Obama-Drama

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Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben sich für November eine Athenreise gebucht und Sie freuen sich inzwischen schon seit Monaten auf diesen kurzen Stadturlaub.

Nun gut.

Sie gehen zu Ihrem Flug. Sie checken ein!

Sie gehen durch die Sicherheitskontrolle. Sie werden gecheckt obwohl sie nicht piepsen.

Und nicht nur Sie, sondern jeder wird gecheckt. Die Hälfte aller Koffer wird aufgemacht. Einige Gäste werden zurück gepfiffen und schaffen es deshalb aus zeitlichen Gründen gar nicht erst auf den Flug!

Sie aber haben Glück! Sie sind im Flieger und Ihr Gepäck ist auch dabei! Der Flieger geht dank dieser Maßnahmen eine Stunde später raus und Sie danken Gott dafür, dass Sie keine Schiffsreise gebucht haben!

Sie kommen in Athen an. Sie bekommen ihr Gepäck. Ihr Hoteltransferbus wartet bereits auf Sie. Sie steigen ein. Sie fahren zu Ihrem heißersehnten Hotel, doch auf einmal werden Sie angehalten!

Die komplette Straße ist für eine gute halbe Stunde abgesperrt!

Warum?

Obama wird innerhalb dieser halben Stunde irgendwann sein Hotel verlassen und Ihr Hotel liegt nur zehn Kilometer entfernt von dem des Herrn Obama!

Sie warten zusammen mit ein paar anderen Menschen und einem Haufen Militär, bzw. Polizei darauf, dass die Reise weitergehen kann. Irgendwann ist es dann endlich auch so weit, Sie werden durchgelassen. Sie kommen im Hotel an und checken ein.

Sie verbringen einen netten Nachmittag in Hotelnähe und beschließen abends gemütlich in der Stadt etwas zu essen. Das Restaurant ist nicht weit von ihrem Hotel entfernt und Sie entscheiden zu Fuß zu gehen. Sie laufen ein paar hundert Meter und möchten nun eine große Hauptstraße überqueren. Schon von Weitem erkennen Sie eine Menge Uniformträger und als Sie schließlich dort ankommen, wird die Straße abgesperrt!

Warum?

Obama wird vermutlich in der nächsten halben Stunde auf dieser Straße entlang fahren.

Sie warten fünf Minuten… Sie warten zehn Minuten… Sie warten 15 Minuten… Inzwischen haben sich an die 30 Personen eingefunden, die nur zu gern diese Hauptstraße überqueren würden…

Endlich fährt eine lange Wagenkolonne an Ihnen vorbei. Das Tempo beträgt in etwa 70 km/h – in einer 50er Zone. Die Wagenkolonne ist vorbeigefahren, man lässt Sie aber weitere zehn Minuten warten, bis man Ihnen endlich gestattet die Straße zu überqueren.

Ihr Magen hängt inzwischen auf halb acht, aber Sie sind ja schließlich im Urlaub und von daher nehmen Sie es nicht so schwer, zumal für den nächsten Tag ein Ausflug zur Akropolis geplant ist.

Sie verbringen dennoch einen netten Abend und machen sich am nächsten Tag auf den Weg zum geschichtsträchtigen Bauwerk. Sie wollen gerade eine Eintrittskarte kaufen, als plötzlich zahlreiche Uniformierte erscheinen und Sie bitten zu warten.

Warum?

Weil die Akropolis für eine gute Stunde gesperrt ist. Obama ist nämlich dort und deshalb darf auch kein anderer rein.

Sie gehen einen Kaffee trinken und warten bis der Herr Präsident seinen Rundgang beendet hat und die Akropolis wieder offen ist. Derweil stellen Sie sich aus purer Langeweile eine Menge dummer Fragen, wie zum Beispiel:

Warum trinken die Leute im Flieger wie besessen Tomatensaft?

Warum schieben Sie ihre Steuererklärung jedesmal so lange auf?

Und was wäre eigentlich, wenn ein Krankenwagen zu einem medizinischen Notfall gerufen würde und eine wegen Obama abgesperrte Straße überqueren müsste? Würde man ihn dann durchlassen oder den Patienten lieber sterben lassen, weil es sich ja um „Terroristen“ handeln könnte?

Inzwischen haben Sie mit ein paar weiteren frustrierten Griechen und Nichtgriechen natürlich ordentlich Wein und Ouzo getrunken, aber Sie besichtigen schließlich doch noch die Akropolis.

Spät abends kommen Sie müde und erschöpft im Hotel an. Irgendwie beschäftigt Sie die ganze Geschichte, deshalb fragen Sie an der Rezeption den Hotelangestellten, wie genau das mit Obama denn eigentlich ist?

Dieser zuckt dümmlich mit den Achseln und erklärt Ihnen, dass er das alles auch nicht so genau weiß. Er weiß nur, dass Obamas Hotel etwa 10 km weit entfernt von Ihrem liegt, was auch die vielen Schiffe auf dem Meer erklärt, die zu Obamas Absicherung dort ihre Kreise ziehen – vermutlich mit einer Besatzung die bis an die Zähne bewaffnet und bereit ist, jeden niederzuschießen, der sich auch nur irgendwie verdächtig verhält! Und er erzählt Ihnen, dass das ganze Hotel einzig für Obama geblockt wurde.

Sie bedanken sich und gehen schließlich müde und erschöpft auf ihr Zimmer.

Der letzte Gedanke, den Sie vorm einschlafen haben ist:

Wurden die Gäste, die dieses (Obamas) Hotel für diesen Zeitraum gebucht haben überhaupt rechtzeitig informiert oder wurden sie spontan ausgelagert? Oder wurden vielleicht von vornherein alle Buchungen normaler Gästen für dieses Hotel geblockt?

Sie grübeln eine Weile, doch Sie kommen nicht drauf und Sie wissen auch, dass Sie es nie erfahren werden. Sie wissen nur eines: Dass sie gottfroh sind, das Hotel gebucht zu haben in dem Sie sich befinden, dass Sie keine Schiffsreise gebucht haben, dass Ihr Griechenlandurlaub nicht in die Hauptsaison gefallen ist und dass Sie sich während Ihres Strandspaziergangs nicht ausversehen mit der rechten Hand an der linken Brust gekratzt haben.

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