Die Linken, die RAF und die Dummheit

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Von Hadmut Danisch

Meine Güte. Sind die doof.

Bei einem Treffen der Linken in Berlin Lichtenberg ist da wohl einer mit einem RAF-T-Shirt rumgelaufen. Es ging ausgerechnet um die gescheiterte Bürgermeisterkandidation Evrim Sommer. Ein linker Delegierter lief dort mit dem Logo der RAF herum.

Was jetzt auch nicht wirklich überraschend ist, denn die Linke ist ja fast nichts anderes als die SED, un dass die SED die RAF geschützt und unterstützt hat und viele der RAF-Terroristen in der DDR unterkamen, ist bekannt. Da kann es auch kaum überraschen, dass es da noch enge Sympathien zwischen Linke und RAF gibt. „RAF Dich auf – zu neuen Taten” könnte man allerdings durchaus als Aufforderung für neue Terroranschläge werten.

“Kleidung ist für mich Ausdruck meiner Individualität”, sagte er am Rande der Versammlung. Den Slogan “Zu neuen Taten” fände er “in Zeiten des Rechtsrucks” gut. Angesichts der Abstiegsängste müsse man “neue Wege finden”. Dies wolle er mit dem T-Shirt ausdrücken. Weitere Fragen konnte S. zunächst nicht beantworten, weil ein Parteifreund ihn zur Seite zog.

Da kann man sich nun was bei denken. Tun manche auch:

Im Netz stieß der Vorfall am Sonntagvormittag auf heftige Kritik, auch bei Lesern der Morgenpost. Unter dem Facebook-Beitrag zu dem Vorfall schrieb Swen P.: “ich höre den aufschrei, der durch die republik geht, wenn jemand ein NSU shirt bei der afd tragen würde.”

Heiner Z. kommentierte: “Da sieht man mal wieder, wessen Geistes Kind die Linken sind.” Christian T. meinte: “Ja, diese Partei hat immer noch ein heftiges Problem mit dem Extremismus.” Und Mischa O. schrieb: “Er mag aus dem Fehler gelernt haben. Er wird nun vielleicht seine Kleiderwahl überdenken, seine Gesinnung jedoch wohl eher nicht – und die ist das eigentlich erschreckende.”

Über das weitere schreibt dann die BZ:

Erst nach Anfrage der Morgenpost nach der Versammlung gab es Reaktionen zum T-Shirt. Am Abend meldete Sebastian S. sich per SMS selbst zu Wort. Er bereue es, über seine Kleidungswahl nicht nachgedacht zu haben und entschuldige sich bei allen, die er damit brüskiert habe. Die Linke und er selbst lehnten Gewalt in jedweder Form ab. „Ich habe aus meinem Fehler gelernt“, schrieb er.

Daniel Tietze (39), Linke-Fraktionschef in der BVV, sagte auf B.Z.-Anfrage: „Ich hatte es selbst nicht gesehen, bin von der Presse aufmerksam gemacht worden. Das T-Shirt geht natürlich gar nicht. Ich habe den jungen Mann gleich angesprochen, er ist in Tränen ausgebrochen, hat sich entschuldigt und von seiner Dummheit distanziert. Das war eine Unbedarftheit. Er hat sofort anstandslos einen Pullover übergezogen.“

Lichtensbergs Parteivize Sebastian Schlüsselburg (33) erklärte, man werde in Parteigremien noch einmal über den Vorfall sprechen. „Für ihn selbst und Die Linke ist Gewalt jedenfalls keine Form der Auseinandersetzung.“

T-Shirt-Träger Sebastian S. zur B.Z.: „Ich war so dumm. Ich bereue es und werde mich am Montag nachträglich als Kandidat von der BVV-Liste streichen lassen.“ Ein Parteiaustritt stehe noch nicht zur Debatte.

Die Linke distanziert sich von Gewalt?

Ist ja ganz was Neues. Warum brennen dann hier ständig Autos und warum werden dann Polizisten von den Hausdächern mit Steinen beworfen?

Am schönsten ist dieser Halbsatz:

…und von seiner Dummheit distanziert

Kann man sich von seiner eigenen Dummheit distanzieren?

Quelle: Hadmut Danisch