United Language, er schafft die Welteinheitssprache für die von Gott nicht Erwählten.

Aber auch diese Strategie ist logisch und folgerichtig: In der Sprache lebt die Erfahrung, das Denken und das Gedächtnis der Vorfahren, der Väter. ‚Denken‘, das ist nicht nur das stete Infragestellen des jeweils Gegebenen; Denken bedenkt uns zugleich mit einem Dach, unter dem wir gedeihen können. Im Nachdenken ordnen wir das Vergangene und machen es für die Gegenwart fruchtbar. Daraus erwächst uns die Zukunft, – im Gedächtnis einer langen Herkunft.

Wir müssen üben, ungeachtet der „Ächtung“, der Friedloslegung mithin, wieder angstfrei das unbefangene Denken zu wagen. Von den Juden lernen – das sage ich mit Blick auf Jerusalem und Königsberg – heißt nicht nur siedeln lernen, sondern auch siegen lernen: durch zähes Bewahren und Fortschreiben des Überlieferten, durch Verherrlichung und Heiligung der Geschichte statt ihrer Verteufelung und Verunglimpfung; durch Bewahren der Eigenart: im Abgrenzen von Fremden und in der aktiven Ausgrenzung Fremder.

All das sollen wir nach dem verständlichen Willen der Feinde aber nicht. Sie kennen alle die Anti-Deutschtums-Werbung auf Großplakaten, die, anders als etwa die von der Deutschen Volksuníon oder sogar Manfred Brunners Bürgerpartei, vom Mob gänzlich unangetastet bleibt. Beispiel: „10 Deutsche sind natürlich dümmer als 5 Deutsche“ (Reklametafel für die Zeitschrift „Die Woche“, zu deren Redaktionskollegium der jüdische Demagoge Henryk Broder gehört).

Oder das Riesenplakat mit dem Comic-Strichmännchen und seinem schwarzrotgelben Brett vor dem Kopf, um unser Innerstes gegen uns selbst zu mobilisieren. Das aber bedeutet, eine politische Auto-Immunerkrankung zu schüren, uns Denkmuster aufzupfropfen, die die angeborene ureigene Abwehr angreifen und zerstören sollen anstatt den Fremdkörper.

Denn wenn wir erst unser Sein, unser So-Sein, als Behinderung erleben, als „Brett vor dem Kopf“, – wenn wir uns als sittlich Behinderte begreifen, dann verlieren wir unser Gedächtnis (wie sehr viele Deutsche es für unsere Gefallenen längst verloren haben und es in der veröffentlichten Meinung als neonazistische Gesinnung gebrandmarkt wird, wenn sie ihrer, der „Täter“, gedachten).

Dann, wenn wir uns unseres Herkommens schämen, verlieren wir unser Gedächtnis. Erst dann sind wir wirklich bodenlos und haltlos. Das ist das Ziel.

Daß wir das werden, bodenlos, haltlos und ziellos, das ist das Staats-Ziel, Erfüllung und Sendung des uns heute auferlegten Staates; und in dem Maße, wie er diese Aufgabe erfüllt hat, löst er sich auf.

Das ist die Endlösung. Das Deutsche Reich als Industriestandort: als zentral gelegene gigantische Autobahnkreuzung Europas, als Aktien-Gesellschaft oder, wie Cohn-Bendit es wahrhaftig auszusprechen wagt, als „Heimat Babylon“.

Am Anfang aber war das Wort. Es lautet: „Wir werden die gesamte Tradition auslöschen, auf der die deutsche Nation errichtet wurde.“ Dieses Wort, 1943 im Dezember gesprochen, stammt von dem Amerikaner M. Troutbeck, und das Wort droht Fleisch zu werden. Denn die hiermit angekündigte Auslöschung der Tradition‘, jene „Umerziehung“, die mit der menschenverachtend-makabren Bezeichnung „Entnazifizierung“ eigentlich mehr an den Alltag eines Kammerjägers erinnert, sie war wahrhaftig eine Entwesung im Wortsinn: Viele, sehr viele von uns haben ihr Eigen-Sein, haben ihr Wesen verloren.

