Michael Winkler: Wer wird am Sonntag drittstärkste Kraft im Bundestag?

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Sollte es auf das ankommen, was das Volk wählt, und nicht auf das, was Herr Mielke zählt, ist die Antwort eindeutig: die SPD.

Die SPD hat das verdient, denn in der großen Koalition ist sie vor allem mit ihrem Zensurminister, dem offenkundigen Volksfeind Heiko Maas aufgefallen. Alles, was die SPD verändern will, hätte sie in den vergangenen vier Jahren bereits verändern können. Über Konflikte und Meinungsverschiedenheiten mit Kanzlerin und Union wurde nichts bekannt. Die SPD hätte mit Grüninnen und Linken zusammen eine Mehrheit gehabt, also ihre Politik auch gegen Merkel durchsetzen können. Das hat die SPD jedoch nicht gewagt.

In Umfragen, die durch die Zensur der Wahrheitsmedien schlüpfen, erhält die AfD auch schon mal 80% Zustimmung. Geht man zudem davon aus, daß so mancher Befragte Unbekannten gegenüber nicht die Wahrheit sagt, hätte die AfD sogar gute Chancen darauf, die stärkste Partei zu werden, vor CDU/CSU.

Ich gehe davon aus, daß sich im Zweifelsfall eine Allparteien-Koalition gegen die AfD bilden würde. Das Problem AfD wurde bei der Wahl 2013 geschaffen. Damals hatte man die AfD unter der Fünf-Prozent-Hürde gehalten. Ohne diesen Fehler hätte Merkel mit dem unseligen Bernd Lucke koalieren können, dann wäre die AfD mit den jetzigen Wahlen verschwunden, ersetzt durch die FDP.

Die FDP ist im Aufwind, ganz klar, doch wer, bitte, ist die FDP? Da gibt es einen Christian Lindner, und dann? Gelegentlich wird noch ein Walter Kubicki erwähnt, doch dann? Genscher, Westerwelle, Möllemann und Lambsdorff sind tot, Rösler und Solms verschwunden. Christian Lindner fungiert als Ein-Mann-Partei, auf Dummdeutsch auch One-Man-Show genannt. Immerhin, wir leben in einer Zeit, in der ein Politiker nichts können und nichts wissen muß, es genügt, wenn er eine gute Show abliefert.

5,1 Prozent hat die Wirtschaft im zweiten Quartal 2017 zugelegt. Nicht in Merkeldeutschland, das verhindert schließlich die Bundeskanzlerin, indem sie die Sanktionen einhält, welche die Amerikaner vorschlagen, um die lästige Konkurrenz von den guten Geschäften abzuhalten. Nein, das sind Zahlen aus der Türkei.

Präsident Erdogan der Allmächtige, gepriesen sei sein Name, kann das eben. Er hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen mit Kreditgarantien, anstatt wie Merkel über die eigene Autoindustrie mittels Dieselgipfeln herzuziehen. In der Türkei sind russische Touristen willkommen, in Merkeldeutschland müssen sie sich dafür entschuldigen, daß die Leute auf der Krim dafür gestimmt haben, zu Rußland gehören zu wollen.

Immerhin, trotz der andersartigen Meinung unserer Politiker haben von Januar bis Juli 1,9 Millionen Deutsche in der Türkei Urlaub gemacht. Man muß sich also wirklich anstrengen, um in der Türkei verhaftet zu werden.

Vor 100 Jahren hat der Dow-Jones-Index mit 81 Punkten angefangen. Heute steht er auf 22.382 Punkten. Warren Buffet, einer der reichsten Männer der Welt, sagt deshalb voraus, daß der Dow in weiteren hundert Jahren über einer Million stehen könnte. Berücksichtigen wir den Wertverfall des Dollars, dann hat der Dow in diesen hundert Jahren es gerade einmal auf 352 Punkte gebracht, ist also ums 4,35fache gestiegen. Alles andere ist Inflation.

In weiteren hundert Jahren, wenn wir ohne Inflation rechnen (und linear), erreicht der Dow atemberaubende 1.533 Punkte. Ich gebe allerdings zu, daß 6.184.616 Punkte nach viel mehr Reichtum aussehen. Die wichtigste Frage haben wir bei solchen Rechnungen jedoch ausgeklammert:

Werden die USA diese hundert Jahre überstehen?

Derzeit sieht es eher so aus, als würden sie nicht einmal mehr die nächsten zehn Jahre schaffen.

Quelle: Michael Winkler

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