Die Türkei wendet sich vom Westen ab

0
445

Nun sind 2 Wochen seit dem Putschversuch in der Türkei vergangen. Die Folgen dieser Ereignisse sind wie in der Politik, als auch in der Gesellschaft der Türkei immer noch stark spürbar. Noch noch kurzem galten der Westen, Europa und die NATO für die Türkei als gute Partner. Vielleicht nicht immer die verlässlichsten, möglicherweise nur mäßige Garanten der Sicherheit, aber immerhin. Heute zweifelt keiner mehr an der führenden Rolle der USA – dabei des Amerikaners Campbell – bei dem stattgefundenen Umsturzversuch.

Mittlerweile ist es in der Türkei kein Geheimnis mehr, dass die USA ca. $ 2 Mrd. für diesen Putschversuch ausgegeben und ca. 80 Mitarbeiter des CIA dafür eingesetzt hatten. Die Folge für die türkische Gesellschaft ist, dass sogar die, die zuvor für eine Annäherung an Europa sich ausgesprochen hatten, mittlerweile ihre Meinung nicht mehr beibehalten.

Vor dem Hintergrund dieses „Rückenschlags“, wie man ihn nennt, von dem, der sich als einen Garanten der Sicherheit in der Türkei  ausgegeben hatte, kann man ja auch nichts anderes erwarten. Die Menschen in der türkischen Gesellschaft verstehen mittlerweile gut: wäre der Putsch erfolgreich verlaufen, würde die Türkei heute in einen blutigen Bürgerkrieg verwickelt worden sein, der später auch zu einem dritten Weltkrieg hätte ausarten können.

Die Blicke der Politik und der Gesellschaft der Türkei sind heute zu den früheren Konkurrenten – China, Iran, Russland – umgeschwenkt. Heute, am Freitag, den 05.08, – vor dem Summit in Sankt Petersburg und dem Treffen zwischen Erdoğan und Putin am 12.08 – befindet sich der Präsident von Kasachstan, Nursultan Nasarbajew, zu einem Besuch in der Türkei. Zusätzlich findet am 08.08 ein Summit zwischen den Präsidenten Putin, Präsidenten Erdoğan und Ilham Alijew, dem Präsidenten von Aserbaidschan, in Baku, Aserbaidschan, statt.

Es ist offenbar, dass mit diesen Ereignissen eine große Veränderung in der ganzen strategischen Sicherheitsarchitektur und bei den Kräfteverhältnisse im Nahen Osten eingeleitet ist, bzw. durch diese Treffen vorbereitet werden soll. Nursultan Nasarbajew, als ein großer Anhänger und Befürworter eurasischer Integration, spricht bei dem aktuellen Treffen mit Präsidenten Erdoğan über dessen Hinwendung zu Russland und der eurasischen Wirtschaftsunion. In Baku und später in Sankt Petersburg soll dasselbe Problem der Integration des ganzen osteurasischen Raums besprochen werden.

Alle halten inne: der Putschversuch der Atlantisten ist gescheitert; die USA haben sich als klarer Gegner positioniert; soll nun Russland zum neuen strategischen Partner für die Türkei werden? Die Beispiele der Geschichte – z.B. die russische Flotte bei Istanbul zum Schutz vor dem ägyptischen Muhammad Ali Pascha – zeigen, dass eine Partnerschaft zwischen Türkei und Russland immer zu einem Vorteil für beide Seiten sich entwickelt hatte.

Damit befinden wir uns an der Schwelle zu großen politischen Veränderungen. Die Türkei soll demnächst möglicherweise die NATO erlassen, da die NATO – nicht nur für die Türkei – von dem vorgeblichen Sicherer und Bewahrer des Friedens und der Weltsicherheit zu einem klaren Störer des Weltfriedens und der Sicherheit in Eurasien mutiert ist. Zu hoffen bleibt, dass die türkische Regierung und Recep Erdoğan nunmehr bereit sind, richtige Entscheidungen vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse zu treffen.

Quelle: Bachheimer.com


Amerikas Krieg gegen die Welt
Aus Sicht der USA sind die Länder Europas und viele andere nicht mehr als Vasallen Washingtons. Und jede Bestrebung, eine Politik der eigenen Souveränität zu betreiben, wird als Bedrohung des imperialen Machtanspruchs gesehen und entsprechend bestraft. Verfolgt Europa eine an seinen Interessen orientierte Außenpolitik? Nein, dies ist Europa verboten. Und die USA selbst entwickelt sich im Inneren immer mehr zu einem Überwachungs- und Polizeistaat… (weiter)


Der Fluch der bösen Tat
Die von westlichen Geheimdiensten gesteuerte Desinformation zur Lage in Syrien und anderen Ländern des Vorderen Orients ist skandalös. Wie keine zweite ist diese Region gebeutelt durch jahrzehntelange politische und militärische Interventionen des Westens, die allesamt mehr Fluch als Segen waren. Das Durcheinander ethnischer, religiöser und ideologischer Konflikte, lassen die die Völker zwischen Levante und Golf nicht zur Ruhe kommen… (weiter)


Die einzige Weltmacht
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion existiert nur noch eine Supermacht auf dieser Erde: die Vereinigten Staaten von Amerika. Und noch nie in der Geschichte der Menschheit hat eine Nation über so große wirtschaftliche, politische und militärische Mittel verfügt, um ihre Interessen durchzusetzen. Noch nie gelang es einer Demokratie, zur ersten und einzigen Weltmacht aufzusteigen… (weiter)


Propaganda
Edward Bernays (1891-1995) gilt als Vater der Public Relations. Mit seinem Buch Propaganda aus dem Jahr 1928 schuf er die bis heute gültige Grundlage für modernes Kommunikationsmanagement. Der in Wien geborene Bernays war ein Neffe Sigmund Freuds, der sich dessen Erkenntnisse der modernen Seele zunutze machte und sie in den Dienst von Regierungen und Konzernen stellte. Propaganda ist Bernays Hauptwerk. In Propaganda beschreibt Bernays alle wesentlichen Techniken der Meinungsbeeinflussung… (weiter)


Was will Putin?
Seit Wladimir Putin im Sommer 1999 als weitgehend Unbekannter wie aus dem Nichts heraus auf der Weltbühne erschienen ist, rätselt man im Westen über Putins wahre Absichten. Im Zuge der Ukraine-Krise erreichte das Rätselraten einen neuen Höhepunkt. In den Massenmedien wurde immer wieder von Journalisten, Osteuropa-Experten und Politikern eingestanden, dass keiner wisse, was Putin wirklich will, und dass »alle am Rätseln« seien. Dabei sagt Wladimir Putin in seinen Reden ziemlich klar, wie er die Welt sieht, was ihm an der internationalen und insbesondere an der Politik der USA missfällt, für welche Werte er steht und wo für ihn rote Linien verlaufen… (weiter)

Hinterlassen Sie einen Kommentar