Die Entnazifizierung war die Vernichtung der Väterlichkeit. Entnazifizierung, wie wir sie nach 1945 erlebt haben, war die gewaltsame Vernichtung des Väterlichen Prinzips. Das väterliche Prinzip, Väterlichkeit, ist die entscheidende Wirk- und Prägekraft, ist das wertvermittelnde Bindeglied zwischen den Generationen.

Wer die Väterlichkeit, wer die Tradition vernichtet, wer die Weitergabe der Werte unterbindet, die einem Volk Gesicht, Würde, Kraft und Selbstbewußtsein und das heißt ja immer auch ein stolzes Bewußtsein von sich selbst verleihen, der verstümmelt dieses Volk bis zur Unkenntlichkeit.

Die Entnazifizierung war ein Kettenabriß in der soziokulturellen ErbFolge der Geschlechter. Das merken viele erst heute, da wir die ganze Zielsetzung zu überblicken beginnen: nicht ’nur‘ Überwindung des „Hitlerismus“, sondern das Hinter-sich-Lassen unseres Volk-Seins war und ist das psychologische Ziel. Ziel ist das Vervollkommnen unserer Be-Fremdung, unserer Verfremdung, es ist das Vervollkommnen unserer Ent-Eignung, unseres Eigenseins: sozial, kulturell und schließlich genetisch, – unsere Zerstörung als eine unterscheidbare biologische Potenz. Die Entnazifizierung ist kein historisch-abgeschlossener Vorgang, sondern ein immer mächtiger werdender Prozeß im Hier und Jetzt mit für unsere Gegner traumhaften Ergebnissen einer öffentlichen Verblödung, deren Ausmaße auch nur vor 20 Jahren noch undenkbar waren. Entnazifizierung ist zum Deckbegriff, zum Deck-Leitthemamantel, zum verschlagenen Synonym für ‚Entnationalisierung‘ geworden. Entnationalisierung ist aber immer auch die Entsolidarisierung, der Bruch mit den Vätern. Und hier hören wir, mit Recht, die Nachtigall trapsen.

Noch einmal: Die Entnazifizierung hat niemals aufgehört. Wir haben nur ihrer Alltäglichkeit wegen das schmerzende Bewußtsein dafür verloren und vor allem: Wir haben die Sache jetzt selbst in die Hand genommen. Wir betreiben unsere eigene Zerstörung heute fanatischer als viele unserer Gegner von einst. Die Entnazifizierung wird immer wütender betrieben, aber unsere Schuld wird nicht geringer, noch wird sie irgendwann abgetragen sein; – sie steigt. So basiert Weltpolitik heute ganz und gar auf dem Herrschaftsprinzip steigender Ver-Schuldung: und zwar psycho-moralisch wie finanziell. Wir leben unter der Kontrolle von Auschwitz und der Kreditkarte. Wir leben in einem aufzehrenden System von Abbitte – aber ohne Ablaß.

Aufzehrend heißt: Es frißt uns auf. Der deutsche Nachrichtenkonsument weiß sich so verschuldet, daß er Dresden und Sinzig – und überhaupt seine völkische Hinrichtung als Gewissensentlastung empfindet und ‚Bestrafung‘ selbst einfordert. Jeder weiß, was ein Kriegsversehrter ist: einer, der im Einsatz für sein Land zum „Kriegskrüppel“ wurde, wie man manchmal gedankenlos verletzend sagt. Das Wort Nachkriegs-Krüppel ist dagegen unbekannt. Dabei haben wir Millionen davon. Es sind diejenigen, die ohne positive Väterlichkeit und ohne Vater-Land im Schatten von ‚Auschwitz‘ großwerden mußten und dabei seelischen Schiffbruch erlitten haben.

