Täglich 19 Uhr Propagandaschau gucken!

1
1088

Auf der einen Seite sollte man informiert sein, damit man weiß, was den Leuten so untergejubelt wird, auf der anderen Seite steigt das Zornesbarometer gewaltig an, wenn man den Stuss sieht, der von dem zwangsfinanzierten ÖR täglich ausgekippt wird. Unerträglich das Putinbashing, das mal einen verschmitzt lächelnden Putin zeigt, wo der sonst nur mit dem dämonischen „Jud-Süss-Blick“ in Erscheinung tritt.

Grund des schelmischen Lachens sind natürlich seine Hackerangriffe und die erfolgreiche Manipulation der Wahl seines Spezels Trump gegen die arme Killary. Die Quellen für diesen minutenlangen Propagandabericht sind die geheimen(!) Veröffentlichungen der Geheimdienste, die gerade das nicht aussagen, was das zdf behauptet. Sogar n-tv bringt, dass keine Beweise da sind! Wer den Originalbericht mal lesen will, kann den hier runterladen. Gleich zu Beginn wird dargestellt, was ein Geheimdienst unter assessment versteht – nämlich Einschätzungen (und keine Beweise). In diesem Papier mit ca. 15 beschriebenen Seiten kommt 95 mal der Wortstamm assess (also einschätzen) vor (so Suchfunktionen haben schon was Gutes) und kein einziges Mal das Wort prove für beweisen oder know im Sinne von wir wissen. Im Rheinland würde man dazu sagen Nichts Genaues weiß man nicht. An das zdf: Schlagt mal im Langenscheidt nach, was assess bedeutet. Aber nicht verwechseln mit asses. Das sind die, die diesen Bericht im zdf zusammengenagelt haben – daher kommt das! Ich frage mich, was die vom zdf noch bringen, wenn Fake-News verboten werden? Oder sind nur die staatlich genehmigten Fälschungen erlaubt? Dann ändert sich ja nichts und dann kann das so bleiben wie bisher.

Noch ein Fake zum russischen Hackerangriff auf die Stromversorgung. Hier die Meldung aus der Propagandabteilung der Kollegen von der ARD. Herrlich die Formulierung Grizzly-Steppe-Attacke. Wer sich das nur immer ausdenkt? Die müssen ja wahre Lyriker in den Geheimdiensten sitzen haben. Da liegste flach in der Kurve! Die Washington Post hatte sich da aus dem Fenster gehängt – und musste kleinlaut zurückrudern. So sehen westliche Propagandafeldzüge aus. Volker Bräutigam und Friedhelm Klinkhammer kommen eigentlich mit ihren Programmbeschwerden gar nicht mehr nach und Fritz Goergen erwartet bei Tichy von Journalisten zurecht – zumal von großen Medien – , herauszufinden, WIE die Politikbeeinflussung stattgefunden haben soll, darüber zu berichten und die Auskünfte kritisch zu bewerten. Fakten statt Geschwafel. Soll mir einer noch mal kommen mit Medienmanipulation im Dritten Reich oder DDR! Das waren ja Waisenknaben gegen die Lügenbarone von heute.

Eben reicht mir meine freundliche Assistentin diese Meldung auf einem Stick rein: Putin will Merkel stürzen. Da keimt bei mir jetzt Hoffnung auf. Ich dachte schon, die Alte haben wir bis in alle Ewigkeit! Die Vita dieses Qualitätssoziologen könnt ihr selbst ergoogeln.

… und weil wir gerade so schön am nicht unberechtigten zdf-Bashing sind. Habe heute einen neuen Fake eingestellt, der mir erst jetzt zu Kenntnis gebracht wurde. Titel: Assad der Schlächter. Die Multikultivorzeigefrau, Preisträgerin für strammes Berichten, und Opfer meines wenig freundlichen Beitrags, Dunya Hayali, hat im Morgenmagazin am 17.5.2011 unter der Assistenz des Qualitätsjournalisten Christian Sievers kräftig losgetreten. Schauerlicher Bericht – mit Triggerwarnung vor dem Schlächter Assad – aber mit der klitzekleinen Fälschung: das über „verschlungene Wege“ zum zdf gelangte Prügelvideo aus Assads Folterkammer konnte schon damals über vier Jahre lang (seit dem 2.2.2007) bequem von jedem Sesselfurzer der Anstalt vom Mainzer Lerchenberg aus hochgeladen werden und zeigt Szenen aus dem Irak (Ich bin ganz stolz, dass ich das Originalvideo gefunden habe). Andi Möller lässt grüßen: „Afghanistan, Irak, egal, Hauptsache Syrien“. Dafür hat Sievers Christian eine schöne Dienstreise nach Jordanien gemacht („Man sieht Syrien hier hinter mir…“) um diesen Quark zu erzählen? Ich fahre auch demnächst nach Jordanien, aber diese Reise bezahlt mir nicht der Zwangsverrundfunkte, obwohl ich für eine minutenlange Nachricht an die Daheimgebliebenen noch Zeit hätte. Bis dorthin hätte ich auch noch genügend Horrorvideos parat, die wir dem Schuft ihrer Wahl in die Schuhe schieben könnten.

Das Oberkommando des Propagandafeldzuges gegen Russland bringt täglich um 19 Uhr die aktuellsten Meldungen von der Propagandaschlacht – natürlich ganz objektiv! Wer die Sendung verpasst hat, der kann sie um 20 Uhr nach-sehen. Man muss da nur den Kanal wechseln.


