Michael Winkler: Brücken und Straßen schießen nicht zurück

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Die Römer der Frühzeit hatten eine interessante Vorgehensweise im Krieg: Sie haben mit ihren Nachbarn Zeit und Treffpunkt für die große Keilerei ausgehandelt und sich so zur Gänze zur Schlacht eingefunden. Danach war der Gegner vollständig besiegt, es gab keine Aufstände und Rebellionen mehr, da nichts mehr übrig geblieben war, was noch hätte kämpfen können.

An der syrisch-libanesischen Grenze schien sich Vergleichbares anzubahnen. Die korantreuen Muslime des Islamischen Staates haben in aussichtsloser Lage einen Waffenstillstand angeboten und – für ein paar weitere Zugeständnisse – freies Geleit nach Deir ez Zor in unmittelbarer Nähe der Grenze zum Irak gefordert. Die libanesische Armee, die Hisbollah und die Truppen der rechtmäßigen syrischen Regierung haben dem zugestimmt.

Militärisch ist das sinnvoll, statt wochenlang an einem weiteren Ort zu kämpfen, erlaubt man dem Feind, sich an einem abgelegenen Ort zu versammeln, um ihn so geschlossen zu erledigen. Die Einzigen, die das nicht verstanden haben, waren die Amerikaner und ihre Marionetten.

Deir ez Zor ist syrisches Gebiet, trotzdem sprechen die Iraker von einer „Beleidung des irakischen Volkes“. Die Amerikaner haben zudem bombardiert. Nicht etwa die Busse, mit denen die Meuchelmuslime unterwegs waren, sondern die Infrastruktur, die dieser Konvoi nutzen wollte.

Im Zerstören von Brücken und Straßen waren die Amerikaner schon immer großartig, vor allem, wenn Brücken und Straßen nicht zurückschießen. Warum sie den Konvoi nicht vernichtet haben? Der Islamische Staat ist eine Schöpfung Hillary Clintons, der Außenministerin der Obama-Regierung. Es sind also praktisch eigene Leute, da fügt man lieber dem syrischen Volk ein paar Schäden zu, als diese zu bekämpfen.

Die Operation war, nebenbei, ein voller Erfolg: Der libanesische Präsident Michel Aoun hat den Sieg über den Islamischen Staat im Libanon verkündet. Somit ist die Region befriedet.

Frankreichs ungeliebter Präsident Emmanuel Macron … Ja, ich muß den Namen wirklich dazu sagen, denn unbeliebte Präsidenten hat Frankreich am laufenden Band. Nicolas Sarkozy war unbeliebt, Francois Hollande war unbeliebt und Emmanuel Macron ist unbeliebt. Leider ist es, wenn man sich beim Präsidenten verwählt hat, nicht so einfach wie beim Telephon: Aufhängen und neu wählen. Wobei die Franzosen noch heute Jahr für Jahr feiern, daß sie ihre Regierung geköpft haben.

Also, der derzeitige unbeliebte Präsident möchte das Arbeitsrecht flexibilisieren. Dieses Wort steht für mehr Ausbeutung und weniger Rechte der Arbeiter. Denen geht es in Frankreich noch viel besser als in Merkeldeutschland, aber das soll sich nun geben. Immerhin, so saudumm wie die Deutschen verhalten sich die Franzosen nicht: Während hierzulande unverdrossen weiterhin Merkel gewählt wird, geben die Franzosen Versagern den Laufpaß.

Es gibt Neuigkeiten vom Pannenflughafen BER: Dort wird wieder gebaut, und bis August 2018 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Damit es die Staatsanwaltschaft in Würzburg begreift: Der August hat 31 Tage, hinzu kommen 31 Nächte. Das heißt, der Termin wäre erst am 62. August 2018 überschritten. Und im Herbst 2019 soll der Flughafen sogar eröffnet werden. Wobei als Herbst gelten dürfte, wenn Merkelwetter herrscht. Also nicht der goldene Oktober, sondern Regen, Wind, Graupel, Nebel – voraussichtlich bis April 2020.

1,5 Quadratkilometer Frankfurt am Main werden evakuiert, 70.000 Bewohner sind betroffen, ebenso zwei Krankenhäuser und 20 Altenheime. Der Grund ist eine Hinterlassenschaft der „Befreier“, eine 1,8 Tonnen schwere britische oder amerikanische Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg. Diese netten Geschenke waren teilweise als Blindgänger konstruiert, sie sollten irgendwann explodieren, am besten inmitten spielender Kinder. Andere verfügten über Verzögerungszünder, um die Rettungskräfte zu treffen und Aufräumarbeiten zu behindern. Da sagen wir doch: Danke, Churchill! Danke, Rosenfeld!

Quelle: Michael Winkler

2 KOMMENTARE

  1. Warum wird denn evakuiert ? Man sollte dieses Geschenk schnellstens dahin bringen, wo sich unsere Politiker regelmäßig versammeln, also Bundes- bzw. Reichstag. Merkel hat sich doch auch immer so nett bei den Briten für diese »Befreiungen« bedankt und da dieses Objekt dazu gedacht war, sollten es auch die bekommen, die sich – nachträglich – dafür bedankt haben. Es wäre doch nett, wenn sich die Politiker bei ihren Sitzungen am Anblick dieser Luftmine erfreuen könnten – und die Bundesbürger evtl. an einer erneuten »Befreiung« (wie auch immer)… Vielleicht überdenken die Poliker dann auch noch mal ihre Aussagen über die Befreiung. Natürlich wäre es nicht schön, wenn diese Bombe hochgehen würde – aber das Gebäude Reichstag wird wahrscheinlich in kürzerer Frist zu reparieren sein, als die Politik der Volksvernichter.

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