„Mehr Deutschland – mehr Verbrecher“: So schmierten die vaterlosen Krüppel ihr Wiedervereinigungswissen an die Wande. So sprachen sie mit fremden Zungen und verrieten ihre Lehrmeister. Der frühere israelische Botschafter Navon etwa sprach in seinem dreisten Rassismus sogar vom deutschen „Tätervolk“, dem er sein Volk als „Opfervolk“ gegenüberstellte.

Das Problem, das deutsche Journalisten heute am meisten bewegt, lautet so: „Wie kann man noch besser erreichen, daß der Holocaust für die Deutschen eine lebendige und quälende Erinnerung bleibt?“ Das fragte wörtlich ein DLF-Redakteur am 6.4.1994 den einschlägig vorbekannten Bielefelder Historiker Ulrich Wehler.

Und einen Tag später echo-lallte es Wortgleich aus der FAZ, als der Wunsch ausgedrückt wurde, daß „der Völkermord an den Juden ein Gegenstand lebendiger und quälender Erinnerung bleiben soll“ (Ekkehard Fuhr am 7.4.1994).

Diese Echolalie verrät mir die Hand eines Anführers.

Apropos Auschwitz: Als Arzt bin ich in der glücklichen Lage, völlig frei über Auschwitz sprechen zu können. Das kann heute kein Historiker mehr, auch der nicht, dessen Forschung mit der beherrschenden Lehre übereinstimmt.

Denn: Wo die Antithese verboten ist, da ist auch die These haltlos und für den wissenschaftlichen Gebrauch sinnlos geworden. Aber dem Psychiater geht es anders.

Der Psychiater befragt ja nicht den Wahrheitsgehalt des uns aufgegebenen Auschwitz-Bilds; – er fragt nach der Wirkung, die das dargebotene Bild auf die Seele der Betroffenen hat: ob nämlich dieses Bild, ob seine Verinnerlichung uns Deutsche kränkt, – ob es uns wesensmäßig krank macht und uns verbildet. Jeder kennt heute den verheerenden Kampfstoff Moralin; jene im Alltagswortsinn Radio-aktive Substanz, die uns alle verstrahlt, Kopf und Herz, und uns, wie den Ödipus der griechischen Mythologie, gar nicht so selten in den Tod treibt. Schuld tötet, wenn uns Verdrängung, Verleugnung, wenn uns die Gnade des Vergessens, nein: Weg mit diesem christlichen Euphem, – wenn uns die Aufhebung der Schuld im Vergessen verwehrt wird.

Die Schuld war die Haupt-Tatwaffe des zu Ende gehenden, jüdisch gezählten Jahrtausends. Die „religiöse“ Erfindung der Erbschuld, die sogenannte Erbsünde, – sie ist dem Mechanismus, dem Grundmuster nach das Vorbild der „Auschwitzwaffe“, – jener „Tankstelle für Haß“, Wie ein israelischer Historiker neulich die Gedenkstätte in Polen genannt hat. Tankstelle für Haß: Damit trifft er ins Schwarze. Schuld begründet Herrschaft, und sie tötet, unabhängig davon, ob das Postulat wahr oder erfunden ist.

Wenn die Mutter sagt: ‚Kind, du bringst mich noch ins Grab, genau wie du deine Großmutter ins Grab gebracht hast‘, dann wird das Kind ein schlechtes Gewissen bekommen und sich erheblich besser manipulieren lassen als ohne diesen Kunstgriff. Dabei braucht der Vorwurf überhaupt nicht wahr zu sein. Der Glaube zählt. Er versetzt Berge, und er kann töten.

