Freibier!

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Von Selberdenker

Es war einmal eine erfolgreiche deutsche Brauerei, die in die ganze Welt exportierte. Ihre Produkte waren überall angesehen, ihr Firmenname hatte einen guten Klang, stand für Stabilität, für faire Arbeitsbedingungen, für eine gewachsene Unternehmenskultur, für sorgfältig kontrollierte Produktion und für Qualität: Die „Deutschland AG“.

Zu dieser Zeit begab es sich, dass es in einem fernen Land Krieg gab. Der Krieg brachte Not und Zerstörung mit sich und Viele beschlossen, ihre Heimat zu verlassen. Gleichzeitig brachen aber auch von überall auf der Welt Männer auf, aus Ländern, in denen es keinen Krieg gab. Sie alle hatten ein gemeinsames Ziel: Die „Deutschland AG“.

Da hatte die Direktorin der Deutschland AG eine Idee. Sie stellte sich auf ein volles Bierfass, lud die internationale Presse ein und rief mit ausgebreiteten Armen: „Freibier! Wir schaffen das!“ In der Einfahrt zur Firma wurde die Schranke abmontiert und der Pförtner und die gesammte Belegschaft bekam einen Breitbildfernseher zur Verfügung gestellt, auf dem 24 Stunden lang Dschungelcamp, Fußball und Maischberger liefen. Eine tägliche Kiste Bier sorgte dafür, dass man das alles toll fand und nicht unnötig oft aus dem Fenster guckte.

Nach den Ankündigungen der Direktorin ging ein Raunen durch die Menge und sie erhielt minutenlang begeisterten Beifall. Einige Menschen weinten vor Erregung. Die fremden Massen kamen – zumeist Männer. Man verteilte Teddybären und baute Unterkünfte für die, die es auf das Gelände der Deutschland AG geschafft hatten.

Einige Störer merkten an, dass es doch eigentlich sinnvoller wäre, die Unterkünfte in der Krisenregion zu errichten, damit die geltenden Regeln eingehalten würden, mit den eingesetzen Mitteln wesentlich mehr, wirklich hilfsbedürftigen Menschen geholfen werden konnte und sich dann niemand überhaupt auf die gefährliche Reise begeben mußte. Einige sahen durch den Ansturm auch Probleme auf die Deutschland AG zukommen. Solche Stimmen wollte man aber nicht hören.

Jemand, der die gute Direktorin, Frau Mogel, anzweifelte, konnte kein Mensch sein, da war man sich bald einig. Solche Leute waren „Menschenfeinde“. Der Vorstand und der Betriebsrat standen geschlossen hinter ihrer Direktorin. Sogar die Belegschaft jubelte der Direktorin zunächst mit glänzenden Augen zu, obwohl die Belegschaft in dieser AG auch zugleich die Aktionäre waren, die somit das gesammte Risiko trugen.

Der Betriebsgeistliche betonte, dass es in Klosterbrauereien eine lange Tradition gab, gratis Bier an die Armen auszuschenken. Wer die Freibierpolitik des Vorstandes kritisiere, könne deshalb kein Christ sein. Alles war gut – in der Deutschland AG.

Das Freibier kam sehr gut an. Immer mehr Menschen wollten zur Deutschland AG gelangen. Einige kamen auf der Reise um, obwohl bereits kostenlose Reisen zur Deutschland AG organisiert waren. Busse und Fährdienste standen bereit und sogar die öffentlichen Verkehrsmittel durften gratis benutzt werden, wenn man nicht zur Belegschaft der Deutschland AG gehörte und zum versprochenen Freibier gelangen wollte.

Die Belegschaft der Deutschland AG war fleißig und gut organisiert. Sie gaben alles, bemühten sich, teils auch ehrenamtlich, all die Fremden zu versorgen. Trotzdem gab es bald Probleme: Zerstörungen, Konflikte, Kriminalität und Übergriffe gegen Frauen und gegen Menschen, die nicht den Glauben der Mehrheit der Fremden teilten. Auch die Belegschaft wurde zunehmend von einigen der Fremden angegriffen. Es gab Tote und Verletzte.

Unter den Fremden kamen bald Forderungen auf, ihnen statt Freibier, freier Keidung und Naturalien künftig Geld auszuzahlen. Das wäre menschenwürdiger.

In der Belegschaft, also unter den Aktionären der AG, wuchs langsam der Unmut gegenüber der Politik das Vorstandes. Der Co-Direktor, ein beleibter Herr Gabel, nannte Mitarbeiter, die die Politik der Direktorin lautstark kritisierten, „Pack“. Aus dem Vorstand heraus kamen noch andere Bezeichnungen. Mitarbeiter, die die Freibierpolitik ablehnten, seien eine „Schande“ für die Deutschland AG und sollten die Firma unverzüglich verlassen.

Man ließ durch die firmeneigene Zeitung vermelden, dass durch die vielen fremden Männer ja schließlich neue Arbeitsplätze entstanden seien. Neue Unterkünfte müssten für die Fremden errichtet werden, all die Menschen müssten versorgt, Zerstörungen müssten repariert werden, die Unterkünfte gereinigt und all den Fremden müsse schließlich unsere Sprache beigebracht werden. Davon würde die Belegschaft proftieren, sagte man ihnen.

Ausserdem ginge es dem Unternehmen doch gut – man wüsste gar nicht, was man mit all den Gewinnen anstellen sollte. Für die Leiharbeiter und Geringverdiener in der Deutschland AG klang das wie blanker Hohn. Dass Mogels Freibierpolitik für Betriebsfremde, überwiegend Personen ohne Hilfsanspruch, vom Kapital der AG vollständig finanziert werden muß, letztlich also 1/1 auf Kosten der Aktionäre und auf Kosten der Zukunft der Firma geht – das sagte man ihnen nicht.

Es wurde nicht besser in der Deutschland AG. Die Belegschaft war durch die Freibierpolitik das Vorstandes gespalten wie nie. Es gab schwere Anschläge durch Fremde auf dem Firmengelände und auch in benachbarten Firmen. Es gab massenhafte Vergewaltigungen, die die hilfsbereite Belegschaft völlig überraschten. Zudem gab es noch viele weitere Zwischenfälle, über die die hauseigene Firmenzeitung zwar nicht berichtete, die aber trotzdem irgendwie bekannt wurden. Doch der Vorstand ließ unbeirrt immer weiter Freibierfässer aus dem Lager rollen.

Einige langjährige Mitarbeiter der Deutschland AG zweifelten nun auch vorsichtig an, dass ein Gesundheits- und Sozialsystem, in das sie selbst einige Jahrzehnte lang sehr viel hart erarbeitetes Geld einzahlen mußten, nun auch für Millionen fremder Männer ohne Hilfsanspruch gelten soll, von denen zudem Viele bald auch noch ihre Familien in den Versorgungsbereich der Deutschland AG holen wollen.

Eine Hauptversammlung steht vor der Türe und da die Mitarbeiter der Deutschland AG auch gleichzeitig die Aktionäre sind, haben sie, als Eigentümer der AG, Stimmrecht. Die Umfragen deuteten gerade darauf hin, dass der Vorstand etwas an Unterstützung verliert. Co-Direktor G. kritisierte daraufhin die Politik, die er bislang mitgetragen und über zwei volle Jahre hinweg zähnefletschend und bitter böse verteidigt hat. Es gäbe Probleme, ja, die Verantwortung liege aber alleine bei der Direktorin.

In der Deutschland AG wird bald gewählt.

Quelle: Politically Incorrect


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