In eigener Sache:

Auf Facebook wurde ich u.a. von einem Hund (Profilbild Hund – keine weitere Infos oder Freunde) und anderen Freund*innen von Frau Hayali und von Frau Hayali – wenn sie es war – beschuldigt oder angegriffen (wie immer man das sieht), weil das mit dem angeblichen Syrienvideo ein alter Hut sei, der mittlerweile als Fehler erkannt und entschuldigt ist. Hier die Meldung von Hayali auf ihrer Facebook-Seite:

altes video- syrien-irak
ich habe es schon zig mal beantwortet bzw. versucht zu erklären, wie es dazu LEIDER kommen konnte, aber ich tue es gerne noch ein letztes mal.
allerdings nur in aller kürze, da im urlaub.
der korrespondent hat sich auf recherchen, informanten usw. verlassen bzw. sich abgesichert; und dennoch war die quelle falsch. die bilder stammen aus dem irak, nicht aus syrien.
wir haben es am nächsten tag in der sendung richtig gestellt und uns mehrfach entschuldigt.
ein fehler, der nicht passieren darf, aber leider passieren kann.
lg, dh
@unser herr seiler:
zum vorwurf, wir würden nur über den ‚despot assad‘ berichten – wenn sie das moma verfolgen sollten, dann dürfte ihnen aufgefallen sein, dass wir die rebellen/opposition (die es so ja gar nicht gibt) ebenfalls kritisch beobachten und nichts beschönigen, geschweige denn eine seite einnehmen.

Fehler, die so gravierend sind, müssen natürlich zugegeben werden. So kenne ich das aus meinen Schriftwechsel mit Leuten von der ARD und zdf. Dann wird immer hoch und heilig versprochen, dass man beim nächsten mal noch besser prüft. Bis zur nächsten Panne. Da wird Zeug auf dem „Markt“ eingekauft, das nur ins Weltbild passen muss, um gesendet zu werden. Notfalls mit dem Zusatz „Wir können nicht garantieren, dass … „, aber die Meldung steht im Raum. Ich nehme mal an, dass nur die Spitze des Eisbergs sichtbar ist. Die „Weißen Helme“ werden mit dreistelligen Millionenbeträge gepampert, nur um Filmchen zu drehen, die zum Weltbild der Guten passen. Unter Nachrichten verstehe ich was anderes.

Den Kommentatoren bei Frau Hayali habe ich angeboten, ihre Sicht der Dinge hier zu posten. Mal gespannt, ob die noch mehr drauf haben als alle gleichzeitig über mich herzufallen.

Quelle: altermannblog.de


Lügenpresse
Eine schonungslose Abrechnung mit unseren Massenmedien
Den deutschen Leitmedien laufen die Leser davon. Hohe Auflagenverluste, Anzeigeneinbrüche und massive Kritik aus der Leserschaft – das sind die Symptome einer Medienlandschaft, die völlig versagt. Journalisten sind nicht nur gekauft, sie verhalten sich ihren Lesern gegenüber auch wie Oberlehrer. Anstatt ihre Leser objektiv zu informieren, versuchen sie diese durch Fälschen, Verdrehen und Verschweigen politisch korrekt zu erziehen und zu manipulieren. Doch Journalisten haben ihren Lesern gegenüber keinen Erziehungsauftrag, sondern einen Informationsauftrag. (weiter)


Lügenpresse
Der Begriff Lügenpresse wurde das Unwort des Jahres 2014 – zu recht? Die Vertreter der Massenmedien schreien natürlich laut auf, wenn man Zweifel an ihrer Berichterstattung und deren Verhältnis zur Wahrheit äußert? Das machen aber immer mehr Menschen in Deutschland und werden dafür mit Verachtung der Medien gestraft. „Putins Trolle“ sollen die kritischen Leser und Zuschauer sein oder auch abgeblich schlicht zu dumm, um die Qualität der Medien zu erkennen. Allerdings haben sich die Massenmedien in den letzten Jahren derartig viele Verfehlungen erlaubt, dass sie mit solchen Aussagen nur noch lächerlich wirken. (weiter)


Lückenpresse
Das Ende des Journalismus, wie wir ihn kannten. Ist die Kritik an die etablierten Medien berechtigt oder Paranoia á la „Lügenpresse“? (weiter)


Die Liebe in den Zeiten der Lückenpresse
Reaktionäres vom Tage. Acta diurna 2015
„Wir schaffen das“ war ursprünglich der Ausruf Michael Klonovskys beim Anblick seines ersten Käsewagens in einem französischen Restaurant. Seitdem hat sein caesarischer Ausruf es weit gebracht. So weit, dass der Urheber sich mittlerweile an sein Leben im Sozialismus erinnert fühlt: „2015 ist das DDR-ähnlichste Jahr meiner seit 1990 gesamtdeutsch-bundesrepublikanischen Existenz“. (weiter)


Wozu brauchen wir noch Journalisten?
Die Medienlandschaft steckt im tiefsten Umbruch seit der Erfindung der Druckerpresse. Die Digitalisierung verändert unser Informationsverhalten fundamental, die traditionellen Geschäftsmodelle der Verlage und Sender brechen zusammen und immer mehr Menschen misstrauen „Mainstream-Medien“ und schimpfen auf die angebliche „Lügenpresse“. (weiter)