Postfaktische Zensoren

1
768

Von Michael Paulwitz

„Wir leben in postfaktischen Zeiten“, verkündete im September die Bundeskanzlerin vor der Bundespressekonferenz. Sie muß es ja wissen. Postfaktisch soll nach gängiger Lesart bedeuten, daß Gefühlen und Spekulationen mehr geglaubt wird als Tatsachen.

„Postfaktische Politik ist ein politisches Denken und Handeln, bei dem Fakten nicht im Mittelpunkt stehen. Die Wahrheit einer Aussage tritt hinter den Effekt der Aussage auf die eigene Klientel zurück“, definiert Wikipedia.

Da kann sich die Kanzlerin gleich selbst zum Kronzeugen nehmen. Ihr „Wir schaffen das“ ist nach dieser Definition ein Paradebeispiel für „postfaktische“ Politik: Emotionsgeladen und von Fakten und rationaler Analyse ungetrübt, und der begeisternde Effekt auf die anvisierte Klientel (nein, nicht die doofen Wähler, sondern die grünlinke Meinungsmacherkaste) war ja auch durchschlagend.

Aber nicht nur die Kanzlerin kennt sich mit „postfaktischer Politik“ aus. Heiko Maas, der Bundesjustizministerdarsteller, ist ein gelehriger Schüler, wenn er mit der Ernsthaftigkeit einer Büroklammer Sätze wie diesen verkündet:

„Es gibt keine einzige nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen.“

Das gute Gefühl und die korrekte Gesinnung zählen

Daß die Sicherheitsbehörden inzwischen schon reihenweise Terrorverdächtige verhaftet haben, die in Asylunterkünften gemeldet waren, daß gleich mehrere der Attentäter von Paris und Brüssel als Asyl-Immigranten nach Europa gekommen waren, muß in diesem Zusammenhang nicht interessieren. Das gute Gefühl und die korrekte Gesinnung zählen.

Erst recht bei postfaktischen Politikern wie Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: „Die Einwanderer bezahlen die Rente derjenigen, die in Dresden auf die Straße gehen.“ Die Vorlage dafür könnte vom postfaktischen Ökonomen Marcel Fratzscher stammen („Viele der Geflüchteten werden die Renten der Babyboomer zahlen.“)

Oder auch vom postfaktischen Konzernlenker Dieter Zetsche, der vor einem Jahr ein Flüchtlings-Wirtschaftswunder herbeiphantasierte: „Genau solche Menschen suchen wir bei Mercedes und überall in unserem Land.“ Wie viele „Geflüchtete“ haben die Dax-Konzerne gleich wieder eingestellt? 54? Und Daimler?

Das Establishment ist der Durchblicker

Politiker, die sich nicht um Fakten scheren, findet man an jeder Ecke. Wolfgang Schäuble gehört auch dazu, der jede neue Milliardenspritze für das bankrotte Griechenland ungerührt mit dem „guten Weg“ und den „erheblichen Fortschritten“ rechtfertigt, die das Land doch mache. Eine lustige Auswahl findet sich hier:

Aber für solche Kritik wurde der Begriff natürlich nicht erfunden. Wenn derzeit inflationär von „postfaktisch“ geschwätzt wird – seit neuestem mit dem Segen des Oxford English Dictionary und der brav hinterherdackelnden Gesellschaft für deutsche Sprache, die das Schlagwort prompt zum „Wort des Jahres“ ernannt hat –, dann vor allem deshalb, um als „rechtspopulistisch“ geschmähte Anti-Establishment-Kräfte – Trump-Fans in den USA, AfD, Pegida und andere hierzulande – in die Doofen-Ecke zu stellen.

Die machen Bauchpolitik, wir vom Establishment sind die Durchblicker, soll das Gerede von „postfaktisch“ suggerieren. Die fallen auf jede Falschmeldung („fake news“) rein, wir haben die Vernunft, die Wahrheit und die Fakten gepachtet.

Hintertürchen für Zensur

Wer bei „fake news“ also an den etablierten Medien-Chor denkt, der wie auf Kommando illegale Einwandererscharen pauschal zu kriegstraumatisierten „Flüchtlingen“ umlügt, sich mit allen Kameras auf ein paar versprengte Asylbewerber-Familien stürzt, obwohl vor allem junge, kerngesunde Männer ins Land strömen, und von Asyl-Lobbyisten mit mehr Photographen als „Flüchtlingen“ dreist inszenierte „humanitäre Katastrophen“ wie den angeblichen Grenz-Sturm im griechischen Idomeni reflexartig weiterverbreitet, liegt grundfalsch.

