Das Wähler beleidigende Trumpeltier…

0
219

…oder, wie man aus einer Maus einen Elefanten macht.

Von Egon W. Kreutzer

Zu den jüngsten Höhepunkten des Wahlkampfs in den USA zählt der Vorwurf an Donald Trump, er habe die Eltern eines gefallenen muslimischen Soldaten beleidigt.

Der Auslöser dieser Inszenierung ist Anfang Dezember 2015 zu finden. Donald Trump erklärte damals, wenige Tage nach der Terrorattacke in Kalifornien, bei der 14 Menschen erschossen wurden, bis zur Klärung der Vorgänge müssten die Grenzen für alle Muslime geschlossen werden.

Gut zwei Wochen vor dem Anschlag in San Bernadino war es zu einer ganzen Reihe von islamistisch motivierten Anschlägen in Paris gekommen, die weltweit für Aufregung gesorgt hatten, zumal erst im Januar das Attentat auf die Redaktion von Charlie Hebdo stattgefunden hatte. Im August gab es dann im Zug von Amsterdam nach Paris eine Schießerei.

Vor dem Hintergrund einer Dauerserie von Anschlägen und Attentaten mit zumeist islamistischem Hintergrund in Tunesien, Kenia, Bosnien Herzegowina, Österreich, Kuwait, Somalia, Nigeria, der Türkei, dem Irak, dem Libanon, Mali und dem durch eine Bombe herbeigeführten Absturz eines russischen Passagierjets über der Sinai-Halbinsel, war die Forderung, „bis geklärt ist, was da läuft“ ein Einreiseverbot für Muslime zu verhängen, wenn schon nicht die Patentlösung für das wachsende Terrorproblem, so doch zumindest eine nachvollziehbare Wahlkampfaussage.

Daraus wurde sehr schnell „der Hass Trumps“ auf Muslime, seine Islamophobie und damit „Trumps Rassismus“ abgeleitet.

Dabei muss daran erinnert werden, dass die Muslime nach offiziellen Schätzungen nur 0,6 Prozent der Bevölkerung der USA ausmachen, also keine kriegsentscheidende Zielgruppe für die Wahlkämpfer beider Seiten sind als solche im Wahlkampf auch nicht großzügig mit Versprechungen bedacht werden. Es ging also nicht darum, die Muslime in den USA vor den Gefahren, die ein Präsident Trump für sie bringen könnte, zu bewahren, sondern nur darum, hinter der Grenzlinie der political correctness ein „Monster“ erkennen zu lassen.

Damals war Trump noch nicht nominiert und die Demokraten hatten noch Hoffnung, dass Trump nicht durchkommen würde und waren zudem mit der eigenen Nominierungsschlacht soweit selbst beschäftigt, dass dieses Thema zwar nicht ganz von der Bildfläche verschwand, aber doch eher auf kleiner Flamme weitergekocht wurde.

Nun haben die Demokraten das Thema erneut zur fetten Schlagzeile gemacht.

Ausgelöst wurde das damit, dass auf dem Parteitag der Demokraten ein gebürtiger Pakistaner davon berichten durfte, wie sein Sohn vor zwölf Jahren im Irak-Krieg heldenhaft ums Leben kam.

Der Irak-Krieg, von den USA und Großbritannien auf Basis von selbsterfundenen und in die Welt gestreuten Lügen vom Zaum gebrochen, wurde auf diesem Parteitag der Demokraten also nicht etwa als falsch oder als Irrtum bedauert, man hat sich nicht bei Khizr Khan, dem Vater des Helden, für diesen Krieg und das unsinnige Opfer, das der Sohn bringen musste und für das Leid, das damit über die Familie gebracht wurde entschuldigt, sondern man ließ diesen Vater auf Donald Trump los, mit der Ansage:

„Mein Sohn opferte sich für sein Land. Sie haben nichts und niemanden geopfert!“ Dem folgte dann auch noch die Aufforderung, doch einmal einen Soldatenfriedhof zu besichtigen.

Bei allem Respekt vor den Emotionen dieses Vaters:

Seine Aussage ist absolut daneben. Sie reicht von der Verherrlichung des Krieges und der Verklärung eines unsinnigen Todes zur Heldentat über die Reinwaschung der Anstifter eines Angriffskrieges bis hin zu der Blut-und-Boden-Rhetorik, nach welcher nur der ein guter Amerikaner ist, der in irgendwelchen Kriegen, Arme, Beine, den Verstand oder das Leben verloren hat.

Diese Aussage ist zugleich ein subtiler Angriff auf die Ziele Trumps, nämlich die Militäreinsätze im Ausland zurückzufahren, den Militäretat massiv zu kürzen und stattdessen die eigene Wirtschaft der USA wieder zu stärken.

Die Aussage von Vater Khan stellt den Amerikanern doch auf raffiniert verdeckte Weise die Frage:

Wie soll man stolz auf seine Söhne sein können, wenn sie nicht mehr auf den Schlachtfeldern ihren Mut beweisen können, wie soll man einen Mann achten und ehren können, der als Präsident dafür sorgen will, dass die jungen Männer zuhause in Werkhallen und Büros, in Farmen, in Schulen und Krankenhäusern ihr Geld verdienen, ihre Familien ernähren und mit ihren Kindern glücklich sein können, statt überall auf der Welt Tod und Verderben zu säen?

