Anne Will und die pösen Populisten

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Von Stephan Paetow

Unsere heutige Volkshochschulstunde hatte das Thema: „Emotionen statt Fakten – Warum ist Trump so erfolgreich?“ Die Zuschauer sollten am Ende gelernt haben, dass die Antwort heißen muss: „Darum“ ist Trump so erfolgreich.

Es ging also mal wieder um die pösen Populisten, und wäre des Einschaltens nicht wert gewesen. Aber die Besetzungscouch war dann doch zu gut: Der unpopuläre Populist Machtin Schulz, der einstige Star-Populist Oskar Lafontaine (von dem leider – Spoiler Alarm! – nur noch Sahra Wagenknecht übrig geblieben ist), und, man glaubt es kaum, der einzig echte (TV-)Populist Thomas Gottschalk!

Gottschalk wird sich selbst am meisten gewundert haben in eine Polit-Runde eingeladen worden zu sein, und wird sich gefragt haben, ob die Tatsache, dass er einige Jährchen drüben verbracht hat, für German Quality Talk ausreichen kann. Deshalb hat er sich vorsichtshalber vorher ein Buch angeschaut, und gleich mal die Sloterdijk-Formulierung von den Amis als „rätselhaftes Kindvolk“ in die Runde gepfeffert. Willkommen bei Anne Will!

Gottseidank war es das einzige sachdienliche Buch, das er im Kopf hatte, so dass wir den Thommy bekamen, den wir von früher kennen. „Malibu, wo ich mich auskenne, ist nicht Amerika“, beschied er die ewigen Fragen „Warum nur wollen so viele Trump?“  Überhaupt sei „die Angst, dass Trump passiert“ in den USA nicht so groß wie hier. Schließlich gebe es zwei merkwürdige Kandidaten, von denen ein Freund ihm gesagt hätte: Einer gehört in die Klapse, der andere ins Gefängnis.

So ist er, der gnadenlos harmoniebedürftige Moderator, er möchte am liebsten neutral bleiben, keinem weh tun. Nur, dass Deutschland sich verändert hat, seit „Wetten, dass…?“ vorbei ist. Nix mehr mit neutral. Das machte ihm der Redaktions-Einspieler ganz flott klar. Da wurden zu passender Musik in Moll die „Trump-Lügen“ aufgezählt: Obama hat ISIS geschaffen. Mexikaner seien Vergewaltiger, Drogenhändler, Mörder. Arbeitslosigkeit sei bei 42% – all das habe der Republikaner behauptet. Punkt eins: Ballaballa. Punkt 2 und 3 durch Statistiken wiederlegt. Ha! 3:0 für das Anne Will Team.

Nun, sagte der ebenfalls eingeladene Republikaner und ehemalige hohe Militär Roger Johnson, Lügen seien das nicht. Obama und Hillary hätten die Truppen aus dem Irak abgezogen, bevor die irakische Armee funktionstüchtig war, und aus diesem Vakuum entstand die ISIS.

Und dass Statistiken oft das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind, dürften nicht ganz unbedarfte Zuschauer auch aus Merkelland wissen. Dass Trump von illegalen Einwanderern spricht und nicht von Mexikanern – geschenkt. Dass es breite Unterstützung von Gruppen wie „Mexicans for Trump“ gibt – geschenkt. Dass Trump einreisende Muslime schärfer kontrollieren will als europäische Grenzschützer das tun – entbehrt nicht der Logik.

Dann rechnete Johnson noch 30 Millionen arbeitslose Amerikaner aus, eine Bilanz, die auch nicht so ganz gegen Trumps Zahlen spricht, wobei die 42% natürlich eh nicht belegt wurden.

Dass es den Amerikanern, gesamt gesehen, eher beschissen geht, hat sogar der Malibu-Resident Gottschalk mitbekommen. „Das ist zu einem großen Teil ein Dritte-Welt-Land geworden“, sagte der Entertainer. „Dass die alte Regel – wenn es den Reichen besser geht, es auch den Armen irgendwann besser geht – nicht mehr funktioniert, habe sogar ich schon gemerkt.“

An dieser Stelle wollen wir pflichtschuldig Constanze Stelzenmüller erwähnen, die nach Stationen beim Tagesspiegel, der Zeit und dem linken Brookings Institute in den USA ständig Vorträge hält über die tolle Frau Merkel und ähnliche Raketen. Natürlich schlägt ihr Herz für Hillary! Und natürlich hat sie statt Fakten hauptsächlich Emotionen zu bieten: Trump ist der Teufel! Damit ist es eigentlich schon gesagt.

Einmal blitzt noch bei Lafontaine der alte Oskar auf: Hillary steht für Wall Street, den industriell militärischen Komplex, hat den Libyen-Krieg mit angezettelt und will noch mehr Bomben auf Syrien werfen, so ist das!

Die Hillary-Versteherin entgegnete den Tränen nahe: Stimmt nicht, stimmt nicht, stimmt nicht … Damit wollen wir sie ausblenden.

Warum Oskar, der den ehemaligen Mit-Genossen Schulz vorschriftsmäßig duzte, ansonsten so blass blieb, könnte zwei Gründe haben: Der alte Löwe ist müde geworden, oder er muss sich zusammenreißen als zukünftiger Juniorpartner bei Rot-Rot-Grün. Wir vermuten ersteres, die zweite Möglichkeit ist reine Zahlenmystik.

Zurück zum einzigen Profi-Entertainer Thomas G., der Trump kollegialen Respekt zollte. „Ich schaue ihm als Showman begeistert zu.“ Hillary hingegen täte sich mit dem Menschlichen schwer. Als sie einmal – ganz populistisch, vor laufenden Kameras – eine U-Bahn-Karte lösen wollte, wusste sie nicht, wie das geht. „Sie wirkt wie eine Chemie-Lehrerin.“ (böser Blick von der emotionalen Constanze)

Dann gestattet er sich noch die saloppe Trump-Erklärung: „Das ist so, als wenn bei uns Dieter Bohlen Nachfolger von Gauck würde.“ Nun wird ja bei uns der Präsident ausgekungelt und nicht gewählt, aber wir erlauben uns einen anderen Vergleich: Vor Jahren schon bescheinigten seriöse Umfragen einer journalistischen Kunstfigur namens Horst Schlämmer („knallhart nachgefragt“) 25% Zustimmung, sollte er als Kanzler kandidieren.

Und was gab Moralschäumer Schulz, Präsident des Europa-Parlaments von sich?

Zum Beispiel so was: „Politiker, die Macht haben, können das Leben für Generationen ändern. Deshalb ist es gut, wenn denen die Medien auf die Finger schauen. Der Trump ist gefährlich, mit fast totalitären Zügen.“ Ein Satz, der auf ihn und Merkel mindestens ebenso perfekt passt – aber das begreift er in diesem Leben nicht mehr.

Aber Thomas, der „Heiterhannes“, wie ihn der Spiegel mal nannte, als da noch mit feinem Florett geschrieben wurde, begriff, dass er am Ende besser deutlich die richtige Farbe bekennen muss, will er eine TV-Zukunft haben. „Ich hätte Brexit nicht gedacht, ich hätte Trump nicht gedacht. Lasst uns verhindern, dass es bei uns wegrutscht, wir haben auch viele Menschen mit Abstiegsängsten.“ Und dann sagte er tatsächlich, „dass das möglich sei mit intelligenten Leuten wie Ihnen.“

Schulz hatte nicht den geringsten Zweifel, dass er damit gemeint war. Das war wirklich lustig!

Quelle: Tichys Einblick


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