Michael Winkler: Vom Niedergang der Merkelzeit

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Achtung! Nach einer komplizierten quantenmechanischen Berechnung, bei der ein relativistischer Ansatz der einheitlichen Feldtheorie benutzt wurde, habe ich herausgefunden, daß in genau einem Monat Weihnachten anbrechen wird!

Seien Sie dieses Jahr gewarnt! Weihnachten ist unausweichlich! Nutzen Sie den einen Monat, der Ihnen noch verbleibt!

Wissenschaftliches – oder besser: pseudowissenschaftliches – Gewäsch klingt immer seriös und beeindruckend. Dummerweise bedienen sich die Wissenschaftler selbst dieser Phrasen, um ihr Unwissen zu kaschieren.

Die Vier-Säfte-Lehre war einmal medizinische Wissenschaft, ebenso das ptolemäische Weltbild mit der Erde im Mittelpunkt des Universums. Der Zweck der Wissenschaft ist, Erklärungen zu finden, und eben diese Erklärungen ständig anzuzweifeln, bei der Suche nach noch besseren Erklärungen. Eine wissenschaftliche Theorie kann nicht bewiesen, sondern nur widerlegt werden.

Jedes Experiment, dessen Ergebnisse im Einklang mit der Theorie stehen, ist nichts weiter als ein Hinweis, daß die Theorie die Wirklichkeit treffend beschreibt. Ein einziges Experiment, das mit der Theorie nicht übereinstimmt, widerlegt die Theorie. Über das, was wir heute Kosmologie nennen, die Wissenschaft vom Universum, werden sich künftige Generationen köstlich amüsieren.

Seehofer hat wieder einmal einen Haken geschlagen, also seine eigenen Ankündigungen widerlegt. Merkels bayerischer Bettvorleger wollte erklären, wie er seine Ämter zu wessen Gunsten zu räumen gedenkt. Aber dann ist ihm wie weiland Stoiber eingefallen, daß er in die Bedeutungslosigkeit entschwinden würde. Also ein Rücktritt von der Absicht des Ankündigens seines Rücktritts.

Mit anderen Worten: Das, was man von Seehofer gewohnt ist. Er zeigt zudem wieder einmal klar und deutlich, daß Körperlänge nichts mit Größe zu tun hat. Eines ist jedoch sicher: Die Nachfolge wird geregelt werden, ob mit oder ohne Seehofer.

Wußten Sie, daß man in Deutschland früher Flughäfen bauen konnte? Zugegeben, das war im ausgehenden Mittelalter, bevor Merkel die Macht an sich reißen konnte. Sogar die Nazis haben das noch fertiggebracht, obwohl man denen ganz andere Dinge nachsagt. Die haben Flughäfen gebaut, sogar in Berlin.

Aber das war, wie gesagt, vor dem Niedergang der Merkelzeit. Bei dem merkelhaften Versuch des Neubaus eines Flughafens in Berlin sind erneut Mängel zu Tage getreten. Inzwischen weiß man nur, daß es 2018 nichts mehr wird, 2019 ziemlich sicher auch nicht. Gehandelt werden jetzt die Jahreszahlen 2020 und 2021. Aber vielleicht springt man ja über den eigenen Schatten und bittet die Türkei um technische Hilfe. Dort, im Lande Erdogans des Allmächtigen, gepriesen sei sein Name, werden Flughäfen nicht nur fertig, sie werden auch noch pünktlich fertig.

Da fragt man sich, wie lange der Sultan noch seinen Untertanen die unzumutbaren Zustände in Merkeldeutschland zumuten wird. Und wenn die erst wegziehen … Dank Claudia Roth wissen wir ja, daß die Türken unser Land nach dem Krieg wieder aufgebaut haben, so ab 1962. Nur, leider, hat Roth bisher nicht verraten, wieso selbst diese Wiederaufbautürken in Berlin nicht fertig werden.

„Wer hat euch verraten? – Sozialdemokraten!“ Das ist ein alter Spruch und Merkel hofft, daß die SPD mal wieder umfällt und sich doch noch in die Falle der großen Koalition locken läßt. Da winken Pöstchen und Dienstwagen, Sicherheit, Geld und Prestige für weitere vier Jahre.

Ohne große Koalition wären Leute wie Gabriel und Maas schnell vergessen. Das wäre sicher gut so, gut für Deutschland, aber nicht für Gabriel und Maas. Vorläufig reden die Sozialdemokraten noch von einer Minderheitsregierung, und daß diese in Hessen und Nordrhein-Westfalen wunderbar geklappt hätte. Allerdings gab es in Hessen und NRW keine Merkel, deren selbstherrlicher Regierungsstil nicht zu den nötigen Katzbuckeleien einer Minderheitsregierung paßt.

Ich rechne jedoch damit, daß die SPD einknickt. Da gibt es noch ein Bauernopfer namens Schulz, doch der sollte seine Partei kennen. Danach lassen sich die Sozen als Retter Deutschlands feiern und bei den Wahlen 2021 droht ihnen das Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde.

Quelle: Michael Winkler

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