Die mittelalterlichen Umzüge der Geißelmönche – und das Gebaren „mutiger“ Kniefallpolitiker, wimmernder Babijar-Mütterchen und der sie vor- und nachbereitenden Journaille sind nur zwei Bilder ein und desselben psychodynamischen Prozesses. Machtergreifung durch Niederdrücken mit dem Schuldhebel! Schuld verbiegt, Schuld verheert, Schuld tötet. Deshalb ent-schuld(ig)en wir uns; und wenn wir nichts hatten, das wir zum Ausgleich geben konnten, hieß es früher: „Vergelt’s Gott!“ So bleibt die Schuld zwar objektiv bestehen, aber sie ist aus unserem Wähnen und Erleben verbannt. Notfalls besprechen wir unsere Schuld wie eine Warze. Und wir wenden Tricks an, um sie wegzuwischen, wegzuzaubern. Wir bestreiten, wir leugnen, wir verdrängen sie oder wenden die Geschichte ins Gegenteil. Oft träumen wir auch das gerade Gegenteil des Erlebten. Mit traumhafter Leichtigkeit schlagen wir dann, im gerechten Zorn, versteht sich, alle Feinde nieder und schweben als strahlender Held daher. Mit der „Verkehrung ins Gegenteil“ (Anna Freud, „AbWehrmechanismen“) adeln sich Wegelagerer zu Sozialrevolutionären, und Strauchdiebe gaukeln zu Widerstandskämpfern auf.

(Auch ihre Requisiten werden am 20. Juli, zum 50., wieder dabeisein.) Die Psychologie, die Psychoanalyse zumal, weiß das. Anna Freud hat die Abwehrmechanismen, die wir gegen das erdrückende Gefühl von Schuld ins innerseelische Feld führen, anschaulich beschrieben.

Verdrängung, Verleugnung, Verkehrung ins Gegenteil, Identifikation mit dem Angreifer oder, wenn es ganz schlimm kommt, die gröberen Methoden von Projektion und Extrojektion, ganz nach dem Sündenbock-Prinzip: Das sind die Termini technici einer Seelenhygiene der Ausgrenzung. Diese Ausgrenzung von Unbekömmlichem ist lebensnotwendig genauso wie die Vernichtung von Fremdkörpern durch Killerzellen im Blutkreislauf. Am Rhein ist eine Abwehrmethode die beliebteste. Am Rhein herrscht die Identifikation mit dem Angreifer. Das ist übrigens das spezifische, karnevalistisch Anziehende, das der Rhein heute für Ausländer aller Klimazonen vor allem hat. Insofern kann man die Irrenhäusler von Bonn getrost als – nein, nicht als Falsifikate, aber doch durchaus als Identifikate bezeichnen: In ihrer enteigneten Verwüstung, in ihrer verwüstenden Selbst-Enteignung, in ihrer Selbst-Enthauptung und Entseelung sind sie wahrhaftig echt: Opfer des Kammerjägers sind sie, – Schatten ihrer selbst. Seine Schuld, wo sie besteht, zu leugnen, wäre nach allem nicht nur menschlich normal, sondern – aus analytischer Sicht – ein Weg zur Gesundung als eine Abwehrmaßnahme gegen diese nagende, fressende Schuld, die den Menschen im Kern vernichtet.

Mit diesem Kunststück, wenn man so will, stellt die Seele ihre Unversehrtheit wieder her und bewahrt so dem Menschen das Leben. Das kann man natürlich als Lebenslüge bezeichnen. Aber das Wort wird bedeutungslos, wenn wir sehen, daß wir alle uns selbst belügen, damit wir leben können. Es liegt auf der Hand, wie zuverlässig sich der Schuldhebel zur Vernichtung ansetzen läßt, wie die Erkenntnisse der Psychoanalyse über die Abwehrdynamik der menschlichen Seele nicht nur sich politisch instrumentalisieren, mißbrauchen lassen, sondern wie er sich jetzt tatsächlich mit chirugischer Präzision zur Kriegswaffe eignet.

Der Schuldhebel ist zum Völker-Mordknüppel geworden. Denn noch einmal, und das sollen Sie bitte wörtlich verstehen: Schuld tötet. Und hier setzt die politisch infame Blockade ein, die zum Tode führt, die lautloses ausblutendes Töten zur Folge hat: das Unterbinden des Schuld-Abladens, des Entschuldungsprozesses als eines Akts notwendender seelischer Hygiene.

