Michael Winkler: Verantwortung tragen

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2010 hat sich Duisburg eingebildet, die Berliner Love-Parade übernehmen zu können. Nicht wie das Original, auf offener Straße, sondern auf einem abgeriegelten Gelände. Aus der Veranstaltung wurde die Death-Parade, über die nun die Justiz befinden soll.

Vier Mitarbeiter des Veranstalters und sechs Mitarbeiter der Stadt Duisburg werden der Öffentlichkeit vorgeworfen, um ein Schauspiel der Gerechtigkeit zu inszenieren. Der Prozeß hat jedoch von vornherein einen Schönheitsfehler: Keiner von jenen, die wirklich hohe Gehälter einstreichen, die damit begründet werden, daß sie die Verantwortung tragen, muß vor dem Richterstuhl erscheinen. Kein Oberbürgermeister, kein Stadtdirektor, auch nicht der Chef der Veranstaltungsfirma.

Die allesamt haben sich aus der Verantwortung gestohlen, für die sie angeblich bezahlt werden. Oh ja, das ist typisch, nicht nur für Merkeldeutschland: Die Verantwortlichen werden nicht zur Verantwortung gezogen, ausbaden müssen das irgendwelche Untergebenen. Wäre hingegen die Love-Parade ein Erfolg geworden, wären Oberbürgermeister, Stadtdirektor und Veranstalter überall herumstolziert und hätten die Lorbeeren eingeheimst. Die Zehn, die jetzt vor den Kadi treten, wären leer ausgegangen.

Aha, es ist bestätigt: Frankreichs Emmanuel Macron schadet Europa. Dies ist die entscheidende Voraussetzung, um in Aachen den Karlspreis verliehen zu bekommen. Frankreichs Präsident wird diese 2018 erhalten. Er stellt sich damit in die Reihe mit Winston Churchill, dem Totengräber des Empire und Europas, mit Coudenhove-Kalerghi, der die weißen Europäer ausrotten wollte, und mit Helmut Kohl, der für Europas Probleme nur Geldsäcke anzubieten hatte, gefüllt mit „dumb German money“. Na, da gratulieren wir doch!

Es ist mal wieder soweit: die Verarmten Staaten von Amerika erreichen ihre Schuldenobergrenze. Natürlich ist das nur ein Alle-Jahre-wieder-Ritual, bei der ein paar Leute gewichtig den Kopf schütteln, um wenig später eifrig zu nicken. Was sollten sie auch sonst tun? Die Staatsausgaben massiv zurückfahren? Vor allem den Militärhaushalt? Das wäre das Ende des Imperiums, das Ende der amerikanischen Weltherrschaft.

Da setzt man eben die Schuldenobergrenze wieder hinauf und wurstelt weiter. Es wird schließlich knallen, das ist klar. Aber solange man da weiterhin Geld reinpulvert, wird es nicht JETZT knallen. Ganz davon abgesehen, je mehr Schulden die Verarmten Staaten aufnehmen, desto mehr Geld wird in die Welt gesetzt. Folglich geht es allen gut. Oder etwa nicht?

Die Party in Israel nimmt ihren Lauf. Die einheimischen Semiten werfen mit Steinen, die zugewanderten Juden schießen mit scharfer Munition. Gemessen an früheren Ausschreitungen ist das alles verhalten. Bis jetzt hat es einen einzigen Toten gegeben, einen einheimischen Semiten. Der Antisemitismus der Juden hat früher deutlich blutiger gewütet. Jedenfalls wäre Trumps Vorhaben, die US-Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, ein guter Grund, die Weihnachtstage nicht im bluttriefenden unheiligen Land zu verbringen.

In eigener Sache:

Mit diesem Kommentar gehe ich in die Weihnachtspause. Ich danke allen Lesern für ihre Treue. Bei den Nachrichten, die ich kommentiere, dürfte es ganz angenehm sein, diese in der Adventszeit und zwischen den Jahren einfach mal wegzulassen. Buchbestellungen, die bis zum 10. Dezember eintreffen, werde ich dieses Jahr noch versenden, es sei denn, Odalin Band 3 wird gewünscht. Der befindet sich derzeit noch im Druck. Der Chat wird ebenfalls zurückgefahren, ich gedenke, nur Dienstag- und Samstagabend darin zu sein – zwischen 23:30 und 01:00 Uhr.

Quelle: Michael Winkler

2 KOMMENTARE

  1. Wenn ich mich recht entsinne war „Dance or die!“ das Motto der damaligen „Love-Parade“ im Potte.
    So gesehen war der Verlauf der Veranstaltung also nur konsequent…

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