Asymmetrische Diplomatie

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Obama hat kurz vor dem Jahreswechsel 35 russische Diplomaten ausgewiesen.

Üblicherweise wird sowas symmetrisch gekontert, indem das betroffene Land eine ähnliche Zahl von US-Diplomaten ausweist. Auge um Auge sozusagen.

Putin hat sich allerdings persönlich in die Angelegenheit eingemischt und beschlossen, es nicht den USA gleich zu tun. Stattdessen hat er die Kinder aller US-Diplomaten in den Kreml zur Neujahrsfeier eingeladen.

Was hat Putin mit dieser asymmetrischen Antwort bewirkt? Nun, Obama ist der Böse, der ausländische Diplomaten ausweist. Und Putin ist der Gute, der sich nicht provozieren lässt, sondern im Gegenteil, Güte zeigt. Unsere Medien hätten das gern verschwiegen, aber das Problem ist, dass Trump höchstpersönlich via Twitter darauf aufmerksam gemacht hat und Putin als „very smart“ lobte.

Hier Putins Mitteilung in der offiziellen englischen Übersetzung:

We regard the recent unfriendly steps taken by the outgoing US administration as provocative and aimed at further weakening the Russia-US relationship. This runs contrary to the fundamental interests of both the Russian and American people. Considering the global security responsibilities of Russia and the United States, this is also damaging to international relations as a whole.

As it proceeds from international practice, Russia has reasons to respond in kind. Although we have the right to retaliate, we will not resort to irresponsible ‘kitchen’ diplomacy but will plan our further steps to restore Russian-US relations based on the policies of the Trump Administration.

The diplomats who are returning to Russia will spend the New Year’s holidays with their families and friends. We will not create any problems for US diplomats. We will not expel anyone. We will not prevent their families and children from using their traditional leisure sites during the New Year’s holidays. Moreover, I invite all children of US diplomats accredited in Russia to the New Year and Christmas children’s parties in the Kremlin.

It is regrettable that the Obama Administration is ending its term in this manner. Nevertheless, I offer my New Year greetings to President Obama and his family.

My season’s greetings also to President-elect Donald Trump and the American people.

I wish all of you happiness and prosperity.

Dieser diplomatische Schachzug hat mehrere Vorteile. Erstens zeugt es von Größe, was nicht nur für die PR nach außen wichtig ist, sondern auch in Russland sehr positiv aufgenommen wurde. Zweitens übernimmt Putin damit die Initiative. Statt nach den Regeln zu spielen, die Obama ihm aufdrängen wollte, stellt Putin eigene Regeln auf. Er lädt die Kinder der US-Diplomaten ein. Damit versetzt er, drittens, die US-Diplomaten in eine Zwickmühle. Sie können die Einladung annehmen, womit sie sich einverstanden erklären, nach Putins Regeln zu spielen. Oder sie können die Einladung ablehnen und damit schlechte Manieren und Unhöflichkeit demonstrieren. Wie auch immer sie reagieren, es ist gut für Russland. Viertens verhindert Putin eine weitere Verschlechterung der Beziehungen zwischen Russland und den USA. Fünftens lässt Putin Obama dumm dastehen und spielt Trump einen Ball zu, den dieser dankend annimmt und verarbeitet.

Das ist die asymmetrische Putin-Diplomatie. Er macht das dauernd. Im Westen versucht man die Bürger möglichst wenig darüber zu informieren. Putin soll in den Zombieköpfen der böse Rüpel sein. In diesem Fall kamen die Medien nicht daran vorbei, weil Trump es ihnen vermasselt hat. Putins Reaktion hätte man sonst einfach verschwiegen, so wie die Medien auch sonst möglichst viel über seine wahren Worte und Taten verschweigen. Achten Sie einmal darauf, wie wenig Putin im Wortlaut zitiert wird. Er ist in den Medien täglich in aller Munde, aber er wird fast überhaupt nicht wörtlich zitiert. Das hat einen Grund. Es würde Sie nämlich aus der Matrix herausreißen.

Quelle: analitik.de


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