Unsere deutsche Schuld darf nicht geleugnet, sie darf nicht mit Nichtwissen bestritten, sie darf nicht einmal mehr bezweifelt: sie darf nicht verdrängt werden. Warum? Darum: Ihr Gift soll ungeschmälert wirksam bleiben. Auch der mittelalterliche Versuch der Ablaßzahlungen fruchtet nicht, wie wir erfahren haben. Der Klingelbeutel wird entgegengenommen, der Ablaß aber bleibt unerteilt – usque ad finem: bis zur Auszehrung oder vage Hoffnung? – zum Furor teutonicus. So ist Auschwitz zum Weltbrand-Spiel geworden, Zwischen Berliner Blau und blauem Dunst räkeln sich drohend blaue Gutachten. Sie bringen Bewegung ins Stilleben von Täter und Opfer und Schuld und Sühne. Auschwitz ist der historische, religiöse und aktualpolitische Angelpunkt der Weltordnung: Auschwitz ist der Nabel der Welt, ist die Nabe des Rads, auf das wir gebunden sind, Auschwitz ist der Schwerpunkt des Seiltänzers im politischen Balance-Akt.

Auschwitz erhält uns die Süßmuthigkeit ‚unseres‘ politischen Lebens. Diese ‚Nabel‘-Weltschau wird auch von „orthodoxen“ Juden so empfunden, wenn sie Auschwitz als ein die göttliche Kunde erfüllendes Endzeitgeschehen begreifen, wenn sie es als Schlußakkord, als Ende ihres Leidenswegs erleben. Schon die Wahl des Worts, „Holokaust“, ist etymologisch und in seiner weihevollen Unscharfe geradezu ein Beweiselement für die religiöse Quelle (zumindest die religiöse Konnotation) und die religiöse Flußrichtung in der Interpretation dieses esoterisch anmutenden Begriffs (holos -gr.-: ganz, vollkommen, unversehrt; keiein -gr.-: brennen, ätzen). Daher gilt in Abwandlung eines bekannten Sprichworts dies: Wenn es die Aura von Auschwitz nicht gäbe, dann müßte sie erfunden werden.

Unter der kaustischen Dunstglocke von Auschwitz vollzieht sich heute eine sakrosankte Täterschaft im Grenzenlosen und Ungenannten, – eine letzte, durchdringend-heimliche Machtergreifung, die uns alle, uns Deutsche und fast alle anderen Völker, tödlich bedroht. Ernst Jünger hat diese letzte Machtergreifung durch Völkervernichtung als das entlarvt, was er die „‚Bürgerliche‘ (n) Vorstellungen“ nennt: „Gesellschaft ist die Gesamtbevölkerung des Erdballs, die sich … als das Idealbild einer Menschheit darstellt, deren Spaltung in Staaten, Nationen oder Rassen im Grunde auf nicbts anderem als einem Denkfehler beruht.

Dieser Denkfehler wird jedoch im Laufe der Zeit durch Verträge, durch Aufklärung, durch Gesittung – oder einfach durch den Fortschritt der Verkehrsmittel korrigiert, Gesellschaft ist der Staat, dessen Wesen sich in demselben Grade verwischt, in dem ihn die Gesellschaft ihren Maßen unterwirft. Dieser Angriff findet durch den Begriff der bürgerlichen Freiheit statt, dessen Aufgabe die Umwandlung aller verantwortlichen Bindungen in Vertragsverhältnisse auf Kündigung ist“ (Ernst Jünger, „Der Arbeiter“, S. 22). Statt es zu sehen, schauen wir alle weg, – dorthin, wohin die dürre Hand weist: „Haltet den Dieb“. Ein uralter Ganoventrick macht heute Weltpolitik.

