Michael Winkler: Alles aussitzen reicht nicht

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Der DAX hat das erste Mal über 13.000 Punkten geschlossen. Ich finde das interessant, denn Börsianer schätzen sonst eher Stabilität. Die BRD steuert auf belgische Verhältnisse zu, auf endlose Verhandlungen über die Regierungsbildung. Oder drückt Seehofer nur seine eigenen Hoffnungen aus, wenn er auf Koalitionsverhandlungen bis ins nächsten Jahr hinein setzt?

Laut seiner Ansicht sollte erst die Koalition im Bund ausverhandelt werden, bevor die CSU ihr Problem mit einem zu schwachen Vorsitzenden löst. Für die CSU ist jedoch ein Vorsitzender auf Abruf, der Koalitionsverhandlungen führt, alles andere als gut. Wir erleben folglich den Versuch eines alten, abgewirtschafteten Mannes, in eine Zukunft hinein zu bestimmen, die besser ohne ihn stattfindet.

Nach der Wahl in Niedersachsen ist Merkel weiter geschwächt. Die selbstherrliche Schönwetter-Kanzlerin, deren einziges Rezept bei einer Krise darin besteht, diese auszusitzen, hat in Niedersachsen das wiederholt, was ihr schon 2005 gelungen ist. Als Schröder damals Neuwahlen herbeiführte, sah es zuerst nach einer absoluten Mehrheit für die Union aus, was sich jedoch bald auf eine Koalition mit der FDP reduzierte. Nach weiterem Herumgemerkel blieb 2005 als letzte Option die große Koalition.

In Niedersachsen startete die CDU mit Althusmann als der sichere Wahlsieger, jetzt darf sie nur noch hoffen, als Juniorpartner der SPD mitzuregieren. Eine SPD-geführte Landesregierung ist jedoch, wenn die SPD im Bund in der Opposition ist, kein Aktivposten für die Kanzlerin.

Wir steuern im Bund auf eine Regierung zu, die mehr mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sein wird als mit den Problemen des Landes. Diese zu führen, erfordert Fähigkeiten, die Merkel nicht einmal im Ansatz besitzt. Alles aussitzen und unverständliches Zeug zu reden, reicht da nicht aus.

Die schwächste Figur in den Koalitionsverhandlungen ist deshalb nicht Seehofer, selbst wenn der mittendrin abgelöst werden sollte, sondern Merkel. Sie wird erneut zur Kanzlerin gewählt werden, und sie wird Deutschland Schaden zufügen wie nie zuvor, doch sie wird schließlich abspringen, das Chaos, das sie in ihren letzten Monaten als Regierungschefin anrichtet, andere ausbaden lassen.

Wie es aussieht, verliert der Islamische Staat bald seine Hauptstadt Raqqa. Die Meuchelmuslime sind in Syrien und im Irak soweit geschwächt, daß sie dort keine Rolle mehr spielen. Damit die Region, in der sich dereinst Groß-Israel erstrecken soll, nicht zur Ruhe kommt, greifen jetzt irakische Truppen die Kurden im Nordirak an. Die US-Vasallenregierung in Bagdad möchte eine Unabhängigkeit der Kurden und damit die Aufteilung des Landes verhindern. Es gibt dabei noch einen weiteren Aspekt:

Ein unabhängiges Kurdistan mißfällt der Türkei. Wenn es Bagdad nicht schaffen sollte, dies zu verhindern, wird das Ankara übernehmen. Die Türkei wäre militärisch in der Lage, den Nordirak und ebenso Nordsyrien zu befrieden. Allerdings zu einem hohen Preis: Sie würde damit nicht ein neues Osmanisches Reich schaffen, sondern sich einen kostspieligen Dauerkrisenherd aufladen. Jedenfalls wird der Nahe Osten nicht zur Ruhe kommen, auch wenn die korantreuen Muslime besiegt sind.

Quelle: Michael Winkler

1 KOMMENTAR

  1. Es hat schon in der Vergangenheit jemand mit einem dicken Hintern und Fell alles ausgesessen und was
    dabei herauskam haben wir jetzt auszubaden.

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