Der deutsche Leistungsträger, nur noch der Fußabtreter der deutschen Politiker

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Von Dr. rer. nat. habil. T. Bodan

Am 19.8.2016 hatte eine gut gelaunte Bundeskanzlerin die große Güte sich im schönen Ummanz auf Westrügen die Ehre zu geben um ihrem CDU-Kandidaten Holger Kliewe für dessen Kandidatur für den Schweriner Landtag den Rücken zu stärken. Ein riesiges Aufgebot an Sicherheitskräften und lokalen Größen war erschienen um dem kulturellen Höhepunkt des Jahrhunderts, denn nichts anderes war dies für die kleine Insel Ummanz, den nötigen Rahmen zu verleihen.

Dem Steuerzahler, der für den gekonnt inszenierten Auflauf zahlen muss, wurde diese Wahlkampfshow selbstverständlich ganz anders verkauft. Dem wurde erklärt, dass es um den Baubeginn eines Hochgeschwindigkeitsnetzes für das Internet ginge und nur eine Frau Bundeskanzlerin überhaupt in der Lage und fähig genug sei, etwas Derartiges auf den Weg zu bringen.

Nun mag man es durchaus immer noch befremdlich finden, wenn mit solch merkwürdigen und sicher nicht ganz ernst gemeinten Begründungen der Steuerzahler für den Wahlkampf der etablierten Politiker bezahlen muss, aber richtig schlimm wird in diesem Falle erst eine Geschichte, welche sich am Rande abgespielt hatte.

Der Bürgermeister der Gemeinde Ummanz, ein gewisser Holger Kliewe, welcher interessanter Weise genau jener Lieblingskandidat der CDU-Chefin für den Schweriner Landtag ist, hatte nämlich an gewisse, vor allem linientreue Bürger seiner Gemeinde, Einladungen verschickt.

Darunter war auch eine Einladung an den eigentlichen Schöpfer, Ideengeber, Manager, Planer und Macher der gesamten Internetgeschichte, einem Familienvater, engagierten Vertreter im Gemeinderat und – nach Meinung dieses Autors – schlichtweg besten Mann für Netzwerkplanungen im gesamten Norden. Der Bürgermeister und Landtagskandidat der CDU, Kliewe, dürfte diese eine Einladung bereits mit einem gewissen Unwohlsein versandt haben, denn der Mann war einfach ungeeignet für diese Art der Präsentation. Er war und ist viel zu ehrlich und zu aufrecht.

Aber was wäre eine Show ohne denjenigen, der diese Show überhaupt möglich gemacht hat? Wenn also der Bürgermeister sonst schon gerne dafür sorgt, dass alle guten Taten und Geschehnisse, inklusive dem Sonnenschein und dem alljährlichen Weihnachtsfest, allein ihm angelastet werden, so war es in diesem Fall schlicht unumgänglich, wenigstens einen Teil des Lobes auf den eigentlich Verdienten „abzuwälzen“. Dies war weniger eine Frage der Ehrlichkeit und Fairness, als vielmehr – und dies sah auch der CDU-Landtagskandidat Kliewe durchaus ein – eine Frage der Fachkompetenz.

So waren die Netzwerke, welche ein Holger Kliewe zu bauen und zu steuern in der Lage war und ist, eher solche, welche nicht unbedingt große Datenmengen in kurzen Zeiten zu transportieren vermochten, als vielmehr jene, welche man unter dem Stichwort der Seilschaften verstand. Die Einladung und Huldigung eines gewissen anderen und vor allem hochverdienten Gemeindevertreters war also notgedrungen eine Unvermeidlichkeit.

Nun begab es sich aber, dass der Eingeladene zu diesem Thema eine sehr eigene Meinung hatte. Seiner bescheidenen und nüchternen Natur folgend, lehnte er solche steuerverschwendenden Maßnahmen nicht nur ganz prinzipiell ab, er hatte auch ein Problem damit, von Politikern vereinnahmt zu werden, deren Politik er als Verrat am eigenen Volk und puren Eigennutz verstand. Gerade in Bezug auf Lockungen eines Herrn Landtagskandidaten nach dem Motto „SIE wird dir dann sicher auch die Hand schütteln“ pflegte der so Bezirzte zu antworten:

„Tut mir leid, aber meine Religion ist die Aufrichtigkeit und diese verbietet es mir, den Zukunftsvernichtern meiner Kinder die Hand zu geben!“

Und so ging dieser Aufrechte also nicht zur Wahlkampfshow, die ja eigentlich keine war. Er verweigerte der CDU-Prominenz seine Mithilfe bei dieser neuerlichen Volksverdummung und er gab ihnen nicht auch noch die Kirsche auf der Sahnetorte, die eigentlich doch nur er gebacken hatte. Von Seiten dieses Autors gebührt einem derart geradlinigen Menschen der höchste Respekt. De facto wäre das ein Kandidat, den der Autor sofort zur Wahl für den Landtag, ja gar die Kanzlerschaft empfehlen würde.

Was aber taten die Etablierten?

Nun, sie machten natürlich ihre Wahlkampfshow. Sie verschwendeten die Mittel der Bürger und sie aßen die Torte – dann eben ohne Kirsche. Und sie erwähnten den Schöpfer und Urheber des Ganzen mit keinem einzigen Wort. Nicht nur das, der CDU-Kandidat Kliewe verlautbarte am Rande auch klar und deutlich, dass „wenn der Mensch erschienen wäre“ und sich eingeordnet hätte, wie das die Fetten und Feisten gewünscht hatten, „so wäre er – selbstverständlich – auch angemessen gewürdigt worden“.

Aha, so also denken die da oben. Wir die deutschen Leistungsträger sind für diese ganzen fetten und feisten der Politik nichts anderes als der Fußabtreter, über welchen sie selbst trampeln und obendrein ihre Techno- und Bürokraten und millionenhafte Bereicherung schicken dürfen. Das „WILLKOMMEN“ was sie uns, ihren Fußabtretern also, aufgestempelt haben, gilt dabei aber nicht für uns, sondern stets nur für ihresgleichen und ihre Protegés.

Ist es nicht einfach wunderbar, dass wir es – wieder – einmal so deutlich gesagt und gezeigt bekommen haben?

Quelle: Unser Mitteleuropa

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