Derart dreiste Manipulationen meint auch die CDU nicht, wenn sie seit neuestem dafür eintritt, die Verbreitung von „fake news“ unter Strafe zu stellen. Die Meinungsmacher von ARD, ZDF und Stromlinienmedien haben da nichts zu fürchten: „Fake news“ werden nämlich nur dort gesucht, wo die etablierte Sicht der Dinge in Frage gestellt wird. Die aktuellen Kampagnen gegen „postfaktische Politik“ und „fake news“, die vorgeblich die Bürger, denen man das eigene Denken nicht zutraut, vor bösen Verführern schützen sollen, sind deshalb nichts anderes als ein raffiniertes Hintertürchen für Zensur und Gesinnungskontrolle mit neuem Etikett.

Und da so mancher, der sich heute gern zum Meinungswächter aufschwingen möchte, tendenziell noch dümmer ist als die „deutschen Censoren“ zu Heines und Metternichs Zeiten, könnte es in nicht allzu ferner Zukunft sogar schwer werden, wenigstens noch Witze über die Mächtigen zu reißen, ohne dafür gleich gemeldet zu werden. Willkommen im postfreiheitlichen und prätotalitären Zeitalter!

Quelle: Junge Freiheit


Psychologie der Massen
Politiker hassen dieses Werk, weil es ihre Argumente und Programme entlarvt. Wie schaffen es Politiker, dass sie von den Massen immer wieder gewählt werden? Und wie ergreifen Diktatoren die Macht? »Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird!«, sagte Gustave Le Bon bereits vor rund 120 Jahren… (weiter)


Propaganda
Edward Bernays (1891-1995) gilt als Vater der Public Relations. Mit seinem Buch Propaganda aus dem Jahr 1928 schuf er die bis heute gültige Grundlage für modernes Kommunikationsmanagement. Der in Wien geborene Bernays war ein Neffe Sigmund Freuds, der sich dessen Erkenntnisse der modernen Seele zunutze machte und sie in den Dienst von Regierungen und Konzernen stellte. Propaganda ist Bernays Hauptwerk. In Propaganda beschreibt Bernays alle wesentlichen Techniken der Meinungsbeeinflussung… (weiter)


Volkspädagogen
Nie zuvor haben Journalisten und Politiker die Bürger im deutschsprachigen Raum so von oben herab behandelt wie heute. Sie agieren arrogant, abgehoben und selbstgefällig – und pfeifen auf Neutralität, Objektivität und die Wahrheit. Die anmaßende Parole dieser Deutungselite lautet: »Wir wissen es besser.« Doch längst haben die Menschen es satt, sich Schuldgefühle einimpfen zu lassen… (weiter)


Lügenpresse
Den Leitmedien laufen die Leser davon. Hohe Auflagenverluste, Anzeigeneinbrüche und massive Kritik aus der Leserschaft – das sind die Symptome einer Medienlandschaft, die völlig versagt. Journalisten sind nicht nur gekauft, sie verhalten sich ihren Lesern gegenüber auch wie Oberlehrer. Anstatt ihre Leser objektiv zu informieren, versuchen sie diese durch Fälschen, Verdrehen und Verschweigen politisch korrekt zu erziehen und zu manipulieren. Doch Journalisten haben ihren Lesern gegenüber keinen Erziehungsauftrag, sondern einen Informationsauftrag… (weiter)


Gekaufte Journalisten
Haben auch Sie das Gefühl, häufig manipuliert und von den Medien belogen zu werden? Dann geht es Ihnen wie der Mehrheit der Deutschen. Bislang galt es als »Verschwörungstheorie«, dass Leitmedien uns Bürger mit Propagandatechniken gezielt manipulieren. Jetzt enthüllt ein Insider, was wirklich hinter den Kulissen passiert. Welche Journalisten sind in welchen Lobbyorganisationen vertreten? Welche Organisationen beeinflussen unsere Medien mit einseitiger Propaganda? Welche Journalisten welcher Medien wurden für ihre Berichterstattung geschmiert…? (weiter)

1 KOMMENTAR

Hinterlassen Sie einen Kommentar