USA, Trump und so weiter: Blond, Blau, Blöd?

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Von Emil Kohleofen

Für die Meinungsführer im deutschen Journalismus ist natürlich sofort klar, dass der Präsidentschaftsanwärter damit einmal mehr seine plumpe Voreingenommenheit unter Beweis gestellt hat. Vieles deutet aber darauf hin, dass The Donald in diesem Fall weiß, wovon er redet, denn nicht nur sind die USA ein beklagenswerter Drogensumpf (2014 starben 47.055 Amerikaner durch Überdosen – anderthalb mal die Zahl der Verkehrstoten – 61% davon durch Opiatenmissbrauch, verglichen mit 1226 in Deutschland).

Nicht nur der Jetset, in dem die Millionäre sich bewegen (ein Blick in die Klatschpresse reicht), sondern auch die Trumps selbst hatten schon mit Suchtproblemen zu kämpfen. Vielleicht lässt er sich deshalb im Wahlkampf als strikter Abstinenzler darstellen, schon um sich von den Bewohnern des Weißen Hauses abzugrenzen, denen die einen oder anderen Suchtprobleme nachgesagt werden.

Der Mann hat zu dem Thema eine Meinung und spricht diese plakativ aus. Ob es allerdings nötig gewesen wäre, den Bogen von einer dem Presseecho nach „rassistisch motivierten“ Tötung zur Drogensucht zu spannen, ist unverständlich. Auf den ersten Blick scheint er damit sowohl dem schwarzen Opfer als auch den teilweise überengagiert auftretenden Demonstranten zu unterstellen, dass sie alle drogenabhängig und somit kriminell, auf jeden Fall aber weder unschuldig noch zurechnungsfähig wären. Das ist sicher übertrieben.

Was er zusätzlich andeuten will, und da ist er wieder der böse zähnefletschende Erpel, der die multiethnischen Schwächen der Vereinigten Staaten unbarmherzig zur Polarisierung nutzt: Die Mehrheit der Demonstranten hatte schwarze Hautfarbe, und von ca. 2,4 Millionen in den USA einsitzenden Häftlingen sind, gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung, leider überproportional viele Schwarze.

Diese statistische Augenfälligkeit ist ein Stachel im Fleisch der gesamten Bürgerrechtsbewegung in den USA, deren Erklärungsversuche hier vertreten durch den ehemaligen innerparteilichen Kontrahenten von Hillary Clinton, Senator Sanders erläutert werden. Man kann nicht umhin, bei der Lektüre einer flammenden Verteidigungsschrift wie der von Bernie Sanders, offensichtlich auch motiviert von seinem Willen, die „minority vote“ für sich zu gewinnen, ins Zweifeln zu kommen.

So lange nach der Apartheid so wenig Integration

Physische, politische (z.B. Entzug des Wahlrechts bei Straftaten), rechtliche (Verurteilung schon wegen unbedeutender Delikte ), wirtschaftliche (Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt) und umweltschutzpolitische (Leben in verseuchter und von Umweltschäden bedrohter Umgebung) Gewalt werde seiner Meinung nach allen farbigen Menschen in den USA angetan. Damit proklamiert der Senator quasi das Scheitern der mächtigen Gleichberechtigungsbewegung nach vielen Jahren harten Ringens und die Wirkungslosigkeit der dem „White America“ der 50er und 60er Jahre abgerungenen Zugeständnisse.

Auch wenn es den messbaren Aufstieg Schwarzer in höherwertige Bildungsabschlüsse und in leitende Positionen gibt, auf der vielbeschworenen Graswurzelebene, beim einfachen Schwarzen Mann auf der Straße, in den Schulen und den Wohnvierteln scheint das Projekt nicht angekommen zu sein. Nach der zweiten Amtszeit eines farbigen Präsidenten und vieler auf den Weg gebrachter Gesetze zur Gleichstellung scheint der Friede in einigen Distrikten  auf der Kippe zu stehen.

