Bedecket Euch züchtig!

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Von Hadmut Danisch

Was passiert, wenn Immigranten aus einem anderen Kontinent mit fremdländischen Sitten ungefragt in ein fremdes Land kommen, und aus religiösen und kulturellen Gründen durchsetzen, dass sich freizügig knapp bekleidete Frauen ab sofort zu verhüllen haben?

Nur mal so zum Denken:

Als ich damals in Namibia war, haben sie mir auch einiges zur Geschichte des Landes erzählt. Namibia wird von verschiedenen Stämmen und Völkern bewohnt, die für den Laien/Touristen nicht immer einfach auseinanderzuhalten sind. Irgendwann kommt man schon dahinter, die Leute an ihren Trachten zu erkennen, sehr charakteristisch etwa die Ova-Himba.

Ziemlich heraus stechen dabei die Herero heraus (Wikipedia meint, auch bei denen müssten das Plural-Präfix Ova- davorgesetzt werden, habe ich im Zusammenhang mit Herero dort aber nie gehört, während die Himba großen Wert darauf legen, als Volk immer im Plural Ova-Himba angesprochen zu werden, weil Himba Singular sei und immer nur einen einzelnen, bestimmten meint.) Während andere Völker, vor allem ebem die Himba-Frauen sehr spärlich (oben ohne, mit Lederschurz, Lehm in den Haaren und dickem Ocker-Makeup) und vor allem offenkundig in afrikanischem Stil bekleidet herumlaufen, tragen die Herero-Frauen knallbunte, auffällige, aufwendige, sehr schöne, aber total unafrikanische Kleider. Erstens züchtig zugeknöpft von ganz unten bis oben hin, zweitens eindeutig europäischer Stil, 19. Jahrhundert, ergänzt um einen kuriosen Kopfputz.

Man fragt sich da schon, wie eine so offensichtlich aus Europa stammende Kleidungsnorm dort zu traditioneller Kleidung werden konnte.

Man hat es mir erklärt.

Es waren die deutschen Siedler, die dort eingefallen sind und sich ungefragt dort niedergelassen haben.

Dabei führten drei Besonderheiten zu unterschiedlichen Auffassungen:

  1. Es gibt in Afrika unglaublich schöne Frauen. Zugegeben, nicht alle, aber dort laufen ein paar von der Sorte rum, bei denen einem die Sicherungen rausfliegen. Da kommt Europa nicht dran.
  2. Abwesenheit europäischer Religion und Moralvoerstellungen: Man war dort sexuell freizügiger als in Europa.
  3. Frauen liefen – klimatisch adäquat und der materiell-wirtschaftlichen Lage angemessen – nackt oder weitgehend nackt herum. Warum auch nicht? Man sieht auch heute sogar in den Städten Frauen aus den verschiedenen Stämmen, die da mal was einkaufen gehen und traditionell nicht mehr als den Lendenschurz anhaben. Gilt als normal.

Aber, ach.

Den Männern unter den deutschen Siedlern gefiel das. Die waren damit sehr einverstanden und zufrieden.

Die Frauen der Siedler sahen das anders. Die konnten das nicht verknusen, dass ihre Männer schönen nackten Wilden nachschauten (oder gar nachliefen), waren sich aber einig, dass sich das auf direktem Wege nicht verbieten ließe. Man überlegte, was man ihnen tun könne, um kam auf eine List.

Die deutschen Frauen gaben den Herero-Frauen kostenlos Nähunterricht und gaben ihnen Stoffe und Nähmaschinen. Sie brachten ihnen bei, wie man sich schöne Kleider näht. Ohne zu sagen, worum es eigentlich ging. Vorgeblich einfach als Freundschaftsgeschenk.

Davon waren die Herero-Frauen so begeistert, dass sie sich seither ganz viele, bunte, prachtvolle Kleider nähen und die tragen.

Seither gibt es dort ganz viele Herero-Frauen in schönen, wuchtigen, farbintensiven, aufwendig gearbeiten Kleidern zu sehen.

Nackte Herero-Frauen sieht man seitdem nicht mehr.

Kultureller Einfluss deutscher Immigranten.

Quelle: Hadmut Danisch


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