Dass Donald Trump diesen emotionalen Ausbruch auf dem Parteitag der Demokraten in einem Interview so einordnete, dass da wohl ein Redenschreiber von Hillary Clinton am Werk gewesen sein müsse, ist meines Erachtens unter den wahrscheinlichen Erklärungen dafür immer noch die wahrscheinlichste. Das war eine Inszenierung, einerseits für die Scharfmacherin Clinton, andererseits gegen den weniger kriegerisch eingestellten Trump.

War Trumps Einschätzung wirklich eine Beleidigung der Eltern des Soldaten? Nein. Es war die Entlarvung eines Schachzugs der konkurrierenden Kandidatin und hat weder mit Muslimen im Allgemeinen noch mit dem trauernden Elternpaar im Besonderen irgendetwas zu tun.

Trump wurde dann auch noch nach der Mutter des Soldaten gefragt, die den Vater bei seiner Rede auf dem Parteitag begleitete, aber selbst nichts sagte.

Trump meinte dazu, dass diese nichts zu sagen hatte, ja dass man ihr vielleicht nicht erlaubt habe, etwas zu sagen.

Auch diese Einschätzung der Parteitagsregie kann ich recht gut nachvollziehen.

Mehr war da nicht.

Hillary Clinton allerdings machte daraus mit großem TamTam einen Angriff Trumps auf die Mutter von Hauptmann Khan.

Trump hat nicht etwa geäußert, der gebürtige Pakistaner Khizr Khan oder seine Frau hätten eine schwarze Seele und seien daher gänzlich ungeeignet für irgendetwas.

Nein. Das hat Khizr Khan über Trump gesagt. Trump habe eine schwarze Seele und sei völlig ungeeignet für die Führung dieses schönen Landes.

Da, wo ich herkomme, nannte man Menschen, die sich, ängstlich um den eigenen Vorteil besorgt, um klare Stellungnahmen herumdrücken, die gerne auch einmal die Wahrheit verbiegen oder kupieren, verächtlich: „Schleimscheißer“.

Donald Trump mag für manche unerträglich sein, meine Einschätzung ist eine andere.

Trump ist im US-Politgeschäft ein Außenseiter, der einige verheerende Trends umkehren will. Dies bringt alle in Rage, die dabei um ihre Pfründe fürchten müssen. Deshalb wird er bekämpft.

Weil er jedoch alles andere als ein Schleimscheißer ist und seine – wie ihm vorgeworfen wird: „unbedachten“ – Äußerungen von vielen Amerikanern als lange vermisster „Klartext“ aufgenommen werden, wird er die Wahl im November wohl gewinnen.

Ob Trump es schaffen wird, essentielle Veränderungen zu bewirken und ob dann wirklich etwas besser werden wird, das steht in den Sternen. Aber dass sich etwas ändern muss, wenn es besser werden soll, von der Staatsverschuldung bis zu den Foodstamps-Empängern, vom immer noch schwelenden Rassenkonflikt bis zu den weltweiten Kriegen der USA und ihrem Hegemonialanspruch über die ganze Welt, ist kaum zu bestreiten.

Quelle: Paukenschlag am Donnerstag


Das Anglo-Amerikanische Establishment
Cecil Rhodes gründete in London eine Geheimgesellschaft, die zu einer Art »geheimen Weltregierung« aufgestiegen ist. Von den Mainstream-Historikern weitgehend ignoriert, sicherte sich diese Geheimgesellschaft bedeutenden Einfluss auf die Politik Londons und später auf die gesamte Weltpolitik. Der Zirkel, der anfangs nur aus einer Handvoll Männer bestand, fand immer mehr Gesinnungsgenossen, gewann nach und nach Einfluss auf Gesellschaft und Geopolitik und manipulierte die öffentliche Meinung… (weiter)


Die einzige Weltmacht
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion existiert nur noch eine Supermacht auf dieser Erde: die Vereinigten Staaten von Amerika. Und noch nie in der Geschichte der Menschheit hat eine Nation über so große wirtschaftliche, politische und militärische Mittel verfügt, um ihre Interessen durchzusetzen. Noch nie gelang es einer Demokratie, zur ersten und einzigen Weltmacht aufzusteigen… (weiter)


Herrschaft der Lüge
Vom Mittelalter bis heute beherrscht die Scheinwissenschaft wichtige Bereiche gesellschaftlichen Denkens. Menschen leiden unter den Ideologien, die sich in den Köpfen der Meinungsmacher und Politiker festgesetzt und mit denen die Meinungs- und Staatsherrscher die Macht errungen haben, obwohl viele Doktrinen, unter dem Vorwand wissenschaftlicher Erwiesenheit einem gläubigen Publikum eingehämmert, längst widerlegt sind… (weiter)


Die Diktatur der Dummen
Demokratie ist vielleicht die größte Errungenschaft, zu der wir Menschen es gebracht haben. Was aber, wenn die Klügeren, die Besonnenen und Rücksichtsvollen immer öfter den Schreihälsen weichen, den Wichtigtuern und den Selbstherrlichen? Dann wird aus der Demokratie ganz schnell eine »Idiokratie«, eine Diktatur der Dummen. Und das lassen wir uns bieten…? (weiter)


Psychologie der Massen
Politiker hassen dieses Werk, weil es ihre Argumente und Programme entlarvt. Wie schaffen es Politiker, dass sie von den Massen immer wieder gewählt werden? Und wie ergreifen Diktatoren die Macht? »Das Wiederholte befestigt sich so sehr in den Köpfen, dass es schließlich als eine bewiesene Wahrheit angenommen wird!«, sagte Gustave Le Bon bereits vor rund 120 Jahren… (weiter)

Hinterlassen Sie einen Kommentar