„Der Nationalsozialismus war eine Gewaltherrschaft“, heißt es. Dieser Glaube ist das Eis, auf dem allein die Fundamente dieses Staates ruhen. Die Angst unserer Politiker, einzubrechen und unterzugehen, ist daher berechtigt. Nach dieser Lehre war der NS die erste Gewaltberrscbaft dieser Welt über ein Volk so dumm, daß man es gewaltsam zu seinem ‚wahren‘ Glück hin ‚befreien‘ mußte. Zu dieser Befreiung gehörte nach der Bombardierung und Exekutierung die Entnazifizierung der am Leben Gebliebenen. Entnazifizierung aber war und ist die Bombardierung und Hinrichtung von Geist und Seele derer, die physisch überlebt haben. Klassenziel war, daß die Besiegten sich selbstvergessen als Befreite verkennen. Sie hatten zu begreifen, daß das eigene Erleben ein Irrtum war: die kollektive, öffentlich sichtbare Zuversicht, das Arbeit-und-Brot-Haben, die Freude, der Aufstieg – durch Arbeit und Vertrauen in die eigene Kraft.

Gedacht als Gehirnwäsche und Rückführung unseres Volks auf den menschlichen Komposthaufen von US-‚Demokratie‘ und Konsum, sollten wir in der Nabelschau kreiseln und uns als Volk erschöpfen. Der Sieger und seine Adjutanten in vorderster Front – derselbe Legionär, der auch in Irak wieder so enthemmt zur Hand ging – zerspelzte und zerspelzt noch den einst gleichgerichteten Volkswillen im Pluralismus, in der Wertebeliebigkeit: Ein Lernbehinderter aus Frankfurt, geborner Hesse wie ich, brachte es in einem Gespräch mit mir einmal auf den Punkt. Er sagte: „Es is alles derselbe Unnerschied.“ Das trifft es. Es ist hier wahrhaftig alles derselbe Unterschied. Das ist Pluralismus. Pluralismus ist die Einform der Gosse. Über diese ausgreifende Krake namens ‚Gesellschaft‘, die unsere Gemeinschaft zerstört und – mit Ernst Jünger – menschliche „Bindungen“ auf die Ebene von „Vertragsverhältnissen“ erniedrigt, über die Demokratie US-amerikanischer Provinienz und beispielhafter Perversion gibt der ehemalige US-Außenminister Baker ein ungeheuerliches Urteil ab (Sally Webster, Juni 1992, zitiert nach Remer Flugblatt Nr. 1): „Unsere Scheindemokratie wurde von den Juden erfunden, Aus dem strafrechtlichen Begriff der Bestechlichkeit machten sie ganz einfach den Lobbyismus. Sie benutzen unsere Milliarden, die wir an Israel zahlen, um Abgeordnete für die Israel-Lobby zu gewinnen; sprich, um Abgeordnete zu bestechen. Die Demokrarie erlaubt das. Damit sind uns die Hände gebunden. Wir sind Sklaven geworden im eigenen Land.“ So leicht wollen wir es uns hier nicht machen, denn: ‚Die Juden‘ waren es wohl nicht, sondern allein ihr zionfaschistiscber Abhub; aber in Amerika, um einmal etwas Positives über diese Fabrik des neuen Menschen zu sagen, hat man es nicht nötig, immerfort listig an Sprachhülsen zu feilen, als stehe der Staatsanwalt des Totalitarismus dicht daneben und stenographiere. Niederlage und Entnazifizierung: Das sei Befreiung gewesen. Und wir glauben es. Der VW aus der Villa Hammerschmidt hat es noch am 8. Mai 85 wiederholt. In Wirklichkeit war die Entnazifizierung eine experimentelle Schuld-Infektion, eine Auffrisch-Erkrankung sozusagen aus dem Budenzauber des Erbsünde-Milieus.

Seltsame Kriegsgegner müssen das im Zweiten Weltkrieg gewesen sein. In den Reden an ihre Bevölkerungen sagen sie, sie wollen uns vernichten, und dann tun sie das Gegenteil, tun uns Gutes und befreien uns?

Quelle: volkinbewegung.de


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Die Glücksstrategie für Herz & Hirn
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