Die Befriedung der Welt durch die Germanisierung des Islam

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Von Thomas Rietzschel

Bisher war der Islam eine sichere Bank. Von Mohammed erfunden, ist er über 1.300 Jahre geblieben, was er von Anfang an sein sollte: die religiös verbrämte Ideologie eines Feldherren und Eroberers. Obwohl die Auslegungen des Koran nachher variierten, verschiedene Strömungen einander bis dato so unversöhnlich gegenüberstehen, dass sich ihre Anhänger die Schädel einschlagen, einander mit Bomben beschenken, hat der Islam als  politisches Konzept geistiger Machtausübung den Lauf der Geschichte unbeschadet überstanden.

Fern von Europa konnten die Moslems die humanistische Bewegung des 15. und 16. Jahrhunderts ebenso an sich vorbei ziehen lassen, wie die spätere Aufklärung.  Von den Anfechtungen der Säkularisation blieb der Islam allemal verschont. Mit der reinen Lehre im Kopf übersiedeln seine Anhänger noch heute nach Europa. Der Gedanke, dass sich daran etwas ändern könnte, dass es die nächsten 1.000 Jahre nicht weiter so laufen wird wie es in den letzten 1000 Jahren gelaufen ist, wäre uns nie gekommen.

Mohammed hat seinen Meister gefunden

Nun aber wissen wir, auch Mohammed hat seinen Meister gefunden: Wolfgang Schäuble. In der gestrigen „Welt am Sonntag“ ließ der Bundesminister der Finanzen die Katze aus dem Sack. Auf der Agenda, schrieb er in einem Gastbeitrag, stehe „die Entwicklung eines deutschen Islam“. Richten soll das die von ihm ins Leben gerufene „Deutsche Islam Konferenz (DIK)“. Die Moslems werden sich vor Freude über die frohe Botschaft gar nicht wieder einkriegen. Wolfgang Schäuble als der Reformator des Islam, was könnte den Gläubigen Besseres geschehen. Morgen für Morgen werden sie jetzt zur Moschee eilen, um zu sehen, ob der Minister über Nacht seine Thesen an die Tür geschlagen hat.

Manchen mag es da wie Schuppen von den Augen fallen. Warum sind sie nicht gleich drauf gekommen. Schließlich weiß jeder Scheich, dass die Deutschen die besten Autos bauen und Panzer, die den Wüstensand ordentlich aufwirbeln. Wieso sollte es ihnen dann nicht gelingen, den Islam zu verweltlichen? Wer, wenn nicht sie sollte das schaffen; und wer außer dem kleinen Luzifer aus Schwaben könnte sich so etwas ausdenken?

Die Befriedung der Welt durch die Germanisierung des Islam – das würde alles in den Schatten stellen, womit wir bisher schon gescheitert sind. Mit diesem Plan übertrifft Wolfgang Schäuble noch Christian Wulff, der seinerseits mit der Schnapsidee, der Islam gehöre zu Deutschland, Aufsehen erregen wollte. Anders allerdings als der gestolperte Bundespräsident ist Angela Merkels getreuer Eckart nicht von purer Gefallsucht getrieben. Der Mann hat schlichtweg Fracksausen. Er ist ja nicht dumm. Auch wenn er sich mit dem Rechnen bisweilen schwertut, so kann er doch die Zahlen der letzten Wahlergebnisse deuten.

Er weiß, dass die Stimmung im Lande kippt, dass die Bürger befürchten, mit der massenhaften Umsiedlung arabischer Muslime könne eine Ideologie Platz greifen, die uns um 1000 Jahre zurückversetzen würde. Das allein würde den gewieften Politiker zwar noch nicht um den Schlaf bringen. Die daraus folgende Abkehr der Wähler von ihm und seinesgleichen, von allen, die uns die Bedrohung der inneren Sicherheit durch die provozierte Zuwanderung als „kulturelle Bereicherung“ verkaufen wollen, diese Wählerwanderung scheint ihm schier den Verstand geraubt zu haben.

Schäuble zwischen den Stühlen

Um dem Einhalt zu gebieten, verkündet Wolfgang Schäuble nun die Quadratur des Kreises, wenn er uns glauben machen will, der Islam ließe sich nach einer gut tausendjährigen Geschichte deutschnational reformieren. Statt das Gebotene anzuraten, nämlich die Überwachung der muslimischen Gemeinden und Verbände als Einflussorganisationen einer islamischen Bewegung, die sich machtpolitisch etablieren will, unternimmt der Minister den Versuch, mit der Propagierung des „deutschen Islam“ einen faulen Frieden zu stiften.

Einerseits sollen die Muslime weiter hoffen, hier auch politisch als solche irgendwie mitmischen zu können, was schon insofern mit dem Grundgesetz unvereinbar wäre, als die Religion, für die sie ihre Ideologie ausgeben, eine reine Privatsache ist. Und andererseits sollen wir darauf vertrauen, dass es der Islamkonferenz gelingen wird, den Muslimen erfolgreich Nachhilfeunterricht in Sachen Aufklärung zu geben.  Auf das eine Versprechen ist so wenig oder so viel zu geben wie auf das andere.

Feststeht nur, dass Wolfgang Schäuble jetzt da sitzt, wo es am einsamsten ist, nämlich zwischen den Stühlen. Seine Idee eines „deutschen Islam“ ist eine Contradictio in Adjecto; etwas einfacher könnte man auch sagen: ein großer Blödsinn.

Quelle: Achgut


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