Michael Winkler: Das Wohl der Partei

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Gänzlich im Schatten der gescheiterten Gespräche für die Fortsetzung der Merkel-Diktatur haben sich die Niedersachsen auf eine große Koalition geeinigt. Dort ist die Merkel-Union jedoch die schwächere Partei, also der Junior-Partner. Vermutlich hat das die SPD dazu bewegt, in die Koalition einzuwilligen.

Die Türkei übertrifft mit 11.9 Prozent mühelos jedes Inflationsziel, das die EZB für den Euroraum gesetzt hat. Für einen Euro bekommt man derzeit 4,6747 Lira, wir sind also noch weit von den Vorgaben Italiens entfernt. Im Land des allmächtigen Präsidenten Erdogan, gepriesen sei sein Name, werden allenthalben Flughäfen, Straßen und Kraftwerke im Akkord gebaut. Im Gegensatz zu Merkel tut der eben etwas für die Infrastruktur im eigenen Land.

Und ja, die Türkei streicht die Friedensdividende ein: Hunderttausende syrische Flüchtlinge verlassen das Land, um in ihre Heimat zurückzukehren. Was der Türkei jedoch fehlt, ist ausländisches Kapital. Da müßte jemand mal dem Staatschef erklären, wie das mit den Mefo-Wechseln funktioniert hat.

Prof. Dr. Simoni ist tot. Vielleicht hätte man ihn retten können, wenn er rechtzeitig in die Sachsen-Klinik eingeliefert worden wäre … Der Mann heißt eigentlich Dieter Bellmann und ist Schauspieler, aber er hat einen sympathischen Charakter verkörpert, deshalb gönne ich ihm diesen kleinen Nachruf. So oft habe ich „In aller Freundschaft“ zwar nicht gesehen, aber sie gehört zu dem Besten, was im deutschen Fernsehen produziert wurde. In jeder Folge wurde zuverlässig ein medizinisches und ein menschliches Problem gelöst. Dagegen sind „Sturm der Liebe“ und „Dahoam ist Dahoam“ nur Schrott, den ich schnellstens wegzappe.

Frank-Walter Steinmeier ist bisher ein eher unauffälliger Bundespräsident. Und er tut tatsächlich das, was Spaniens König in der Katalonien-Krise hätte tun sollen: Er redet mit allen Beteiligten. Ich muß zugeben, der Mann hat in meinen Augen an Statur gewonnen. Er versucht jene Moderation, zu der Merkel nicht fähig ist, er setzt das Gewicht seines Amts ein, um störrische Parteivorsitzende zu bewegen.

Allerdings zählt in der BRD-Politik nicht das Wohl des Landes, sondern ausschließlich das Wohl der Partei – und die Egoismen der jeweiligen Funktionäre. Ich gehe deshalb davon aus, daß wir in einigen Monaten Neuwahlen haben werden.

Die CSU hat ein Problem, und das ist nicht unbedingt Seehofer. Der Partei entgleitet die Kompetenz – Kompetenz, die damals noch Edmund Stoiber entdeckt hatte. Kein Zweifel, Horst Seehofer ist reif für den Abgang, aber zugleich wäre er ein geeigneter Sündenbock für die Wahlniederlagen, die 2018 drohen.

Werden für den Bund Neuwahlen angesetzt, so würde sein Nachfolger als CSU-Vorsitzender gleich verbrannt, und bei den Landtagswahlen im Herbst 2018 würde er endgültig versenkt. Deshalb könnten Parteistrategen auf den Gedanken kommen, das alles noch Seehofer anzulasten. Aber können sie das noch den Wählern verkaufen? 38% mit Seehofer und dann Schleudersitz, oder 35% mit Söder bzw. Aigner – und gleich noch einmal Schleudersitz, weil derjenige, der zuerst unterliegt, im Anschluß als Retter gepriesen wird?

Quelle: Michael Winkler

2 KOMMENTARE

  1. Sind sie desorientiert? Es gibt seit 1990 keine PARTEIEN mehr, sie wurden umgewandelt in Firmen und Vereinen. Nachschauen im Vereinsregister oder Handeslregister..

  2. Ja es gibt eben immer noch genug die die Staatssimulation nicht durchschauen, oder nicht wollen.
    Die BRD ist ein Wirtschaftskonsortium mit Merkel als Geschäftsführerin. Doch das wird sie auch nicht mehr lange sein, dann wird sie abgelöst. Ach was die Neueahlen betrifft, die wird es nicht geben. Unser Martin ist der Umfaller vor dem Herrn, obwohl er genau weiß, daß er seine Partei damit in den Untergang führt.

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