Man muss Männer zu ihrem Glück einfach zwingen

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Von Hadmut Danisch

Die ZEIT dreht durch.

Läuft wohl nicht so mit der Frauenförderung, wie gewünscht.

Und dass das Glück die Frauen nur erreicht, indem man es den Männern aufzwingt, ist halt auch nicht so populär. Deshalb versucht gerade wieder einer zusammen mit der Redaktion der ZEIT, Feminismus als das Glück der Männer auszugeben, das man ihnen aufzwingen muss, weil sie selbst dafür zu blöd wären.

Na, wunderbar. Männer seien in zweitausend Jahren zu blöd, zu verstehen, was gut für sie wäre, und haben dabei ausgerechnet auf einen gewartet, der auf seiner Webseite keinen Lebenslauf hat (zumindest habe ich keinen gefunden) und laut Wikipedia (falls es sich um denselben handelt) Theater studiert hat. Und der glaubt, es besser zu wissen, als die Männer aus 2.000 Jahren.

Und die Autorität zu haben, Männer zu ihrem Glück zwingen zu lassen.

Deshalb muss eine Reform des Mutterschutzgesetzes her, das in höchstem Maße diskriminierend ist. Es darf nicht weiter Usus sein, dass eine Frau, nur weil sie Mutter werden könnte, schlechtere Chancen hat. Und da die leitenden Männer das in 2.000 Jahren nicht selbst erkannt haben, gehören sie abgesetzt.

Korrelation und Kausalität. Lernt man in Theaterwissenschaften freilich nicht. Woher will der wissen, dass Frauen schlechtere Chancen hätten, „nur” weil sie Mutter werden könnten?

Dazu müsste er alle anderen Gründe ausschließen können.

ZEIT ONLINE: Brauchen nicht vielmehr Männer eine Anleitung?

Seidel: Ja, eine ganz klare: die kollektive Verordnung einer Therapie. Weil sie alle glauben, dass bei ihnen alles in Ordnung sei. Das ist ja auch bei psychisch Kranken so. Sie glauben, sie wären die Normalen. Deswegen muss man sie zu ihrem Glück zwingen.

Wer maßt sich an, die Hälfte der Menschheit (noch dazu der letzten 2.000 Jahre, die man nicht kennengelernt hat) erstens als krank zu diagnostizieren und zweitens zwangszutherapieren?

Worauf und auf welcher Rechtsordnung soll das eigentlich beruhen, auf irgendwen Zwang auszuüben?

Sie glauben, sie wären die „Normalen”. Aha. Wenn aber die Männer der letzten 2.000 Jahre alle nicht „normal” waren, wer war es denn dann? Die Theaterwissenschaftler? Worin besteht dann die „Norm”, wenn sie weder definiert ist noch in den letzten 2.000 Jahren von jemand erfüllt wurde?

Ist es dann nicht im Gegenteil „normal”, dieser gewünschten Norm nicht zu entsprechen? Legt er nicht gerade damit, dass der seine Aussage auf alle Männer der letzten 2.000 Jahre bezieht, fest, was „normal” ist, und fordert, sie zu Unnormalen zu therapieren?

Weil Männer in 2.000 Jahren nicht selbst erkannt haben, welche positiven Kräfte von Frauen ausgehen, gehören sie abgesetzt, sagt Christian Seidel.

Männer haben die positiven Kräfte seit 2.000 Jahren nicht erkannt?

Warum wohl?

Wer dürfte da wohl insgesamt schlauer sein und mehr Frauen erlebt haben? Die Männer aus 2.000 Jahren oder ein Theaterwissenschaftler, der wohl nie in einer Firma tätig war?

Und welche Kräfte sollen das sein?

Und woher will er überhaupt wissen, dass das so ist? Wenn’s doch angeblich seit 2.000 Jahren nicht mehr zum Einsatz kam?

Und überhaupt: Wie kommt der auf die Zahl 2.000? War’s vorher anders? Hat man vor 2.000 Jahren plötzlich die Männerindustrie eingeführt?

Unglaublich, was die einem für einen Scheiß auftischen – und sich für eine seriöse Zeitung und für Journalisten halten.

Wer kauft sowas?

Quelle: Hadmut Danisch


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