Schlapphut-Spekulationen über den Tod von Anis Amri

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Von Wolfgang Eggert

Anis Amri ist tot. Viele dürften´s zufrieden sein: „Gut, der hat´s verdient“ lautet jetzt der Grundtenor. „Hat er?“ fragte ich mich – und rief spontan einen Bekannte an, der – ganz sicher – Polizist ist, den ich aber – zugegeben unsicher – der „politischen Polizei“ zuordne, also dem erweiterten Kreis dessen, was man so landläufig als „Schlapphutfraktion“ bezeichnet. Das gemeinsame Gespräch war befruchtend, interessant, wirklich interessant. Nicht, dass der Mann aus dem Nähkästchen geplaudert hätte, Dienst-habende in diesem Bereich tun das grundsätzlich nicht, schon überhaupt nicht am Telefon. aber sie bleiben halt auch irgendwo „Mensch“ und reden manchmal auch wie du und ich. „Sieh mal, was du da denkst…“ oder „ich würde eher sagen, dass…“ sind Floskeln, die da durchaus rüberkommen.

Jeder hat nun seinen eigenen Blick auf die Ereignisse rund um den Berliner „Vorfall“, ich habe meine, er hat seine. Entscheidend ist, was irgendwann unterm Strich rauskommt. Wer auf dieses irgendwann nicht warten will, bitte, hier die Conclusio des Brainstormings. Furztrocken, wie es sich für einen „Polizeireport“ gehört – die Spannung in den Einzelzusammenhängen mag dem Leser eine gewisse Entschädigung bereithalten:

1. So wie Lee Harvey Oswald Agent des CIA war, so war Anis Amri Agent des Verfassungsschutzes: seine acht Identitäten zeigen es, das dauernde Augenzudrücken der Behörden angesichts seiner beachtlichen Verbrechensvita zeigt es. Er wohnte bei einem Islamisten und hatte Kontakt zum Führer der Bewegung – auch das zeigt es, seine monatelange Observation durch die Dienste zeigt es – sie ist lediglich die „Begleitung“ eines Angestellten.

2. so wie Lee Harvey Oswalds „Fingerspuren“ von einem gegnerisch-ausländischen Dienst in ein Terror-Attentat gelegt worden sein könnten, um die Ermittlungen des angegriffenen Staats (in win-win-Situation erpressungstauglich) zu behindern, so wurden Anis Amris „Fingerspuren“ nebst Pass in das Berliner Terror-Ereignis eingelegt – aus dem gleichen Grund: um die Ermittlungen der deutschen Sicherheitsbehörden von Anfang an matt zu setzen und diese zugleich unter Druck zu nehmen.

3. der vermeintliche Täterpass wurde sofort gefunden. Pegida- Gründer Lutz Bachmann twitterte unter Berufung auf Ermittlungen der Berliner Polizei schon zwei Stunden nach der Tat von einem tunesischen Verdächtigen. die geschockten deutschen Behörden gaben den Fund des Ausweises – ihres eigenen Mannes – 36 Stunden nicht an die Presse und verpixelten danach die Suchplakate.

4. durch die Grundbedingungen hatten gleich ZWEI Parteien ein „Problem“ mit Anis Amri: die deutsche, weil die Chance bestand, dass Amris Tätigkeit für sie durch ihn bekannt würde. Und die Tat-abwickelnde ausländische Einheit, weil Amri ein Tatzeitalibi hätte vorlegen können. Das war – so oder so – das Todesurteil des vermeintlichen Täters.

5. weil Amris Coming-out innerhalb von 48 Stunden hätte passieren können – aber nicht passierte – und weil diese Gefahr durch die Täter im voraus planbar war, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er von ausländischer Hand bereits im Vorfeld der Tat „erledigt“ wurde größer. Dass die Familie Medienberichten zufolge bereits 2 Wochen vor dem LKW-Angriff den Kontakt zu Amri verlor, spricht ebenfalls für ein Vorfeld-„Ausschalten“. Dass man mit diesem Vorgehen zudem „Handhabe“ erhielt, die Fingerabdrücke des Mannes im LKW zu verteilen sei hier einmal geschenkt.

6. die „Überwachungsaufnahmen“ Amris in einer Moschee passen in diesen Ablaufplan, da sie „zufällig“ einen Tat-überleben „dokumentieren“. Die Filmqualität ist nicht gerade exzellent, der Nachweis, wann die Bildstrecke angefertigt wurde, dürfte strittig sein, die Frage, wer die Aufnahme zu welchem Zweck anfertigte, wird von den transatantische Medien nicht hinterfragt. Nur eins bitte beachten: es macht täterseitig überhaupt keinen Sinn, nach einem aufsehenerregenden Verbrechen, bei dem man (angeblich) seinen Ausweis hinterlässt, bei dem man also auch sofort per TV-Übertragung zur Fahndung ausgeschrieben werden kann – öffentlich zu bleiben und ausgerechnet seine ideologische „Einspeisungszentrale“ – eine Moschee – zu besuchen.

So können „befruchtende Unterhaltungen“ laufen. „Food for thought“ nennt das der Brite. Warum nicht? Man wird ja mal laut denken dürfen…

Quelle: Compact Online


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