Die BBC fragt sich, wieso die Trennung in farbige Gebiete offenbar nicht nur von den Weißen, sondern auch von den Schwarzen selbst ausgeht, die sich in ganz ähnlichen Mustern in ethnisch homogenen, abgeschotteten Vierteln niederlassen? Kann eine Jahrzehnte zurückliegende Apartheid auch noch lange nach deren offizieller Beendigung solche markanten Unterschiede bei der Vermischung (Weiße gehen oft Ehen mit asiatischen, aber selten mit schwarzen Partnern ein), beim Einkommen, der Bildung und der sozialen Stellung hervorbringen?

Wenn man den Argumenten von Senator Sanders folgt, dann hat die US-Gesellschaft trotz regelmäßig auf allen Kanälen zelebriertem Farbenproporz immer noch ein riesiges Rassismusproblem.

Die Probleme werden dann besonders dramatisch augenfällig, wenn Drogen als Brandbeschleuniger mitspielen und mühsam unter der Oberfläche gehaltene Aggressionen in der Unterschicht entfesseln. Bei den synthetischen Drogen ist seit 2010 wieder eine tückische, billige Variante auf dem Markt, das sogenannte PCP oder auch „Angel Dust“.

Sie ist Kult bei denen, die sich Kokain nicht leisten können, die schnell und hart einen Kick brauchen, der Ihnen die Illusion verschafft, endlich mal ein unverwundbarer, vor Kraft strotzender Supermann zu sein. Das urspünglich für die Tiermedizin entwickelte Halluzinogen macht gefühlstaub, euphorisch und aggressiv. “creates the delusion of supreme strength, euphoria, and enhanced sexual and social abilities“.

Man muss kein Sozialwissenschaftler oder US-Republikaner sein, um eine Verbindung zwischen schwarzem Machismo, Hiphop, Rap-Kultur und Drogen herzustellen. PCP wird überdurchschnittlich oft von schwarzen Jugendlichen (…Further examination revealed that a greater percentage of PCP users, compared to cannabis users, were African American…) genommen, wie diese im US National Library of Medicine, National Institutes of Health erschienene Studie nahelegt.

Wie eine Mahnung an alle Aktivisten und Menschenrechtler erscheinen die vielen von Polizisten erschossenen Farbigen, aber auch viele Polizisten müssen den Einsatz mit dem Leben bezahlen (2014 waren die Toten Beamten bis auf zwei alle weiß). In den no-go-areas der US-Metropolen wird mit harten Bandagen gekämpft, – noch – kein Vergleich mit Deutschland.

Die Daily Mail hat gerade – weitgehend unbeachtet von den deutschen Medien – eine Verbindung von PCP zu einem der jüngst bei einer Verkehrskontrolle Erschossenen hergestellt, pikanterweise einem Geistlichen. Wie völlig ausser Rand und Band die Zustände z.B. in einem wenig beliebten Viertel Washington DC’s sind, beschreibt ausführlich ein Artikel der Washington Post.

Wer diese bizarre Geschichte von falsch verstandenem und falsch vorgelebtem Ehrbegriff, von aggressiver Blutrache und Ganovenehre gelesen hat, der wird die Entstehung von Bezirken, in denen von Selbstmitleid trunkene, abgehängte und losgelöste Sippschaften leben, als die grösste Bedrohung begreifen, der eine Gesellschaft gegenüberstehen kann.

Die USA kämpfen mit medialer Macht, ständiger Maßregelung und allen ordnungspolitischen Mitteln gegen dieses Auseinanderdriften der Menschen. Eine Herausforderung für den zukünftigen, weißen Präsidenten. Es wird Zeit, dass auch die deutschen Politiker die Integration als einen Kampf begreifen, der angenommen werden muss.

Quelle: Tichys Einblick


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1 KOMMENTAR

  1. Selbst der in den USA seit Jahren praktizierte umgekehrte Rassismus „affirmative action“ zum Nachteil der Weissen hat die Neger nicht vorangebracht, geschweige denn befriedigt – im Gegenteil – behaupten sie doch nur noch frecher und lauter, dass „Whitey“ allein ihre prekaere oekonomische Situation verschuldet.

    Leider sind die meisten Nigger dumm, faul, und, seit ihrer bevorzugten Behandlung, arrogant.
    Ausserdem haben sie einen natuerlichen Hang zur Kriminalitaet.

    – Welches Wort faengt mit „N“ an und endet mit „R“, und man wuerde niemals einen Schwarzen so bezeichnen wollen?
    – „NACHBAR“ /X=D

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